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sagen:deutschemaerchenundsagen080

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-====== Ein Selbstmörder kehrt wieder ======+====== Das Stroh des Nixes ======
  
-Es geschah im Jahre 1591 auf einen Freitagund zwar am 20. Septemberdass sich ein Schuhmacher in einer bekannten Stadt Schlesiens die Gurgel durchschnitt.+Zu Kappelneinem Städtchen im Strasburger Gebieterzählt man sich die folgende Geschichte:
  
-Weil das nun eine große Schande für die Familie gegeben hättewenn es ausgekommen wäre, tat die Witwe alles Mögliche, um die Sache geheim zu halten: Sie sagte nur ihren Schwestern davon und die Leiche wurde so sorgfältig mit Tüchern verbunden und bewickelt, dass kein Mensch etwas merkte und ein jeder glaubte, der Schuster sei am Schlage gestorben. Man läutete auch die Glocken in der Kirche und hielt dem Toten ein ganz prächtiges Begräbnis. Viele trauerten dabei um ihndenn er hatte sich stets als ein redlicher und guter Bürger betragen und die Liebe der ganzen Stadt sich zu erwerben gewusst. Das dauerte ungefähr sechs Wochen; da verbreitete sich plötzlich überall das Gerücht, der Schuster habe selbst seinem Leben ein Ende gemacht. Die Witwe hielt sich jedoch fest bei dem Gegenteil und klagte selbst beim Senat der Stadt gegen mehrere, die davon erzählt hatten. Währenddessen erschien mit einem Mal ein Gespenst, dem Toten in allem ganz ähnlich, und das zeigte sich nicht nur nachtssondern selbst am hellen Mittag. Zumeist begann es aber seinen Spuk beim Einbruch der Abenddämmerung. In dem Augenblick war nun niemand in der Stadt mehr ruhig. Jeder schaute besorgt umherob er den Geist nicht sehe. Am meisten waren die Arbeitsleute geplagt, die vom Tagwerk müde nach Ruhe verlangten. Bisweilen sahen sie das Gespenst nur an der Tür stehend, oft aber warf es sich auf die Betten und drückte die Schlummernden so, dass sie keinen Atem schöpfen und noch weniger schreien konnten und am Morgen blaue und blutige Male hattenSehr viele wagten sich nicht mehr auf ihre Schlafkammernsondern hielten sich zusammen und verbrachten die Nacht in den Wohn- und Speisestuben; doch half dies selbst nicht immerdenn der Geist kam auch da zu ihnen und ließ ihnen keine Ruhe. Acht Monate lang währte diese Qual. Als nun immer neue Klagen darüber an den Senat kamenda ließ dieser endlich am 18. April des Jahres 1592 um ein Uhr nachts das Grab öffnen. Man fand zu allgemeiner Verwunderung die Leiche noch unversehrt und die Halswunde frischrot. Bis zum 24April blieb die Leiche ausgestelltsodass jedermann sie anschauen konnte. es war großer Zulauf von Volk. Da verordnete der Senatdass die Leiche zum anderen Mal, und zwar auf dem Schandplatz, begraben würde, doch das half nichts und der Geist trieb sein Wesenwie vorhersodass man sich genötigt sah, die Leiche nochmals ausgraben zu lassenMan schnitt nun das Haupt und die übrigen Glieder abwarf den Rumpf auf einen Holzstoß und verbrannte ihn. Die Asche aber füllte man in Säcke und streute sie in den Fluss. Seitdem war es ruhig und der Spuk zeigte sich nicht weiter.+Es wohnte einmal eine Wehmutter in der Stadt, zu der kam der Wassermann und bat sieseiner Frau in Kindesnöten beizustehen. Die Wehmutter wollte jedoch nicht vor großer Furcht, aber der Nix bat so langeso flehentlich und gelobte ihr so teuer, dass ihr kein Leides geschehen solle, bis sie endlich mit ihm gingAls sie ans Wasser kamenschlug der Nix mit einer Rute darauf. Es teilte sich zur Stunde und beide stiegen eine Wendeltreppe nieder und kamen in eine Kammerwo eine Wasserfrau auf einem kostbaren Bett in Kindesnöten lag. Als die Wehmutter ihre Pflicht getan hatteführte der Nix sie dieselbe Wendeltreppe wieder hinauf und gab ihr oben zum Lohn für ihre Mühe ein Büschlein StrohDas wollte die Frau zuerst nicht annehmendenn sie dachte Lohn genug zu habendas sie wieder wohlbehalten auf festem Boden stand, doch nahm sie es endlich und ging ihres Weges, warf es aber auf der Straße weg. Als sie jedoch zu Hause ankamda fand sie ein Hälmlein des Stroheswelches an ihrem Kleid hängen geblieben warAls sie das näher beschautewar es pures Gold. 
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 +Die Leute erzählen auch, dass ein Ritter seine entführte Frau in 77 Seen gesucht und sie endlich in demselben See gefunden habe, wo die Wehmutter gewesen war. Die Frau bezeugte oft, dass in keinem See, selbst in dem der Venus, so schöne Gewölbe wären, wie in diesem.
  
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