sagen:die_christmesse_in_der_wildemaenner_kirche_ey
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| - | Eine Frau daselbst, eine fromme und gute Christin, hatte sich am Heiligen Abend vorgenommen, | + | Eine Frau daselbst, eine fromme und gute Christin, hatte sich am Heiligen Abend vorgenommen, |
| Da wachte sie denn mitten in der Nacht auf, meinte, es sei schon gegen drei, denn eine Uhr hatte sie noch nicht gehabt, und Uhren hatte es überhaupt damals noch wenig gegeben. Sie stand also auf, zog sich an und ging zur Kirche. Doch wunderte sie sich so vor sich hin, dass noch nicht mehr Leute auf Beinen waren, die auch zu der Kirche gingen. In ihrem Sinn dachte sie: Ist gut, bist du die Erste. | Da wachte sie denn mitten in der Nacht auf, meinte, es sei schon gegen drei, denn eine Uhr hatte sie noch nicht gehabt, und Uhren hatte es überhaupt damals noch wenig gegeben. Sie stand also auf, zog sich an und ging zur Kirche. Doch wunderte sie sich so vor sich hin, dass noch nicht mehr Leute auf Beinen waren, die auch zu der Kirche gingen. In ihrem Sinn dachte sie: Ist gut, bist du die Erste. | ||
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| Als sie auf den Kirchhof kam, sah sie die Kirche hell erleuchtet. Es war aber noch alles totenstill darin und davor. Sie ging hinein, die Kirche war leer, kein Mensch darin zu hören noch zu sehen. Da schlug es elf, und als es ausgeschlagen hatte, begann das Festgeläute so feierlich, so schön in die Nacht hinein zu tönen, dass der Frau dabei schon die Augen übergingen. | Als sie auf den Kirchhof kam, sah sie die Kirche hell erleuchtet. Es war aber noch alles totenstill darin und davor. Sie ging hinein, die Kirche war leer, kein Mensch darin zu hören noch zu sehen. Da schlug es elf, und als es ausgeschlagen hatte, begann das Festgeläute so feierlich, so schön in die Nacht hinein zu tönen, dass der Frau dabei schon die Augen übergingen. | ||
| - | Dann strömen die Leute herein, aber nicht die, welche damals noch gelebt haben, sondern alle solche, die schon lang tot gewesen sind und im [[typ:grab|Grabe]] geruht haben, die aber alle die Frau gekannt hat; also Leute aus Gräbern füllen die Priechen, die Stühle, und die Anverwandten der Frau setzen sich rechts und links neben sie. | + | Dann strömen die Leute herein, aber nicht die, welche damals noch gelebt haben, sondern alle solche, die schon lang tot gewesen sind und im Grabe geruht haben, die aber alle die Frau gekannt hat; also Leute aus Gräbern füllen die Priechen, die Stühle, und die Anverwandten der Frau setzen sich rechts und links neben sie. |
| - | Nachdem ausgeläutet worden war, begann der Gesang, ein ernster, feierlicher Totengesang mit Orgelbegleitung, | + | Nachdem ausgeläutet worden war, begann der Gesang, ein ernster, feierlicher Totengesang mit Orgelbegleitung, |
| Da war alles verschwunden, | Da war alles verschwunden, | ||
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