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sagen:deutschemaerchenundsagen082

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-====== Wie es mit der Seele des Landgrafen Ludwig erging ======+====== Nix zu Gent ======
  
-Landgraf Ludwig war ein überaus großer Tyrann. +Hinter dem alten Abteigebäude von Sankt Peter zu Gent liegt eine Brückeauf der sich ehedem häufig ein Nix sehen ließEr stand gewöhnlich mitten auf der Brücke und wartetebis jemand kam, der auf die andere Seite wollteSetzte der nun eben den Fuß auf die Brückedann warf sich der Nix ins WasserMitleidige Menschen meinten oftes sei jemand, der sich ersäufen wolle, und sprangen nachwurden dann aber vom Nix gepackt und unter Wasser gezogensodass sie jämmerlich ertrankenNur einer Frau wollte er wohl. Wenn er die aus der Ferne kommen sahlief er ihr entgegen und geleitete sie nach Hausetrug ihr auchwas sie zu tragen hatteund bewies sich auf alle Weise ihr gegenüber freundlich.
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-Als er im Sterben lag, sprach er zu seinen Freunden: »Wenn ich tot sein werde, dann zieht mir eine Zisterzienser-Mönchkutte annehmt Euch aber in Acht, dass Ihr es nicht eher tut!« +
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-Wie er gewollt hatte, so geschah esAls nun ein Ritter ihn in der Mönchkutte liegen sah, spottete dieser und sprach zu anderen Rittern: »Wahrlicher gleicht meinem Herrn in keiner TugendAls er noch Ritter war, da hatte er nicht seinesgleichen in ritterlichen Dingen, nun er Mönch geworden istfolgt er seinen Regeln so genauSeht nurwie er ein so tiefes Schweigen beobachteter spricht ja nicht ein einzig Wort.« +
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-Als Ludwigs Seele aber ihren Körper verlassen hatte, wurde sie dem Fürsten der Teufel übergeben. Der saß über einem tiefen Brunnenhielt einen Becher in der Hand und begrüßte den Landgrafen mit diesen Worten: »Willkommen sei unser viel geliebter Freund! Zeigt ihm doch unsere Speisekammernunsere Vorratskammern und unsere Kellerdann bringt ihn wieder hierher.« +
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-Da wurde Herr Ludwig an die Orte der Strafe geführtwo nichts war als Heulen, Weinen und Zähneknirschen. Als man ihn zurückbrachteredete der Höllenherr ihn an: »Nun trinkeFreundaus meinem Becher!« +
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-Der Landgraf sträubte sich, aber das half ihm nichts. Er musste trinken und zugleich schlugen ihm helle Schwefelflammen aus den Augen und der Nase. +
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-Danach sprach der Fürst der Teufel: »Nun musst du dir meinen Pütz einmal beschauen, dessen Tiefe bodenlos ist.« +
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-Da stürzte man ihn in den Brunnen und schloss den Deckel wieder darauf. Später hatte ein Geistlicher ihn in diesem Pütz gesehen.+
  
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