Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:deutschemaerchenundsagen077

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
sagen:deutschemaerchenundsagen077 [2024/03/21 22:46] ewuschsagen:deutschemaerchenundsagen077 [2025/01/30 17:47] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 3: Zeile 3:
 [[sagen:deutschemaerchenundsagen078|nächste Sage >>>]] [[sagen:deutschemaerchenundsagen078|nächste Sage >>>]]
  
-====== Das Schloss von Vinderhouthem ======+====== Wasserteufel im Tabakfeld ======
  
-Einer der Herren von Vinderhouthem hatte keine KinderDa wandte er sich nach langem und vergeblichem Hoffen und Harren endlich an die heilige Mutter Anna und gelobtefalls er Kinder bekäme, dieselben bis zum siebenten Jahr in Ordenskleider zu kleiden, die Knaben als Minderbrüderdie Mädchen als Nonnen und außerdem der Heiligen auch noch eine Kapelle zu bauenBald darauf war die Gräfin gesegneten Leibes und sie schenkte ihm einen Sohn und eine Tochter. Deren Bildnisse sieht man noch zu beiden Seiten des Altars der Annenkapelle. Zu dieser kehrt jedes Jahr am Vorabend vom Sankt Annentag auch des Grafen Geist zurück.+Einem Mann zu Wetleren wurde in jeder Nacht, die Gott erschaffen hat, sein Tabakfeld zerstört, die Blätter niedergeschlagen, abgebrochen oder was anderes, kurz, er fand jeden Morgen eine neue Ursache zu Ärger und VerdrussDarüber wurde er endlich so böse, dass er sich eine Flinte lud und sich in der Nähe des Feldes gegen Abend verbarg. Bis Mitternacht blieb alles still, dann aber regte es sich in den Blättern und eins wurde nach dem anderen geknickt. Der Mann legte seine Flinte an, zielte und drückte losaber der Hahn gab kein Feuer. Dagegen bekam er selbst einen so gräulichen Schlag in den Nackendass er fast besinnungslos zu Boden stürzte. Das machte ihn aber nicht irreEr tat frisches Pulver auf die Pfanne und als die Blätter sich wieder regten, drückte er noch einmal los, aber kein Schuss folgte und er empfing denselben Schlag.
  
-Ein anderer Herr von VinderhouthemGraf Walther genanntlag in seinem Sterbestündlein neben einem großen Fenster, welches auf den Schlossgraben ausging. Als er nun seinen Tod nahen fühltebefahl er einen vollen Sack Korn in das Fenster zu stellenAls das geschehen war, erhob er sich und stieß daran, dass der Sack hinausfiel, sprach: »So viel Körnchen Korn, wie da ins Wasser fallen, so viel Seelenmessen sollt ihr für mich lesen.« Andere sagen, er habe befohlen, den Graben mit Korn zu füllen und so lange dessen zuzutragen, bis dass es mit den Fenstern des Saales, in welchem er sich befand, gleich stände, und dann gesagt habe, dass man so viel Messen für ihn lesen sollte, wie Körnchen in dem Haufen wären.+»Das muss ich doch dreimal wagen«sprach der Manntat noch einmal Pulver auf und drückte noch einmal losdoch derselbe Ausgang erfolgteEs wurde ihm dieses Mal der Hut vom Kopf gerissen und eine Viertelstunde weit geschleudertDabei hörte er ein schallendes Gelächter.
  
-Allen Grafen dieses Geschlechtes wurde ihr Tod vorher verkündet durch ein klagend und seufzend Lichtwelches sich an einem Moor in der Nähe des Schlosses zeigte. Die Stelle, wo das Moor einst warheißt davon noch Meersch van Zuchten.+»Hahaha! Da habe ich Euch einmal fest gehabt.«
  
-Eine Nebenlinie der Grafen hatte die Verpflichtung, das Öl für die Gotteslampe der Kapelle zu liefern und außerdem jährlich gewisse Messen lesen zu lassen. Eine Gräfin von C. hatte dies vernachlässigt. Da sah man während drei Tagen eine Kutsche, mit schneeweißen Rossen bespannt, ganz nahe am Schloss immer hin und her fahren. Zur selben Zeit wollte ein Bauer abends auf das Schloss gehen und fand auf der Türschwelle einen prächtig gekleideten Herrn, der ganz steif und unbeweglich dasaß. Der Bauer wünschte ihm freundlich guten Abendaber der Herr antwortete nicht. Da wiederholte der Bauer seinen Gruß, aber er bekam ebenso wenig Antwort. Als dasselbe aber auch fürs dritte Mal stattfand, wurde der Bauer böse und schrie: »SprechtHerrschaft, oder ich schlage Euch nieder!« Und damit schwang er seine Schaufel ums Haupt, dass es sauste, aber keine Antwort. Da schlug der Bauer zu, als hätte er dem Herrn den Kopf gespalten, aber die Schaufel fuhr durch den ganzen Herrn durch und der war verschwunden. +Da erkannte der Manndass der Wasserteufel ihm den Streich gespielt habe, und ging still nach Hause zurückzufrieden, dass er noch so leichten Kaufes von dem Geist weggekommen war.
- +
-Nun sieht man wenig mehr da, nur von Zeit zu Zeit gewahrt man noch ein weißes Kaninchen, welches klagend um die Bäume und Hage irrt und, nähert man sich ihm, plötzlich verschwindet.+
  
 //Quellen:// //Quellen://
sagen/deutschemaerchenundsagen077.1711057584.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)