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sagen:deutschemaerchenundsagen117

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-====== Klaren Mondschein trinken ======+====== Ein Selbstmörder kehrt wieder ======
  
-Zu Kortryk lebte vor längerer Zeit ein gar kühner und wackerer Mann, den man aber nicht anders in der Stadt nannte als Herrn Klare Mane (klarer Mond). Diesen Beinamen hatte er von folgendem Vorfalle erhalten. Er schlief in einer Nacht auf seinem Söllerals er plötzlich ein sonderbares Geräusch und eine Menge der verschiedenartigsten Frauenstimmen über sich hörteDa das Dach mehrere gläserne Pfannen hattetrat er zu einer derselben und sah zu seiner großen Verwunderung eine zahlreiche Gesellschaft von Frauen darauf sitzen, welche tranken und dazu sangen:+Es geschah im Jahre 1591 auf einen Freitag, und zwar am 20Septemberdass sich ein Schuhmacher in einer bekannten Stadt Schlesiens die Gurgel durchschnitt.
  
-Wir trinken allhier den süßen Wein,\\ +Weil das nun eine große Schande für die Familie gegeben hättewenn es ausgekommen wäretat die Witwe alles Möglicheum die Sache geheim zu halten: Sie sagte nur ihren Schwestern davon und die Leiche wurde so sorgfältig mit Tüchern verbunden und bewickelt, dass kein Mensch etwas merkte und ein jeder glaubte, der Schuster sei am Schlage gestorbenMan läutete auch die Glocken in der Kirche und hielt dem Toten ein ganz prächtiges Begräbnis. Viele trauerten dabei um ihndenn er hatte sich stets als ein redlicher und guter Bürger betragen und die Liebe der ganzen Stadt sich zu erwerben gewusst. Das dauerte ungefähr sechs Wochen; da verbreitete sich plötzlich überall das Gerüchtder Schuster habe selbst seinem Leben ein Ende gemacht. Die Witwe hielt sich jedoch fest bei dem Gegenteil und klagte selbst beim Senat der Stadt gegen mehrere, die davon erzählt hatten. Währenddessen erschien mit einem Mal ein Gespenst, dem Toten in allem ganz ähnlich, und das zeigte sich nicht nur nachts, sondern selbst am hellen Mittag. Zumeist begann es aber seinen Spuk beim Einbruch der Abenddämmerung. In dem Augenblick war nun niemand in der Stadt mehr ruhig. Jeder schaute besorgt umher, ob er den Geist nicht sehe. Am meisten waren die Arbeitsleute geplagt, die vom Tagwerk müde nach Ruhe verlangten. Bisweilen sahen sie das Gespenst nur an der Tür stehendoft aber warf es sich auf die Betten und drückte die Schlummernden so, dass sie keinen Atem schöpfen und noch weniger schreien konnten und am Morgen blaue und blutige Male hattenSehr viele wagten sich nicht mehr auf ihre Schlafkammernsondern hielten sich zusammen und verbrachten die Nacht in den Wohn- und Speisestuben; doch half dies selbst nicht immer, denn der Geist kam auch da zu ihnen und ließ ihnen keine RuheAcht Monate lang währte diese Qual. Als nun immer neue Klagen darüber an den Senat kamen, da ließ dieser endlich am 18. April des Jahres 1592 um ein Uhr nachts das Grab öffnenMan fand zu allgemeiner Verwunderung die Leiche noch unversehrt und die Halswunde frischrot. Bis zum 24. April blieb die Leiche ausgestellt, sodass jedermann sie anschauen konnte. es war großer Zulauf von Volk. Da verordnete der Senatdass die Leiche zum anderen Mal, und zwar auf dem Schandplatz, begraben würde, doch das half nichts und der Geist trieb sein Wesen, wie vorher, sodass man sich genötigt sah, die Leiche nochmals ausgraben zu lassen. Man schnitt nun das Haupt und die übrigen Glieder ab, warf den Rumpf auf einen Holzstoß und verbrannte ihn. Die Asche aber füllte man in Säcke und streute sie in den Fluss. Seitdem war es ruhig und der Spuk zeigte sich nicht weiter.
-Burgunderwein,\\ +
-Champagnerwein,\\ +
-wir trinken den klaren Mondenschein.\\ +
- +
-»Ei«dachte sich der Mann»was hat das Volk auf meinem Dach zu tun?« Er hob eine von den Glaspfannen und rief heraus: »Wartet nur ein Weilchen nochihr PackIch will euch dann schon lehrenmich im Schlaf zu stören.« Mit den Worten eilte er zurück und in eine Ecke des Söllers, wo ein dicker Knüppel standAls er aber mit demselben wieder zu der Glaspfanne kam, war alles verschwunden.+
  
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