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sagen:deutschemaerchenundsagen109

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-====== Dukaten verloren ======+====== Feindschaft auch nach dem Tode ======
  
-Zu Tielt in Flandern lebte ein Bauerder war einmal ausgegangen, um Vieh zu verkaufenhatte es auch zu guten Preisen losgeschlagen und kam mit gut gefüllten Taschen zurück nach Hause. Unterwegs hatte er da und dort einmal angehalten und so war er nicht ganz nüchtern mehr, doch noch so gut bei Sinnen, dass er wusste, er habe außer seinem Silbergeld auch einen Dukaten in der TascheDen verwahrte er auch aufs Beste und sah oft nach, ob er ihn nicht verloren hätte. +Zwei Familien von Bauern im Kölner Bistum lebten in tödlicher Feindschaft. Sie hatten jede einen stolzen und übermütigen Bauer an der Spitze. Diese stifteten stets neue Feindseligkeiten und gaben Anlass zu immer erneuten Kämpfenhatten gar ihre Lust und Freude daran und wollten nie in Friedensunterhandlungen einwilligenEs geschah aber durch Fügung Gottes, dass diese beiden an einem Tag starbenDa sie in ein und derselben Pfarre wohnten, in Neukirchen nämlichso wurden sie in ein und demselben Grab beerdigt. Doch da sah man etwas Unerhörtes und ganz WunderbaresUnter den Augen aller Zuschauer nämlich wandten sich die beiden den Rücken zu und stießen dabei einander so mit den Köpfen und Füßen und mit den Rücken selbstals wären es zwei ungebändigte Füllen gewesenDa zog man den einen aus dem Grab und begrub ihn an einem anderen OrteDieser Streit aber war Ursachedass sich die beiden Familien aussöhnten.
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-Zu Hause hing er die Hose, in der das Geld steckte, an dem Bettpfosten auf, nachdem er sich vorher noch einmal überzeugt hatte, dass sein Dukaten nicht mangele. Des anderen Morgens war sein erster Gedanke an das Geld und den Dukaten besonders, aber wie er auch suchen mochte, der war verschwundenNiemand war in der Kammer gewesen als sein Sohn; somit fiel sein Verdacht auf diesen, doch der leugnete und spracher habe die Hose nicht angerührt. Wie er aber immer leugnen und was er auch sagen mochte, der Alte blieb dabei, er habe den Dukaten. Dessen müde, machte der Bursche sich gegen Abend auf, ging zu einem zwei Stunden entfernt wohnenden Zauberer, fragte den, ob er nicht wisse, wo seines Vaters Dukaten sei. +
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-»Diesen Abend kann ich Euch das nicht sagen«, antwortete der Zauberer, »aber kommt morgen früh wieder, dann will ich Euch schon darüber Rechenschaft geben.« Der Weg nach Hause und wieder zurück und noch einmal nach Hause schien dem Burschen doch zu mühsam. Darum gedachte er in der Nähe von der Wohnung des Zauberers zu bleibenum am anderen Morgen gleich bei der Hand zu sein, und legte sich in eine Scheune, die nahe beim Haus stand. Gegen Mitternacht öffnete sich das Tor der Scheune und der Zauberer trat ein, ein Laternchen in der einen und eine Weidenrute in der anderen Hand. Mit der Rute schlug er dreimal auf die Erde, indem er rief: »Minnekens hier! Minnekens hier! Minnekens hier!« +
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-In demselben Augenblick wimmelte es von Katzen um den Zauberer herum. +
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-»Kann mir keine von euch sagen, wo des Bauers M. Dukaten geblieben ist?«, fragte er dann. +
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-Doch die Katzen sprachen: »Nein, das können wir nicht sagen, es ist jemand nahebei.« +
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-»Ei, so brecht ihm den Hals,« sprach der Zauberer. +
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-Und die Katzen antworteten: »Ja, das täten wir, aber er hat sich gezeichnet. Der Bursche hatte nämlich ein Kreuz gemacht, ehe er sich in die Scheune zum Schlaf gelegt hat.« +
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-So konnten die Katzen ihm nichts anhaben, verschwanden und der Zauberer ging auch weg. Dass der Bursche nicht lange mehr in dem Stroh blieb, begreift sich leicht. Er lief gleich nachher, was er konnte, dem nahen Wald zu und erwartete da den Morgen. Als dieser eben dämmerte, klopfte er an des Zauberers Tür und fragte den Teufelskünstlerob er denn nun wisse, wo der Dukaten sei. +
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-»Jawohl«, sprach der Zauberer. »Es hat mir nicht wenig Mühe und Arbeit gekostet, aber ich kann es Euch doch sagenEuer Vater schläft im Stall und neben seinem Bett steht ein Tränktrog, woraus das Vieh säuft. Dahinein ist der Dukaten gefallen, als Euer Vater seine Hose am Bett aufhing. Sucht darin und Ihr werdet ihn finden.« Die Antwort hinterbrachte der Bursche alsbald seinem Vatersie suchten beide im Trog und der Dukaten lag in der Tat darin.+
  
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sagen/deutschemaerchenundsagen109.1711058869.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)