sagen:deutschemaerchenundsagen100
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| - | Dem Johannes Nider hat ein Erzbischof von Mainz folgende Geschichte | + | In Speier, der hochberühmten deutschen Stadt, sieht man ein wunderbares Marienbild, welches das Jesuskindlein auf dem Arm trägt. Zu diesem trat einmal ein Knäbchen, welches ein Stück Brot in der Hand trug. Davon brach das Kind ein Bröcklein und reichte es dem Jesuskind bittend hin, mit diesen Worten, deren sich die Kinder gewöhnlich |
| - | Ein edler deutscher Ritter, der, wie es nun einmal so ging, in ewigem Hader, Zwist und Fehde mit seinen Nachbarn lebte, ritt eines Nachts, begleitet von mehreren Knechten, in einen Wald nahe an dem Rhein. Ehe er das Ende desselben erreicht hatte, sandte er einen der Knechte voraus, um zu spähen, ob im Feld nichts Verdächtiges sei und nicht etwa ein Hinterhalt dort gelegt wäre. Da der Mond gar hell schien, so konnte der Knecht das leicht und gut. Als er aber am Rand des Waldes zwischen den Baumzweigen durch das Feld überschaute, da sah er, dass ein unendliches Reiterheer dasselbe in seiner ganzen Länge bedeckte und sich auf hohen Rossen langsam dem Wald näherte. Schnell lief er zu dem Ritter zurück und hinterbrachte ihm das. | + | Da neigte sich das Bild des Jesukindchens |
| - | Der sprach: »Lasst uns ein wenig warten, denn es ist wahrscheinlich, | + | Das hörte des Knäbchens Mutter. Sie zitterte |
| - | Nachdem sie nun ein wenig gezögert hatten, ritten sie getrost dem Waldende zu, fanden aber im Feld keine Spur mehr von dem Heer, einen einzigen Soldaten ausgenommen mit zwei Pferden, auf deren einem er saß, das andere an der Hand führend. | + | Dieser erkannte den Sinn jener Worte wohl und sprach: »Frau, habt Acht auf Euer Kind, denn es wird kaum noch drei Tage leben.« |
| - | Als der Ritter ihm näher kam, glaubte er ein bekanntes Gesicht zu erblicken | + | So geschah es auch. Das Knäbchen bekam ein Fieber |
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| - | Der Koch war nämlich einige Tage vorher gestorben und darum wunderte sich der Ritter so. Auf die Antwort »Ja, der bin ich, Herr«, fragte der Ritter weiter: »Was machst du denn hier und wer sind die, welche vor dir herzogen? | + | |
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| - | Darauf entgegnete der Tote: »Herr, die vorherzogen, | + | |
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| - | »Was tust du denn aber mit dem anderen Pferd, welches du ohne Reiter neben dir herführst? | + | |
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| - | Und der Koch antwortete: »Das steht zu euren Diensten, Herr, wenn Ihr mit uns zum Heiligen Land kommen wollt. Fürchtet Euch darum nicht, Übles wird Euch nicht widerfahren und ich gelobe Euch bei meinem Glauben als Christ, dass ich Euch unverletzt dahin und wieder zurück bringe, wenn ihr meinen Mahnungen Folge leistet.« | + | |
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| - | Darauf entgegnete der Ritter: »Ich habe viel Wunderbares in meinen Tagen erlebt, aber das ist doch dagegen alles nichts.« | + | |
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| - | Seine Knechte rieten ihm, die Fahrt nicht zu wagen und mit ihnen zurück nach Hause zu kehren; aber davon wollte er nichts wissen, sprang von seinem Pferd auf das Handpferd des Koches und war in einem Augenblick aus der Knechte Augen verschwunden. Am folgenden | + | |
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| - | Dann sprach der Geist: »Nun glaubt nimmer, dass das, was ihr gesehen, ein bloßer Traum war. Zwei seltene und köstliche Dinge will ich Euch nun geben und die bewahrt gut als Angedenken von mir.« Er gab ihm ein Salamandertischtuch und ein Messer in einer Scheide und fuhr fort: »Ist dies Erstere schmutzig, dann werft es ins Feuer und es wird rein; das Messer aber gebraucht mit Vorsicht, denn, wen ihr damit verwundet, der ist ein Kind des Todes.« | + | |
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| - | Mit den Worten verschwand der Geist. | + | |
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sagen/deutschemaerchenundsagen100.1711058496.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
