sagen:die_freigebigen_juden
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| - | ====== Die freigebigen Juden ====== | ||
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| - | Auf dem Protschenberge bei Budissin befindet sich auf der gegen das Schloß Ortenburg liegenden Seite, eine Art, anfänglich schmaler, nachher aber sich erweiternden, | ||
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| - | Zur Zeit der Judenverfolgungen sollen ihrer Sicherheit wegen, und um nicht in ihren Religionsübungen gestört zu werden, sich mehrere Juden daselbst versammelt und feierlich angelobt haben, daß, wenn sie unentdeckt bleiben und unbehindert mit ihrem Vermögen nach Polen gelangen, sie dieses nie vergessen, vielmehr jährlich an einem bestimmten Tage an diesem Orte reichlich Spenden vertheilen würden. | ||
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| - | Ihr Abgang muß ungehindert geschehen seyn; denn, als einst im 16ten Jahrhunderte eines Sonntags (soll der Erlösungstag aus der babylonischen Gefangenschaft gewesen seyn) nach der Frühkirche, | ||
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| - | Bestürzt über diese ungewöhnliche Erscheinung wollte er zurückgehen, | ||
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| - | „Nimm daher – fuhren sie fort – so viel du kannst und willst; denn nur einmal ist es Jedem zu kommen erlaubt; jedoch beeile dich, denn bald ist sie verronnen die Zeit, während welcher es uns vergönnt ist, hier auf Erden zu weilen.“ | ||
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| - | Arnst nahm sein Taschentuch, | ||
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| - | Als er mit seiner Geldlast den Berg erklommen hatte, vernahm er einen dumpfen Knall, welches – wie er später erfuhr – das Verschwinden der freigebigen Juden bedeutete. Mit dem Gelde soll er sich Häuser und Feld und darunter auch den unfern Budissin gelegenen sogenannten Weinberg, welchen späterhin ein gewisser Steinberger ausbaute, erkauft haben und als ein wohlhabender Mann gestorben seyn. Ob irgend ein Anderer nach ihm wiederum diese Höhle besucht habe und ebenfalls so glücklich gewesen sey, davon schweigt die Sage. | ||
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| - | //Quelle: Heinrich Gottlob Gräve, Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz, S. 70-71, Erscheinungsdatum: | ||
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sagen/die_freigebigen_juden.1576765813.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
