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sagen:deutschemaerchenundsagen094

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-====== Spukgeist im Kloster Wertet ======+====== Reissenstein ======
  
-Eine arme Frau hatte einmal während der Fasten im Kloster Wertet, welches in der Grafschaft Horn gelegen ist, ein Maß Salz von ungefähr drei Pfund geliehen und ein wenig vor Ostern selbst sechs Pfund dafür wiedergebracht, aber es schien damit nicht ganz seine Richtigkeit zu habenVon dem Augenblick an nämlich fanden die Nonnen in ihren Schlafkammern eine Menge kleiner weißer Kügelchen, Erbsen nicht ungleich und salzig von Geschmack. Sie aßen aber nicht davondenn niemand wusstewas das wäre, oder woher sie gekommen waren. Nicht lange nachher hörte man ein Gejammer wie eines Kranken; in der Nacht auch eine Stimme der oder jener Nonnen, welche andere ermahnten, aufzustehen, um einer kranken Schwester zur Hand zu seinWenn sie das aber taten und hinzuliefenfanden sie sich betrogen. Wollten sie ihr Wasser machendann wurde ihnen plötzlich das Geschirr entrückt, sodass sie ihre Betten durchnässten. Einige wurden mit den Beinen aus dem Bett gerissen und über den Boden geschleift oder so unter den Füßen gekitzelt, dass sie vor Lachen in Ohnmacht fielen. Anderen ging es ärger, denn es wurden ihnen gar Stücke Fleisch aus dem Leib gekniffendie Arme umgedreht oder der Hals so gekehrt, dass ihnen das Gesicht auf dem Rücken stand. Weder Brot noch andere Speisen konnten sie zu sich nehmen, waren dabei noch mit dauerndem Erbrechen geplagt. Selbst lebensgefährlich wurde der Spukgeist, denn nicht selten hob er die Nonnen auf Mannslänge von der Erde und ließ sie von da niederstürzen.+Auf dem Reissenstein oder Riesenstein wohnte ehedem ein gewaltiger RieseDer wollte sich eine Burg bauen und rief am Ende eine Anzahl Werkleute zusammendenen er befahloben auf dem Berg ein Schloss aufzurichtenAls das Werk fast vollendet war und nur der letzte Nagel am obersten Fenster noch fehltedie Werkleute aber zaghaft dastandenindem diese Arbeit eine gar gefährliche warda fasste der Riese plötzlich einen der Knechte beim Kragen und hielt ihn vor das Fenster.
  
-Einige Verwandte und Freunde der Nonnendreizehn an der Zahl, kamen in das Kloster, um die Schwestern in etwa zu erlustigen, doch kaum saßen sie an der Tafel nieder, als mehrere rückwärts auf die Erde gezogen wurden. Eine Nonne wurde in die Höhe gehoben, und wie sehr auch alle Anwesenden sie festhielten, aufgezogen und auf die Erde niedergeworfen, sodass sie wie tot dalag. Eine Weile später wachte sie auf, wie aus einem tiefen Schlaf und ohne alle Verletzung. Gleich darauf liefen einige auf den Knien herum, andere kletterten gleich Katzen auf die Bäume und ebenso gemächlich und schnell wieder herab. Während die Äbtissin eines Tages mit Frau Margaretha, Gräfin von Horn, sprach, kniff es sie so stark in die Hüftedass sie laut aufschrie. Man trug sie zu Bett, untersuchte die Stelle und fand, dass sie blau war.+»Daschlag den Nagel nur ein«, sprach er»meine Hand ist fest, zu fallen sorge nicht.«
  
-Solches dauerte drei volle JahreNachdem hat man es wahrscheinlich verschwiegenwenigstens hörte man nichts mehr davon.+Der Knecht fasste Mut und hämmerte keck drauf los, bis der Nagel fest saßDa nahm der Riese ihn wieder herein und sprach lächelnd: »Zwergleindas hast du gut gemacht.« 
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 +Wenn dieser Riese von einem Berge zum anderen wollte, so brauchte er nur einen einzigen Schritt zu tun. Noch wacht sein Geist in einer Höhle des Reissensteines über einem ungeheuren Schatz.
  
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