Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:die_geistermesse

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
sagen:die_geistermesse [2020/09/23 14:04] – angelegt ewuschsagen:die_geistermesse [2025/01/30 17:47] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 1: Zeile 1:
 ====== Die Geistermesse ====== ====== Die Geistermesse ======
  
-Kurz nachdem Kurfürst [[vip:maximilianfranzvonösterreich|Maximilian Franz von Österreich]] zum Kölner Erzbischof ernannt worden war, erwachte er eines Nachts und verspürte einen unerklärlichen Drang aufzustehen und sich zum [[kirche:domköln|Dom]] zu begeben. So verließ er das Haus und trat in die gespenstisch stille sternenklare Nacht. Auf dem Wege zum [[kirche:domköln|Dom]] traf er auf eine stetig wachsende Menschenmenge, die sich ebenfalls dorthin begab. Erstaunt bemerkte der [[set:Erzbischof]], daß die Leute ihrer Kleidung nach nicht nur den verschiedenen Ständen, sondern auch verschiedenen Jahrhunderten angehörten. Zudem konnte man weder ihre angeregte Unterhaltung noch ihre Schritte in den stillen Gassen vernehmen. Den [[set:Erzbischof]] graute es, dennoch schritt er unbeirrbar gen [[kirche:domköln|Dom]] und reihte sich dort in die Gemeinde der Gläubigen ein. Hier fühlte er sich geborgen und sicher. Langsam kämpfte er sich durch die Menge zum Hohen Chor vor und beobachtete von dort das Geschehen. Die Menge munkelte es werde jemandem das letzte Geleit gegeben, aber wem?+Kurz nachdem Kurfürst [[vip:maximilianfranzvonösterreich|Maximilian Franz von Österreich]] zum Kölner Erzbischof ernannt worden war, erwachte er eines Nachts und verspürte einen unerklärlichen Drang aufzustehen und sich zum [[kirche:domköln|Dom]] zu begeben. So verließ er das Haus und trat in die gespenstisch stille sternenklare Nacht. Auf dem Wege zum Dom traf er auf eine stetig wachsende Menschenmenge, die sich ebenfalls dorthin begab. Erstaunt bemerkte der Erzbischof, daß die Leute ihrer Kleidung nach nicht nur den verschiedenen Ständen, sondern auch verschiedenen Jahrhunderten angehörten. Zudem konnte man weder ihre angeregte Unterhaltung noch ihre Schritte in den stillen Gassen vernehmen. Den Erzbischof graute es, dennoch schritt er unbeirrbar gen Dom und reihte sich dort in die Gemeinde der Gläubigen ein. Hier fühlte er sich geborgen und sicher. Langsam kämpfte er sich durch die Menge zum Hohen Chor vor und beobachtete von dort das Geschehen. Die Menge munkelte es werde jemandem das letzte Geleit gegeben, aber wem?
  
-Die Messe begann: singend zogen mit Myrten bekränzte [[typ:jungfrau|Jungfrauen]] in weißen fließenden Gewändern in den Dom ein, gefolgt von jungen [[typ:mönch|Mönchen]] und einer großen Anzahl [[typ:bischof|Bischöfe]]. Erschauernd bemerkt der [[typ:erzbischof|Erzbischof]], der unter den Bischöfen alle seine Vorgänger erkannte, daß er die einzige lebende Seele im [[kirche:domköln|Dom]] war. Gebannt verfolgte er das Hereintragen sämtlicher [[typ:heiligtum|Heiligenschreine]] des [[typ:schatz|Domschatzes]] und die Zelebrierung des Hochamtes durch [[vip:konradvonhochstaden|Konrad von Hochstaden]]. Im Anschluß an die Messe zogen alle in einer Prozession mit den Heiligenschreinen zum [[region:Rhein]], wo die Schreine auf Schiffe verladen und abtransportiert wurden. Klagendes Getuschel erhob sich rings um ihn: 'Die [[set:heilig|Heiligen]] verlassen [[geo:Köln]]. Wer wird unsere [[typ:grab|Gräber]] schützen? Die Feinde werden die Stadt zerstören und den Dom zum Pferdestall machen.' +Die Messe begann: singend zogen mit Myrten bekränzte Jungfrauen in weißen fließenden Gewändern in den Dom ein, gefolgt von jungen Mönchen und einer großen Anzahl Bischöfe. Erschauernd bemerkt der Erzbischof, der unter den Bischöfen alle seine Vorgänger erkannte, daß er die einzige lebende Seele im Dom war. Gebannt verfolgte er das Hereintragen sämtlicher Heiligenschreine des Domschatzes und die Zelebrierung des Hochamtes durch [[vip:konradvonhochstaden|Konrad von Hochstaden]]. Im Anschluß an die Messe zogen alle in einer Prozession mit den Heiligenschreinen zum [[region:Rhein]], wo die Schreine auf Schiffe verladen und abtransportiert wurden. Klagendes Getuschel erhob sich rings um ihn: 'Die Heiligen verlassen [[geo:Köln]]. Wer wird unsere Gräber schützen? Die Feinde werden die Stadt zerstören und den Dom zum Pferdestall machen.' 
-Nach Hause zurückgekehrt dachte Maximilian noch lange über diese Erscheinung nach. Und wirklich, nach neun Jahren bewahrheitete sich der Spuk: die Franzosen eroberten die Stadt, aus der die Heiligenschreine vorsorglich abtransportiert worden waren, zerstörten Kirchen und Klöster und nutzten den [[kirche:domköln|Dom]] als Pferdestall.+ 
 +Nach Hause zurückgekehrt dachte Maximilian noch lange über diese Erscheinung nach. Und wirklich, nach neun Jahren bewahrheitete sich der Spuk: die Franzosen eroberten die Stadt, aus der die Heiligenschreine vorsorglich abtransportiert worden waren, zerstörten Kirchen und Klöster und nutzten den Dom als Pferdestall.
  
 //Quelle: [[https://www.koelner-dom.de/erleben/sagen-und-legenden|www.koelner-dom.de]]// //Quelle: [[https://www.koelner-dom.de/erleben/sagen-und-legenden|www.koelner-dom.de]]//
 ---- ----
-{{tag>sagen swusch köln domköln konradvonhochstaden möch bischof erzbischof jungfrau heiligtum weissagung maximilianfranzvonösterreich}}+{{tag>sagen internet köln domköln konradvonhochstaden möch bischof erzbischof jungfrau heiligtum weissagung maximilianfranzvonösterreich v2}}
sagen/die_geistermesse.1600862688.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)