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sagen:die_steinprobe

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-====== Die Steinprobe ======+====== Die Steinprobe - I.Sage ======
  
-In der Stubnitz, nicht weit vom Herthasee, findet man einen Stein, in welchem man deutlich die Spuren eines bloßen Fußes und eines ganz kleinen Kinderfußes abgedrückt sieht. Davon erzählt man sich folgendes :+In der [[region:Stubnitz]], nicht weit vom Herthasee, findet man einen Stein, in welchem man deutlich die Spuren eines bloßen Fußes und eines ganz kleinen Kinderfußes abgedrückt sieht. Davon erzählt man sich folgendes :
  
-Zur Zeit. als noch der Dienst der [[gott:nerthus|Göttin Hertha]] auf der [[region:ruegen|Insel]] bestand, war unter den [[typ:jungfrau|Jungfrauen]], die der Göttin zu ihrem Dienste geweiht waren, ein junges und sehr schönes Mädchen. Diese, obgleich sie der Göttin ewige Jungfrauschaft hatte geloben müssen, hatte eine Liebschaft mit einem fremden jungen Ritter, mit dem sie allnächtlich heimliche Zusammenkünfte an den Ufern des heiligen Sees hielt.+Zur Zeit. als noch der Dienst der [[gott:hertha|Göttin Hertha]] auf der [[region:ruegen|Insel]] bestand, war unter den Jungfrauen, die der Göttin zu ihrem Dienste geweiht waren, ein junges und sehr schönes Mädchen. Diese, obgleich sie der Göttin ewige Jungfrauschaft hatte geloben müssen, hatte eine Liebschaft mit einem fremden jungen Ritter, mit dem sie allnächtlich heimliche Zusammenkünfte an den Ufern des heiligen Sees hielt.
  
 Sie hatte aber ihre Liebe nicht so geheim halten können, daß nicht dem Oberpriester der Göttin Kunde davon geworden wäre. Diesem wurde es hinterbracht, daß eine der Jungfrauen strafbare Liebe pflege, nur welche es sei, konnte man ihm nicht sagen. Sie hatte aber ihre Liebe nicht so geheim halten können, daß nicht dem Oberpriester der Göttin Kunde davon geworden wäre. Diesem wurde es hinterbracht, daß eine der Jungfrauen strafbare Liebe pflege, nur welche es sei, konnte man ihm nicht sagen.
  
-Der Priester stellte alle Jungfrauen zur Rede; aber keine bekannte, auch die schuldige nicht. Da rief er die Göttin an, daß sie ihm die schuldige durch ein Wunder entdecken möge. Er führte nun sämtliche Jungfrauen in den Wald zu einem großen Opfersteine. Dort befahl er ihnen, daß sie, eine nach der andern, mit nackten Fuße auf den Stein treten mußten. Das taten sie, und als die schuldige den Stein betrat, da offenbarte sich plötzlich ihr Vergehen, denn nicht nur ihr eigener Fuß drückte sich in dem harten Stein ab, sondern daneben auch der Fuß eines Kindes. Dies sind die Fußspuren, die man zum ewigen Wahrzeichen noch jetzt in dem Steine sieht.+Der Priester stellte alle Jungfrauen zur Rede; aber keine bekannte, auch die schuldige nicht. Da rief er die Göttin an, daß sie ihm die schuldige durch ein Wunder entdecken möge. Er führte nun sämtliche Jungfrauen in den Wald zu einem großen [[ding:Opferstein]]e. Dort befahl er ihnen, daß sie, eine nach der andern, mit nackten Fuße auf den Stein treten mußten. Das taten sie, und als die schuldige den Stein betrat, da offenbarte sich plötzlich ihr Vergehen, denn nicht nur ihr eigener Fuß drückte sich in dem harten Stein ab, sondern daneben auch der Fuß eines Kindes. Dies sind die Fußspuren, die man zum ewigen Wahrzeichen noch jetzt in dem Steine sieht.
  
-Der Priester soll die Sünderin oben von der Stubbenkammer haben in das Meer stürzen lassen; aber ein [[typ:engel|Engel]] hat sie, wie die Leute sagen, in seine Arme genommen und sanft heruntergetragen. Unten hat ihr Geliebter schon auf sie gewartet und sie in seinem Schiffe mit sich genommen in seine ferne Heimat.+Der Priester soll die Sünderin oben von der Stubbenkammer haben in das Meer stürzen lassen; aber ein [[wesen:Engel]] hat sie, wie die Leute sagen, in seine Arme genommen und sanft heruntergetragen. Unten hat ihr Geliebter schon auf sie gewartet und sie in seinem Schiffe mit sich genommen in seine ferne Heimat.
  
-<note tip>Die Sage ist poetisch behandelt von Enoch Wiesener (nicht von Kosegarten, wie gewöhnlich angegeben wird). Vgl. Sundine 1829 S 140ff</note> 
  
-//Quelle: Temme Volkssagen Nr. 276.//  +//Quelle: [[autor:Temme]] [[buch:temmepommern|Volkssagen]] Nr276.// 
- +
-II. +
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-Auf dem Opferstein bei der Herthaburg sieht man die Eindrücke von einem gewöhnlichen Menschenfuße, einem Kinderfuße und einem Hasenfuße. Damit verhält es sich folgendermaßen: +
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-Einst sollte hier ein [[typ:jungfrau|Jungfrau]] geopfert werden, welche in dem Verdachte stand, mit dem [[typ:teufel|Schwarzen]] Umgang gepflogen zu habenSie aber beteuerte ihre Unschuld, und die Priester verlangten ein Zeichen, daß sie rein vor Gott sei und mit dem Bösen nichts zu tun habeDa erschien ein fremdes Kind, das war ein [[typ:engel|Engel]]; und zugleich zeigte sich ein [[typ:hase|Hase]], das war der Böse. Und das Kind nahm die Jungfrau bei der Hand und ging mit ihr über den Stein, der Hase aber folgte ihnen nach. Von allen dreien sind die Eindrücke ihrer Füße auf dem Stein zurückgeblieben, und daran hat man die Unschuld des Mädchens erkannt. +
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-<note tip>Der Eindruck des Hasenfußes wird auch als Spur von dem Fuße eines Hundes gedeutet.</note>  +
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-//Quelle: Sundine 1837 S.388// +
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-//Hier gefunden: [[https://www.math.hu-berlin.de/~teschke/fver.htm| Homepage des Vereins der Freunde und Förderer +
-des Nationalparkes Jasmund e.V]]// +
-{{tag>sagen rügen jungfrau hase teufel hertha engel}}+
  
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 +{{tag>sagen internet v2a}}
  
sagen/die_steinprobe.1580058540.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)