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sagen:die_insel

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 ====== Die Insel ====== ====== Die Insel ======
  
-Zwischen [[geo:Arnsdorf]] und [[geo:Reinhardtswaldewüstung|Reinhardtswalde]] breitete sich einst ein seeartiger [[typ:Teich]] aus, der „Lange Teich“ genannt. Er reichte von der Arnsdorfer [[typ:Mühle]] bis an das Teichhaus bei [[geo:Kleinwolmsdorf]]. Dort ist heute noch der breite und hohe Damm zu sehen, der das Tal durchquert und den „Langen Teich“ westlich abschloß. Im Jahre 1815 wurde der Teich von dem damaligen Rittergutsbesitzer Christian Gotthelf Gutschmidt in Wolmsdorf trockengelegt und in Wiesenland umgewandelt.+Zwischen [[geo:Arnsdorf]] und [[geo:Reinhardtswaldewüstung|Reinhardtswalde]] breitete sich einst ein seeartiger Teich aus, der „Lange Teich“ genannt. Er reichte von der Arnsdorfer Mühle bis an das Teichhaus bei [[geo:Kleinwolmsdorf]]. Dort ist heute noch der breite und hohe Damm zu sehen, der das Tal durchquert und den „Langen Teich“ westlich abschloß. Im Jahre 1815 wurde der Teich von dem damaligen Rittergutsbesitzer Christian Gotthelf Gutschmidt in Wolmsdorf trockengelegt und in Wiesenland umgewandelt.
  
-Mitten im „Langen Teiche“((Ausführliches über den „Langen Teich“ und die Insel findet man in des Verfassers heimatkundlichem Werk: „Was die Heimat erzählt“, S. 48-51.)) war eine kleine [[typ:Insel]], auf der ein blockhausartiges Gebäude stand, das in Kriegszeiten als Zufluchtsort diente. An jene Insel, die der Zinn- und Bleirohrfabrik der Herren Kirchhoff & Lehr gegenüber im Wiesengelände liegt, erinnert heute ein großer, kreisrunder und mit [[typ:erle|Erlen]] und Gebüsch bedeckter Hügel. Auch Steine des alten Mauerwerkes sind noch vorhanden.+Mitten im „Langen Teiche“((Ausführliches über den „Langen Teich“ und die Insel findet man in des Verfassers heimatkundlichem Werk: „Was die Heimat erzählt“, S. 48-51.)) war eine kleine Insel, auf der ein blockhausartiges Gebäude stand, das in Kriegszeiten als Zufluchtsort diente. An jene Insel, die der Zinn- und Bleirohrfabrik der Herren Kirchhoff & Lehr gegenüber im Wiesengelände liegt, erinnert heute ein großer, kreisrunder und mit Erlen und Gebüsch bedeckter Hügel. Auch Steine des alten Mauerwerkes sind noch vorhanden.
  
-Nach jener Insel [[typ:flucht|flüchteten]] beim Nahen der [[volk:Hussiten]] Frauen und Kinder aus [[geo:Reinhardtswaldewüstung|Reinhardtswalde]], wohin sie von den Männern auf [[typ:kahn|Kähnen]] und Einbäumen gebracht worden waren. Zu ihnen herüber drang dann das Geschrei der Kämpfenden und das Stöhnen der Verwundeten und Sterbenden. Von hier aus mußten sie auch sehen, wie ihr Dorf in [[typ:feuer|Flammen]] aufging.+Nach jener Insel flüchteten beim Nahen der [[volk:Hussiten]] Frauen und Kinder aus Reinhardtswalde, wohin sie von den Männern auf Kähnen und Einbäumen gebracht worden waren. Zu ihnen herüber drang dann das Geschrei der Kämpfenden und das Stöhnen der Verwundeten und Sterbenden. Von hier aus mußten sie auch sehen, wie ihr Dorf in Flammen aufging.
  
 Wenn die Röder, die den „Langen Teich“ speist und an dem Südrande der Insel hinfließt, einmal Hochwasser hat, dann ist das ganze Wiesengelände unter Wasser gesetzt, und man kann sich an solchen Tagen ein Bild von der großen Ausdehnung des verschwundenen Teiches machen. Wenn die Röder, die den „Langen Teich“ speist und an dem Südrande der Insel hinfließt, einmal Hochwasser hat, dann ist das ganze Wiesengelände unter Wasser gesetzt, und man kann sich an solchen Tagen ein Bild von der großen Ausdehnung des verschwundenen Teiches machen.
  
-Bewohnt war der „Lange Teich“ in früheren Jahrhunderten von [[typ:nixe|Nixen]], die oft nach Wolmsdorf und [[geo:Arnsdorf]] kamen, wenn dort der Jugend zum [[typ:tanz|Tanze]] aufgespielt wurde. Gern mischten sie sich in ihren meergrünen Kleidern unter die Tänzerinnen. Nun sind sie aber in andere Gewässer verzogen. Nur nachts, wenn die [[typ:nebel|Nebelschleier]] auf den dumpfigen Wiesen liegen und der [[typ:Mond]] die Nacht zum Tage macht, kehren jene Nixen und Elfen hierher auf Stunden zurück und wiegen sich auf den weißen Nebelstreifen in lieblichen Tänzen und Reigen. Gespenstisch ragen dann die alten Erlen und Weiden, welche die Ufer der Röder teilweise säumen, aus dem Nebelmeere hervor. Murmelnd zieht die Röder durch den stillen Wiesengrund. +Bewohnt war der „Lange Teich“ in früheren Jahrhunderten von [[wesen:nixe|Nixen]], die oft nach Wolmsdorf und Arnsdorf kamen, wenn dort der Jugend zum Tanze aufgespielt wurde. Gern mischten sie sich in ihren meergrünen Kleidern unter die Tänzerinnen. Nun sind sie aber in andere Gewässer verzogen. Nur nachts, wenn die Nebelschleier auf den dumpfigen Wiesen liegen und der Mond die Nacht zum Tage macht, kehren jene Nixen und Elfen hierher auf Stunden zurück und wiegen sich auf den weißen Nebelstreifen in lieblichen Tänzen und Reigen. Gespenstisch ragen dann die alten Erlen und Weiden, welche die Ufer der [[region:Röder]] teilweise säumen, aus dem Nebelmeere hervor. Murmelnd zieht die Röder durch den stillen Wiesengrund. 
  
-//Quelle: [[autor:Friedrich Bernhard Störzner|Friedrich Bernhard Störzner]]: [[buch:reinhardtswalder_sagenbuechlein|Reinhardtswalder Sagenbüchlein]]. Buchhandlung Otto Schmidt, Arnsdorf in Sachsen 1924, [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Reinhardtswalder_Sagenb%C3%BCchlein_Fr._Bernh._St%C3%B6rzner_19.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]// +//Quelle: [[autor:Störzner|Friedrich Bernhard Störzner]]: [[buch:reinhardtswalder_sagenbuechlein|Reinhardtswalder Sagenbüchlein]]. Buchhandlung Otto Schmidt, Arnsdorf in Sachsen 1924// 
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sagen/die_insel.1657463803.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)