sagen:deutschemaerchenundsagen404
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| + | ====== Spuk im Kloster der Tempelherren zu Ypern ====== | ||
| + | Beschryving der stad Ypern. Ms. | ||
| - | //Quellen:// | + | Im Jahre 1320 am achten des Blüthemonates begann man zu Ypern mit dem Abbruche der Kirche und des Klosters der ehemaligen Tempelherren, |
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| + | In den ersten Tagen, wo er in dem Kloster wohnte, hörten und sahen sie häufig Spukereien, und das nahm immer mehr und mehr zu. Oft vernahmen sie, besonders bei der Nacht, auf allen Zimmern ein groß Gerausch, wie wenn viele Menschen daselbst rundgegangen oder gelaufen wären, hörten auch dazwischen klärlich rufen: "Mord! Mord! Mord!" Häufig sahen sie Tempelherren den Kopf durch die Speicherfenster stecken. Es ist auch geschehen, daß, als einmal eine der Kühe ein Kalb geworfen hatte, dies Kalb zur selben Stunde aus dem Stalle lief und gleich einem Affen auf einen hohen Eichbaum kletterte, wo es in der Krone sitzen blieb; man hat es nur mit großer Mühe wieder herabholen können. | ||
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| + | Wenn man in der Küche Mehlbrei machte, dann wurde meistens von unsichtbarer Hand ein Templerschuh((Große Schuhe, an den Zehen breit, platt und mit hohen Absagen.)) mit solcher Gewalt hineingeworfen, | ||
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| + | Einmal wurde das Kuhmädchen selbst von unsichtbarer Hand rittlings auf den Rücken der Kuh gesetzt, die alsdann wie toll zwanzig bis dreißig Mal also rund rannte auf der Weide, schneller als das schnellste Postpferd und zuletzt das Mädchen abschüttelte. Der Schäfer kam eines Morgens in den Stall, aber da war kein Schaf zu sehen; da hörte er sie draußen schreien, trat vor die Thure und siehe, all die Schafe saßen rittlings auf dem First des Daches, von wo sie nur mit großer Mühe wieder herabgeholt werden konnten. | ||
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| + | Nicht selten hörte man Nachts alle Thüren des Hauses mit solcher Gewalt auf und zuschlagen, daß das ganze Gebäude erbebte. Im Sommer wurden häufig die Aepfel und Birnen alle von den Bäumen gerissen und damit die Fenster eingeworfen, | ||
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| + | Da es auf die Weise kein Mensch in dem Kloster aushalten konnte, war man endlich wol genöthigt, es abzubrechen. Nachdem hat man von keinen Spukereien auf der Stelle mehr gehört. | ||
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