Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:deutschemaerchenundsagen351

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
sagen:deutschemaerchenundsagen351 [2025/01/16 17:19] ewuschsagen:deutschemaerchenundsagen351 [2025/01/30 17:47] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 3: Zeile 3:
 [[sagen:deutschemaerchenundsagen352|nächste Sage >>>]] [[sagen:deutschemaerchenundsagen352|nächste Sage >>>]]
  
-====== Schlange und Kröte ======+====== Der Holzhacker und die drei Katzen ======
  
-    Mündlich+    Sprengers Malleus II. qu. 1 c. 9.
  
-In einem alten Hause zu Gent wohnten ein paar bejahrte Leutchendie konnten kein Essen in ihrem Brotschranke über Nacht verwahrenDas klagten sie einst ihrem Schwiegersohne und der sprach, er wolle es schon machen In der folgenden Nacht versteckte er sich unter den Tisch und da sah er denn, wie um Mitternacht ein Schlanglein unter den Boden herauskroch und nach dem Schranke schlichGleich darauf kam eine Krote aus einem andern Loche und die machte sich gleichfalls nach dem Schranke zu. Als das Schlänglein an das Schloß rührte, sprang dies auf und die beiden Thiere theilten sich in den Vorrath von Essenden sie fandenDer Schwiegersohn nahm aber still einen Hammer und schlug sie auf die Köpfe, daß sie todt bliebenSeitdem konnten die Alten ruhig ihr Essen in den Schrank stellen.+In der Gegend von [[geo:strassburg|Strasburg]] liegt ein Städtchen, dessen Namen wir nicht nennen wollen. Darin war einmal ein Werkmann beschäftigt, in seinem Hause Brennholz zu schneiden, als ihm plötzlich eine Katze auf den Leib sprang und ihm auf alle mögliche Weise lästig wurdeAls er, deß müde, sie endlich von sich wegjagte, da kam noch eine zweite zu der erstenund als er nun die zwei wegtreiben wollte, da kam gar noch eine dritte und alle sprangen ihm ins Gesicht und kratzten und bissen ihn an den Beinen. Nie hatte der Mann eine großere Angst ausgestanden; doch faßte er sich, machte schnell ein Kreuz und als die Katzen ihm dann noch nach dem Gesicht und der Kehle sprangen, packte er ein Stück Holz und schlug auf sie los; die eine traf er am Kopf, die andre an den Beinen, die dritte auf dem Rücken, so daß sie flüchteten und nicht wiederkehrten.  
 + 
 +Er ging wieder an seine Arbeit und setzte die noch eine Stunde lang fort; da drangen auf einmal zwei Gerichtsdiener in sein Haus, faßten ihn und führten ihn vor den Richter. Der schaute ihn lange und starren Blickes an, wollte kein Wort der Vertheidigung hören und befahl, ihn in einen tiefen Thurm zu werfen. Da saß nun der arme Holzhacker, heulte und schrie, was er denn gethan habedaß es den Wächtern selbst leid that und die den Richter angingen, dem Manne doch Gehör zu gebenDer Richter aber erzürnte ob der Bitte, sprach, wie es möglich wäre, daß ein so arger [[wesen:Zauberer]] noch nicht zur Erkenntniß seiner Verbrechen kommen wolle und sich noch unschuldig nennen könnte, da doch Alles offenbar gegen ihn sprache. Endlich wurde der Richter durch anderer Raths herren Zusprechen bewogen, dem Manne Gehör zu geben. Als man ihn nun aus dem Kerker und in den Gerichtssaal brachteda fiel er auf beide Knie nieder und bat mit Thränen, man möge ihm doch sagen, warum er gefangen genommen worden, denn er wisse sich keines Verbrechens schuldigDa brach der Richter los und sprach: Du scheußlichster aller Verbrecher, du willst noch nicht bekennen? Hast du nicht an dem Tage und zu der Stunde drei der vornehmsten Frauen der Stadt so mit Schlägen zugerichtet, daß sie sich bis heute nicht rühren noch regen können?"  
 + 
 +Da dachte der Holzhacker nach über die Sache und antwortete: "Ich habe mein Lebetage keiner Frau etwas zu Leide gethan, noch eine geschlagen, kann auch durch Zeugen beweisen, daß ich an dem Tage und zu der Stunde mit Holzschneiden beschäftigt gewesenHaben doch eure Diener mich eine Stunde drauf noch an derselben Arbeit gefunden." Da wurde der Richter noch zorniger und schrie: "Da seht, wie er seine Schandthaten bemänteln will, und die drei Frauen liegen auch krank von seinen Schlägen zu Bette." - "Ja, ich habe wol gewisse Geschöpfe zu jener Stunde geschlagen," sprach der Holzhacker darauf, das waren aber keine Frauen." Darob standen Alle, die im Saale waren, stumm und fragten, was das denn für Geschöpfe gewesen wären? "Drei Katzen waren es," sprach der Mann und erzählte alles, wie es geschehen war. Da gab man dem Manne gute Worte, er möge doch von der Sache nicht weiter sprechen und Keinem davon sagen und ließ ihn frei und ungehindert seiner Wege gehen.
  
 //Quellen:// //Quellen://
Zeile 13: Zeile 17:
  
 ---- ----
-{{tag>sagen johanneswilhelmwolf deutschemaerchenundsagen gent v0}}+{{tag>sagen johanneswilhelmwolf deutschemaerchenundsagen katzen richter strassburg holzhauer unschuld kerker v2}}
  
  
sagen/deutschemaerchenundsagen351.1737044387.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)