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sagen:deutschemaerchenundsagen071

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-====== Nievelmännchen und Duwelmännchen ======+====== Der Hinzenturm zu Aachen ======
  
-In Limburg an der Maas liegen die Ruinen des alten Schlosses SteinUnter denselben gibt es eine Menge von Kellern und Gängenwelche von den Nievelmännchen bewohnt sindDiese Männchen schlafen bei Tag und wachen bei Nacht. Dann laufen sie in all den Häusern der Gegend rund und holen Küchengeräteworin sie während der Nacht ihr Essen kochenAuch melken sie die Kühe in den Ställen aus und bringen Zwist und Uneinigkeit unter das GesindeWenn dies dann zankt oder gar sich untereinander schlägtdann stehen sie in der Fernelachen und verschwinden bald darauf wieder in ihren Höhlen.+Der Felsen, auf dem die Emmaburg bei Hergenrath im Limburger Land steht, ist durch viel unterirdische Gänge ausgehöhlt. In diesen trieben einst die Hinzelchen oder Hinzenmännchen ihr Wesen. Bei Tage ließen sie sich nicht sehen, dafür machten sie nachts aber allerhand Lärm und Unfug an der Leute Türen. Hatten sie dies eine Stunde lang, und zwar von zwölf bis eins, getrieben, dann zogen sie sich wieder in ihre Berglöcher zurück und begannen da lustig zu schmausen. Ein Jägerbursche hatte ihnen einmal dabei zugeschaut. Als er aber am anderen Morgen seinen Nachbarn davon erzählte, da wurde er bald darauf siech und eilte eines Tages in die Felsen, um nimmer zurückzukehren. 
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 +Die Umwohner waren des Spukes endlich müde und da keine Beschwörungen halfen, bauten sie eine Kapelle am Fuße der Emmaburg. Seit das Glöcklein derselben die Gläubigen zur ersten Messe rief, verschwanden die Hinzlein und ließen sich weiter nicht sehen. 
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 +An dem äußeren Stadtwall von Aachen, zwischen dem Sandkaut- und Kölner Tor, stand zu der Zeit ein hoher Turm, von dem unterirdische Gänge weit in das Land hineinführtenDahin zogen die Hinzelmännchen und fingen nun in Aachen dasselbe Treiben an, wie ehedem in den Felslöchern. Vorzüglich wurden die Bewohner der Kölner Straße von ihnen geplagt. Zu gewissen Zeiten kündigten die Hinzelchen den Bürgern daselbst durch mancherlei Vorzeichen, wie zum Beispiel durch Pochen an der Haustür, Picken und Knistern auf dem Herd oder Gerassel unter dem Küchengeschirr andass sie Fest hielten. Dann musste jeder Hausvater ein blankgescheuertes Geschirr um zehn Uhr abends vor seine Tür stellen. Wer das unterließ, der mochte sicher sein, die Nacht keine Ruhe zu habenWagte einer gar der Männchen zu spotten, den zerzausten sie dergestalt auf seinem Lager, dass man ihn morgens halbtot fand. So begab es sich auch einmal, dass zwei Kriegsleute, die im Haus Zum wilden Mann im Quartier lagen, den Hausherrn über das Kesselaussetzen aufzogen und sich vermaßen, die Hinzelchen sollten statt der Kessel ihre blanken Degen finden. Sie setzten sich denn auch um zehn Uhr an die Tür, zechten da wacker und sangen lustige Stückchen dazuBald aber schwieg ihr Gesang und sie schrien zwistend einer dem anderen zu: »Hinz! Hinz!« 
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 +Sie gingen einander zu Leibe und liefen sich durch das Hinzengässchen bis an den Turm nach. Da fand man sie am anderen Tag und hatte einer den anderen erstochen. 
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 +So wagte denn keinerdas Kesselaussetzen zu unterlassen. Um Mitternacht liefen die Hinzchen tripp, trapp durch die Straßen und packte ein jedes seinen Kessel auf, womit sie dann dem alten Turm zueilten. Am anderen Morgen fand jeder Einwohner sein Geschirr wieder richtig und blank vor der Türdie ausgenommen, welche die Kessel unsauber hingestellt hatten; denn deren Kessel nicht allein, sondern auch ihr Haus noch, war ganz mit Schlamm und Schmutz beschmiert. Das hat gedauert bis zur Stiftung des Regulierherrn-Klosters. Seit der Zeit sind die Hinzelmännchen verschwunden.
  
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