sagen:die_engelgloecklein
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| - | Einst kam eine wilde Kriegerschar da durch und wollte in diesem | + | Einst kam eine wilde Kriegerschar da durch und wollte in diesem Kloster ordentlich einhüten. Die rohen Soldaten hatten nicht allein das Kloster plündern, sondern auch die Nonnen misshandeln wollen. Die Speise war ihnen aber garstig versalzen, denn, als sie vor das Tor kamen und hineinwollten, |
| - | In der großen Not eilten die Nonnen mitsamt ihrer [[typ:abt|Äbtissin]] in die [[typ:Kapelle]], warfen sich vor dem [[typ:Altar]] auf ihre Knie nieder und baten Gott, er möge sie vor Schimpf und Schande bewahren und von ihren Peinigern erretten, er möge ihnen Mittel und Wege zeigen, wie sie dem [[typ:Unglück]] entrinnen könnten. Als sie so in Tränen gebadet beteten, kam eine [[typ:Taube]] zum Fenster herein, flog auf den Altar, setzte ein kleines Körbchen darauf und flog wieder fort. Das sahen alle Nonnen, die Äbtissin trat vor den Altar, öffnete das Körbchen und siehe, es lagen zwei Glöcklein darin, ein goldenes und ein silbernes. Nun nahm die Äbtissin das goldene Glöcklein und läutete. Es hatte einen wunderbar schönen Ton gehabt, und augenblicklich trat ein [[typ:Engel]] zu ihr und fragte, was sie von ihm wünsche. | + | In der großen Not eilten die Nonnen mitsamt ihrer Äbtissin in die Kapelle, warfen sich vor dem Altar auf ihre Knie nieder und baten Gott, er möge sie vor Schimpf und Schande bewahren und von ihren Peinigern erretten, er möge ihnen Mittel und Wege zeigen, wie sie dem Unglück entrinnen könnten. Als sie so in Tränen gebadet beteten, kam eine Taube zum Fenster herein, flog auf den Altar, setzte ein kleines Körbchen darauf und flog wieder fort. Das sahen alle Nonnen, die Äbtissin trat vor den Altar, öffnete das Körbchen und siehe, es lagen zwei Glöcklein darin, ein goldenes und ein silbernes. Nun nahm die Äbtissin das goldene Glöcklein und läutete. Es hatte einen wunderbar schönen Ton gehabt, und augenblicklich trat ein [[wesen:Engel]] zu ihr und fragte, was sie von ihm wünsche. |
| Voll Schreck und Freude sagte die Äbtissin, sie wünsche Schutz gegen ihre Peiniger, die vor dem Kloster lägen. Der Engel hatte ein goldenes Zepter in der Hand, damit berührte er den Boden, der tat sich auf. Er ging hinein und sagte, sie sollen ihm alle folgen. Das taten sie auch. | Voll Schreck und Freude sagte die Äbtissin, sie wünsche Schutz gegen ihre Peiniger, die vor dem Kloster lägen. Der Engel hatte ein goldenes Zepter in der Hand, damit berührte er den Boden, der tat sich auf. Er ging hinein und sagte, sie sollen ihm alle folgen. Das taten sie auch. | ||
| - | Der Engel führte sie in eine weite [[typ: | + | Der Engel führte sie in eine weite Grotte, die war mit Hunderten von brennenden Wachskerzen erleuchtet. Auf der einen Seite stand ein Altar, vor dem warfen sich die Nonnen nieder und dankten voll Inbrunst Gott für ihre augenblickliche Rettung. |
| Da war der Engel verschwunden. Dann standen sie auf und sahen sich in ihrer neuen Behausung um. Da standen auf der anderen Seite der Grotte mehrere gedeckte Tische. Das Essen fehlte aber darauf. Auch standen viele Betten da herum und es fehlte nichts weiter, was sie bedurften als Essen und Trinken. | Da war der Engel verschwunden. Dann standen sie auf und sahen sich in ihrer neuen Behausung um. Da standen auf der anderen Seite der Grotte mehrere gedeckte Tische. Das Essen fehlte aber darauf. Auch standen viele Betten da herum und es fehlte nichts weiter, was sie bedurften als Essen und Trinken. | ||
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| Die wünschte Essen und Trinken für sich und ihre Nonnen zu haben. Da trug der eine Engel die schönsten Speisen, und der andere die feinsten Getränke auf den Tisch, dann waren die Engel wieder verschwunden. | Die wünschte Essen und Trinken für sich und ihre Nonnen zu haben. Da trug der eine Engel die schönsten Speisen, und der andere die feinsten Getränke auf den Tisch, dann waren die Engel wieder verschwunden. | ||
| - | So ging es sieben Tage, und die Soldaten vor dem Kloster warteten vergebens, dass die Tore geöffnet wurden. Aus Ärger und Verdruss warfen sie Feuerbrände in die Klostergebäude, | + | So ging es sieben Tage, und die Soldaten vor dem Kloster warteten vergebens, dass die Tore geöffnet wurden. Aus Ärger und Verdruss warfen sie Feuerbrände in die Klostergebäude, |
| Als nun die rohen Horden wieder abgezogen waren, kamen die Nonnen wieder aus ihrem Versteck hervor und dankten Gott alle Tage in der Kapelle. Später waren die Nonnen da weggegangen, | Als nun die rohen Horden wieder abgezogen waren, kamen die Nonnen wieder aus ihrem Versteck hervor und dankten Gott alle Tage in der Kapelle. Später waren die Nonnen da weggegangen, | ||
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