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sagen:die_eberhardsklause

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-====== Die Eberhardsklause ====== 
  
-    A. Stork 
- 
-Was schilt die Mutter ergrimmt und wild?\\ 
-„Beim Teufel, packe Dich fort!“\\ 
-Das Mägdlein flieht in den finstern Wald,\\ 
-Es irrt ohne Schutz und Hort.\\ 
-Wie irret so lang das Kind umher!\\ 
-Der [[typ:wolf|Wolf]] heult heischer nach Raub,\\ 
-Es stürzet der Schnee, es starret die Fluth,\\ 
-Es raschelt vom Baum das Laub.\\ 
- 
-„Wo bleibet mein Kind?“ Das Mutterherz klopft,\\ 
-Und Thränen verdunkeln den Blick.\\ 
-Sie ruft hinaus in den brausenden Wind,\\ 
-Es tönt keine Antwort zurück.\\ 
-Sie wacht und jammert die ganze Nacht\\ 
-Sie ruft ihr Kind und weint;\\ 
-Kaum dämmert der Wintermorgen herauf,\\ 
-So weckt sie den Nachbarn und Freund.\\ 
- 
-Sie suchen umsonst in Dorf und in Flur,\\ 
-Sie suchen auf windiger Höh',\\ 
-Ach! nirgends, nirgends ein Fußtritt erscheint\\ 
-In dem frisch gefallenen Schnee.\\ 
-„Verzeihe mir Gott, bei Dir allein\\ 
-Ist Rettung in der Noth;\\ 
-Ach! schütze, schütze mein trautes Kind,\\ 
-Ach! rett es vom grausamen Tod.“\\ 
- 
-Die Mutter in ihres Herzens Noth\\ 
-Zur Eberhardsklaus' hinflieht,\\ 
-Es wird das Herz ihr leichter, als sie\\ 
-Vor der reinen [[vip:jungfraumaria|Jungfrau]] kniet.\\ 
-Indeß war der zweit' und dritte Tag hin,\\ 
-Der vierte Tag auch vergeht:\\ 
-„Ach leset die Meß für mein Kind und mich,\\ 
-Herr Pater!“ die Mutter fleht.\\ 
- 
-Und als für das arme Kindlein empor\\ 
-Der [[typ:pater|Priester]] die Hostie hebt,\\ 
-Da tönet hell aus dem dunklen Wald\\ 
-Ein Stimmchen: „Eu'r Töchterlein lebt.“\\ 
-Sie stürzen hinzu, da sitzet das Kind\\ 
-Holdselig in Engelsgestalt,\\ 
-Ein Blumenkranz um das blonde Haar,\\ 
-Das lockig sein Antlitz umwallt.\\ 
- 
-Und Blumen hält die linke Hand,\\ 
-Die recht einen grünen Zweig.\\ 
-„Gefunden, gefunden mein trautes Kind,\\ 
-Ich Arme, ich bin wieder reich.“\\ 
-„Wo bist du gewesen, wer hat dich genährt?“\\ 
-Ruft die Mutter tief gerührt. \\ 
-„Lieb' Mutter ist stets gewesen bei mir,\\ 
-Lieb' Mutter hat mich geführt.“\\ 
- 
-„Es hat lieb Mutter getragen ein Licht,\\ 
-Ein Hündlein lief dabei,\\ 
-Das Hündlein war so weiß wie Schnee,\\ 
-Es war so freundlich und treu.“\\ 
-„Das war die Mutter Gottes, mein Kind,\\ 
-Sie hat dich vom Tode befreit\\ 
-In Eberhardsklaus' hab ich zu ihr geweint,\\ 
-Sie wandt in Freude mein Leid.“\\ 
-„Kommt, danket mit mir in Eberhardsklaus!“\\ 
-Sie gehen und opfern den Kranz,\\ 
-Die Blumen, das Zweiglein, und [[typ:wunder|Wunder]]! die blühen\\ 
-Noch stets und in ewigem Glanz.\\ 
- 
-<note>[[sagen:das_maegdlein_aus_wambach|Hier]] berichtet der Prior Matthias Biedburg in seinem Büchlein von diesem Wunder.</note> 
- 
-//Quelle: J.H.Schmitz, Sagen des Eifellandes, 1. Band, Trier 1847// 
-{{tag>sagen sagendeseifellandes eifel jhschmitz ballade jungfraumaria pater wunder moseleifel klausen}} 
sagen/die_eberhardsklause.1594214968.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)