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sagen:deutschemaerchenundsagen404

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 In den ersten Tagen, wo er in dem Kloster wohnte, hörten und sahen sie häufig Spukereien, und das nahm immer mehr und mehr zu. Oft vernahmen sie, besonders bei der Nacht, auf allen Zimmern ein groß Gerausch, wie wenn viele Menschen daselbst rundgegangen oder gelaufen wären, hörten auch dazwischen klärlich rufen: "Mord! Mord! Mord!" Häufig sahen sie Tempelherren den Kopf durch die Speicherfenster stecken. Es ist auch geschehen, daß, als einmal eine der Kühe ein Kalb geworfen hatte, dies Kalb zur selben Stunde aus dem Stalle lief und gleich einem Affen auf einen hohen Eichbaum kletterte, wo es in der Krone sitzen blieb; man hat es nur mit großer Mühe wieder herabholen können.  In den ersten Tagen, wo er in dem Kloster wohnte, hörten und sahen sie häufig Spukereien, und das nahm immer mehr und mehr zu. Oft vernahmen sie, besonders bei der Nacht, auf allen Zimmern ein groß Gerausch, wie wenn viele Menschen daselbst rundgegangen oder gelaufen wären, hörten auch dazwischen klärlich rufen: "Mord! Mord! Mord!" Häufig sahen sie Tempelherren den Kopf durch die Speicherfenster stecken. Es ist auch geschehen, daß, als einmal eine der Kühe ein Kalb geworfen hatte, dies Kalb zur selben Stunde aus dem Stalle lief und gleich einem Affen auf einen hohen Eichbaum kletterte, wo es in der Krone sitzen blieb; man hat es nur mit großer Mühe wieder herabholen können. 
  
-Wenn man in der Kuche Mehlbrei machte, dann wurde meistens von unsichtbarer Hand ein Templerschuh((Große Schuhe, an den Zehen breit, platt und mit hohen Absagen.)) mit solcher Gewalt hineingeworfen, daß der Brei allen Herumstehenden oder Sitzen den in das Gesicht flog. Ein andermal wollte die Bauerin Waffeln backen, aber der Teig gohr so stark, daß er drohte über den Rand des Mengbacks zu laufen, und als sie davon in andere Kessel und Töpfe ausschöpfte, stieg er in all diesen gleichfalls bis zum Rande und als alles Geschirr voll war, da gohr er so lange, bis er alle auf der Erde lag. Oft wenn die Magd die Kuh melkte, wurde das arme Thier plötzlich auf den Rücken geworfen und aus den vier Eutern sprang die Milch empor wie aus vier Springbrunnen. +Wenn man in der Küche Mehlbrei machte, dann wurde meistens von unsichtbarer Hand ein Templerschuh((Große Schuhe, an den Zehen breit, platt und mit hohen Absagen.)) mit solcher Gewalt hineingeworfen, daß der Brei allen Herumstehenden oder Sitzen den in das Gesicht flog. Ein andermal wollte die Bauerin Waffeln backen, aber der Teig gohr so stark, daß er drohte über den Rand des Mengbacks zu laufen, und als sie davon in andere Kessel und Töpfe ausschöpfte, stieg er in all diesen gleichfalls bis zum Rande und als alles Geschirr voll war, da gohr er so lange, bis er alle auf der Erde lag. Oft wenn die Magd die Kuh melkte, wurde das arme Thier plötzlich auf den Rücken geworfen und aus den vier Eutern sprang die Milch empor wie aus vier Springbrunnen. 
  
 Einmal wurde das Kuhmädchen selbst von unsichtbarer Hand rittlings auf den Rücken der Kuh gesetzt, die alsdann wie toll zwanzig bis dreißig Mal also rund rannte auf der Weide, schneller als das schnellste Postpferd und zuletzt das Mädchen abschüttelte. Der Schäfer kam eines Morgens in den Stall, aber da war kein Schaf zu sehen; da hörte er sie draußen schreien, trat vor die Thure und siehe, all die Schafe saßen rittlings auf dem First des Daches, von wo sie nur mit großer Mühe wieder herabgeholt werden konnten. Einmal wurde das Kuhmädchen selbst von unsichtbarer Hand rittlings auf den Rücken der Kuh gesetzt, die alsdann wie toll zwanzig bis dreißig Mal also rund rannte auf der Weide, schneller als das schnellste Postpferd und zuletzt das Mädchen abschüttelte. Der Schäfer kam eines Morgens in den Stall, aber da war kein Schaf zu sehen; da hörte er sie draußen schreien, trat vor die Thure und siehe, all die Schafe saßen rittlings auf dem First des Daches, von wo sie nur mit großer Mühe wieder herabgeholt werden konnten.
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 Da es auf die Weise kein Mensch in dem Kloster aushalten konnte, war man endlich wol genöthigt, es abzubrechen. Nachdem hat man von keinen Spukereien auf der Stelle mehr gehört. Da es auf die Weise kein Mensch in dem Kloster aushalten konnte, war man endlich wol genöthigt, es abzubrechen. Nachdem hat man von keinen Spukereien auf der Stelle mehr gehört.
  
-//Quellen:// +//Quelle: [[autor:johanneswilhelmwolf|Johannes Wilhelm Wolf]], [[buch:deutschemaerchenundsagen|Deutsche Märchen und Sagen]], Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845//
-  * //[[autor:johanneswilhelmwolf|Johannes Wilhelm Wolf]], [[buch:deutschemaerchenundsagen|Deutsche Märchen und Sagen]], Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845//+
  
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-{{tag>sagen johanneswilhelmwolf deutschemaerchenundsagen ypern templer v0}}+{{tag>sagen johanneswilhelmwolf deutschemaerchenundsagen 1320 ypern tempelritter spuk poltergeist kalb schaf v1}}
  
  
sagen/deutschemaerchenundsagen404.1737455745.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)