sagen:deutschemaerchenundsagen079
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| - | In Herzogenbusch lebte vor langer Zeit ein Junker, der weder Gott noch Gebot kannte und ein höchst sündig Leben führte. Dieser stritt eines Abends | + | In dieser Straße wohnte ehedem eine Wahrsagerin, die im Ruf stand, mit dem Necker umzugehen. Den schwangeren Frauen sagte sie voraus, ob sie eines Knäbleins oder eines Mägdeleins genesen, nannte ihnen auch den Ort, wo sie gebären würden. Wenn ein junges Paar heiratete, sagte sie ihnen für Geld, ob die Braut Kinder bekäme oder nicht und wie viel sie bekommen solle. Wenn die Frauen sie oft fragten, wo ihre Trunkenbolde von Männern saßen, nannte sie ihnen die Schenke, wo dieselben eben tranken. Ehe sie eine Wahrsagung aussprach, beschwor sie den Necker stets mit diesen Worten: |
| - | Da stieß er mit dem Fuß zufällig an einen Schädel und rief laut auf: »Haha, das ist schön! Du sollst noch leben! Komm doch heute noch zu mir, mein Abendbrot zu teilen, wenn du denn noch Leben in dir hast.« Er lachte und ging seines Weges weiter. | + | Kom Nenker,\\ |
| + | myn becker,\\ | ||
| + | myn wecker,\\ | ||
| + | myn lotetrecker, | ||
| + | myn g’heim ontdecker, | ||
| + | en toon van baeg,\\ | ||
| + | wat dat ik n Necker vraeg.((Darum nannte man zuletzt die Straße Neckerstraße.))\\ | ||
| - | Zu Hause bestellte er sich sein Essen auf die Kammer | + | Dann drehte sie sich dreimal rund um und sie wusste alles zu sagen, was man sie fragte. Über ihrer Tür hatte sie ein Schild, worauf |
| - | Da sprach der Mann: »Junker, Ihr habt mich eben zu Tisch gebeten. Wie Ihr seht, folge ich Eurer Einladung.« | + | Der Necker allhier sagen kann,\\ |
| - | + | was man fragt, sei’s Frau ob Mann.\\ | |
| - | Da überlief es den Junker eiskalt und noch mehr, als der Mann seinen Mantel ablegte und als ein scheußliches Totengerippe dastand. Der Junker fiel in Ohnmacht zu Boden, die Magd hörte den Fall und lief herbei, aber sie fand keine Spur mehr von dem Mann. Als der Junker wieder zu sich kam, redete er irre und ist auch wahnsinnig gestorben. | + | |
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