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sagen:deutschemaerchenundsagen111

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-====== Hänschen Zimmermann und die Katzen ======+====== Korn verwandelt ======
  
-Auf der Brüsslerstraße zu Dendermonde liegt ein Hauswelches Zur Sonne heißtDarin befand sich in früheren Zeiten eine Brauereiworin Hänschen Zimmermann als Knecht diente. Das erste, zweite und dritte Gebräu misslang und das konnte Hänschen nicht begreifen, denn er verstand sein Handwerk so gut wie der Beste. Nun hatte Hänschen bemerkt, dass jedes Mal, wenn er am Brauen war, eine Katze rund um den Kessel liefUnd die beschloss er nun einmal ins Auge zu fassen. Er begann also sein viertes Gebräu. Kaum kochte das Bierals die Katze wieder in die Brauerei kam und miauend um den Kessel strichHänschen merkte alsbald, dass es eine Hexe war, ging zu ihr und fragte: »Woher kommst du, Kätzchen?«+Es war ein Bischof grauen Ordens von Zitelgar ein guter heiliger MannZu dem kam einmal ein gar reicher Mann, der bat ihn, dass er seine Beichte hören mögeDas tat der Bischof und er vernahmdass der Mann viel unrechtmäßigen Gutes hatte.
  
-»Miau«, antwortete dieses und lief wegdoch kam es einige Augenblicke danach zurück und hatte mehr denn ein Dutzend andere Katzen bei sichDie fassten sich alle Pfote an Pfote und begannen einen Tanz um den Kesselwobei sie unaufhörlich sangen:+Da sprach der Bischof zu ihm: »Nun geh hin und gib einer armen Wittib deines Kornes zwei [[lex:Malter]] um Gottes willen.« Der Mann sprach: »Ja gerne«tat es auch, kam wieder und sagte zu dem Herrn: »Herr, was Ihr mir geheißen habt, das habe ich getan.« Er wähntedamit aller Sünde ledig zu sein. Da sprach der Bischof»Nun geh hin und kauf die zwei Malter wiederum von der Frau für deine Pfennige.«
  
-Hansken Temmerman vroeg aen my: +Das tat er auch, kam und sprach»Herrich habe das auch getan.«
-Katzevan waer komdegy?+
  
-(Hänschen Zimmermann fragte mich: »Kätzchenwoher kommst du?«+»Nundas ist gut«, sprach der Bischof, »dann tu noch eins und lege die zwei Malter in einen Kasten absonderlich und schließe den Kasten fest zu, sodass nichts weder herein- noch herauskommen kann.«
  
-Da wurde Hänschen bösefüllte still einen Eimer mit kochendem Bier und goss das über die Katzen hin.+Das tat er ebenfallskam wieder und sprach: »Herr, auch das habe ich getan.«
  
-»Miau! Miau!«schrien alle jämmerlich und verschwanden.+»Nundas ist gut, dann gehe bald hin und sieh, wie es um dein Almosen steht.«
  
-Das Gebräu aber glückteAm anderen Morgen jedoch sah man im Rochussträsschen fünf bis sechs Frauenderen Gesichter ganz schwarz verbrannt warentot auf der Straße liegen. Da blieb denn wohl kein Zweifel mehrwer die Katzen gewesen waren.+Der Mann ging und schloss den Kasten auf, fand aber kein Korn mehr darin, sondern nur Nattern und KrötenDie fuhren gräulich durcheinanderauch gegen ihnals ob sie ihn hätten fressen wollen. Da schlug er den Kasten zu, ging zum Bischof und sagte, was ihm widerfahren war. 
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 +Da sprach der Bischof: »Sieh, das ist dein Almosen. Wie meinst du nun, dass dir geschehe mit dem Gut, welches du mit Unrecht gewonnen hast?« 
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 +Er sprach: »Herr, gnadet und sagt mir, was ich denn tun muss.« 
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 +Da sprach der Bischof: »Willst du mir folgenich gebe dir einen Rat, und noch vor Morgen wirst du all deiner Sünden ledig sein.« 
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 +»Ja, Herr, gern. « 
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 +»So lege dich in jenen Kasten zu den Nattern und zu dem Gewürm, und ich will dir bürgen, dass du ebenso gesund wieder herauskommen wirst, wie du nun bist.« 
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 +»Nein, Herr, Ihr sahet nicht, wie sie zappelten und wie sie wispelten. Ich wollte immer eher in der Hölle sein.« 
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 +Er blieb auch aus Furcht ohne Buße und fuhr in die Hölle.
  
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sagen/deutschemaerchenundsagen111.1711058936.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)