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sagen:deutschemaerchenundsagen110

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-====== Dreikreuzmesser ======+====== Die Gereonkiste in Köln ======
  
-Bei dem Flecken Poucke wohnte ein begüterter Bauer. Dem wurde auf einmal seine Frau todkrank und sein Vieh begann auch zu siechen, die OchsenKühe und Pferde legten sich alle auf die Streu und wollten nicht mehr aufstehen. Vergebens zog der Mann die Ärzte zu Rate. Was die auch beginnen mochten, nichts half und das Übel wurde nur schlimmer und schlimmer.+Noch häufig erzählt man sich bis zum heutigen Tag (gegen 1240) die Geschichte eines Wucherers, der in der Kirche des heiligen Gereon zu Köln begraben liegt.
  
-Da sprach endlich einer der Knechte zu ihm: »Mit rechten Dingen kann das nicht zugehenlasst uns darum eine Nacht wachen und sehen, was im Hof vorgeht.« +Lange hatte derselbe reich und geizig in seinen Sünden gelebt. Endlich aber führte ihm die Gnade Gottes einen Priester zudem er beichtete und in seiner Zerknirschung versprachall seine Schätze und Güter den Armen zu gebenDer Priester gebot ihm daraufall das Geld in eine Kiste zu legendiese zu schließen und den folgenden Tag abzuwartenAls der Wucherer nun die Kiste wieder öffneteda fand er zu seinem größten Schrecken nicht mehr das Geld, wohl aber statt desselben Tausende von Kröten darinDa sprach der Priester: »Siehst du nunwie deine Almosen so gefällig vor Gott sind? Willst du aber dein Heil, dann entkleide dich und lege dich diese Nacht zu den Kröten.« Das versprach der Wucherer gern und der Priester blieb dabeibis er in der Kiste lagund schloss diese alsdann und ging weg. Am folgenden Morgen kehrte er zurückum dieselbe wieder aufzuschließen; aber da war von dem Wucherer nichts mehr zu sehen als die nacktennoch feuchten Knochen. Alles Fleisch hatten die Kröten weggefressenDa ließ der Priester die Kiste unter dem Portal der Kirche Sankt Gereon eingraben und seit der Zeit hat man dort keine Kröte mehr gesehen, denn keine konnte lebend die Schwelle des Portals überspringen.
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-Das fand der Bauer gut, und als alles andere Gesinde schlafen gingen, stellte er sich mit dem Knecht an ein Kammerfenster, um zu lauschen, ob sie nichts sahenBis Mitternacht blieb alles stilldann aber sahen sie, wie eine Menge von Katzeneine nach der anderen, unter dem Hoftor durchkrochen und vor der Stalltür einen Tanz begannen. +
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-»Da haben wir es ja«, sprach der Knecht. +
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-Der Bauer fasste einen Stuhl und wollte auf die Katzen los. +
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-Aber der Knecht hielt ihn zurückindem er sprach: »Nein, das wäre nicht klug; damit richten wir nichts aus. Lasst mich nur machen.« Mit den Worten nahm er ein Dreikreuzmesser und warf das mitten in den Katzenring hineinIm selben Augenblick waren alle verschwunden. Der Knecht ging alsdann zu der Stellewo sie getanzt hatten, und sah nach. Da fand er denn das Messer in einer blauen Schürze hängen. »Nun sind wir weit genug«sprach er dann und lächelte. »Morgen werdet ihr mehr sehen, Meister +
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-So geschah es denn auch. Am nächsten Tag gegen neun Uhr kam ein Weib an die Tür und fragte den Bauerob er keine blaue Schürze gefunden hätte. »Doch«antwortete er, »kommt nur herein, ich will sie holen.« +
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-Als das Weib aber herein war, da schloss er die Türgriff die Hexe beim Hals und fragte sie, ob sie nun unter seinen Händen sterben oder seine Frau und sein Vieh wieder entzaubern wolleDas Weib lamentierte, versprach alles und da ließ der Bauer sie wieder los. Das Vieh gesundete auch noch am selben Tag, die Frau aber kam nicht wieder auf. Mit der war es schon zu weit und sie starb nach ungefähr drei Wochen.+
  
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sagen/deutschemaerchenundsagen110.1711058901.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)