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sagen:deutschemaerchenundsagen131

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-====== 131. Spukgeist im Kloster Wertet ======+====== Spukgeist im Kloster Wertet ======
  
 Eine arme Frau hatte einmal während der Fasten im Kloster Wertet, welches in der Grafschaft Horn gelegen ist, ein Maß Salz von ungefähr drei Pfund geliehen und ein wenig vor Ostern selbst sechs Pfund dafür wiedergebracht, aber es schien damit nicht ganz seine Richtigkeit zu haben. Von dem Augenblick an nämlich fanden die Nonnen in ihren Schlafkammern eine Menge kleiner weißer Kügelchen, Erbsen nicht ungleich und salzig von Geschmack. Sie aßen aber nicht davon, denn niemand wusste, was das wäre, oder woher sie gekommen waren. Nicht lange nachher hörte man ein Gejammer wie eines Kranken; in der Nacht auch eine Stimme der oder jener Nonnen, welche andere ermahnten, aufzustehen, um einer kranken Schwester zur Hand zu sein. Wenn sie das aber taten und hinzuliefen, fanden sie sich betrogen. Wollten sie ihr Wasser machen, dann wurde ihnen plötzlich das Geschirr entrückt, sodass sie ihre Betten durchnässten. Einige wurden mit den Beinen aus dem Bett gerissen und über den Boden geschleift oder so unter den Füßen gekitzelt, dass sie vor Lachen in Ohnmacht fielen. Anderen ging es ärger, denn es wurden ihnen gar Stücke Fleisch aus dem Leib gekniffen, die Arme umgedreht oder der Hals so gekehrt, dass ihnen das Gesicht auf dem Rücken stand. Weder Brot noch andere Speisen konnten sie zu sich nehmen, waren dabei noch mit dauerndem Erbrechen geplagt. Selbst lebensgefährlich wurde der Spukgeist, denn nicht selten hob er die Nonnen auf Mannslänge von der Erde und ließ sie von da niederstürzen. Eine arme Frau hatte einmal während der Fasten im Kloster Wertet, welches in der Grafschaft Horn gelegen ist, ein Maß Salz von ungefähr drei Pfund geliehen und ein wenig vor Ostern selbst sechs Pfund dafür wiedergebracht, aber es schien damit nicht ganz seine Richtigkeit zu haben. Von dem Augenblick an nämlich fanden die Nonnen in ihren Schlafkammern eine Menge kleiner weißer Kügelchen, Erbsen nicht ungleich und salzig von Geschmack. Sie aßen aber nicht davon, denn niemand wusste, was das wäre, oder woher sie gekommen waren. Nicht lange nachher hörte man ein Gejammer wie eines Kranken; in der Nacht auch eine Stimme der oder jener Nonnen, welche andere ermahnten, aufzustehen, um einer kranken Schwester zur Hand zu sein. Wenn sie das aber taten und hinzuliefen, fanden sie sich betrogen. Wollten sie ihr Wasser machen, dann wurde ihnen plötzlich das Geschirr entrückt, sodass sie ihre Betten durchnässten. Einige wurden mit den Beinen aus dem Bett gerissen und über den Boden geschleift oder so unter den Füßen gekitzelt, dass sie vor Lachen in Ohnmacht fielen. Anderen ging es ärger, denn es wurden ihnen gar Stücke Fleisch aus dem Leib gekniffen, die Arme umgedreht oder der Hals so gekehrt, dass ihnen das Gesicht auf dem Rücken stand. Weder Brot noch andere Speisen konnten sie zu sich nehmen, waren dabei noch mit dauerndem Erbrechen geplagt. Selbst lebensgefährlich wurde der Spukgeist, denn nicht selten hob er die Nonnen auf Mannslänge von der Erde und ließ sie von da niederstürzen.
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