sagen:deutschemaerchenundsagen069
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| - | Im Jahr Christi 1003 wollte Meinwerkus, der zehnte Bischof | + | Zu Langdorf gab es ehedem eine große Menge von Kabautermännchen oder Lappländern, |
| - | Der Bischof, durch so große Unbill bewegt, forderte | + | Als man ihnen eines Morgens einen eisernen Kessel lieh, um Bohnen darin zu kochen – denn zu der Zeit kannte man noch keine Kartoffeln –, gingen sie damit in die Scheune, steckten einen Stock in das Stroh, machten ein großes Feuer und hingen |
| - | Solches Drohen achtete der Mönch für nichts | + | Die Kabautermännchen lachten aber und sprachen: »Seid |
| - | Sankt Benno war ein Bischof | + | Es war damals just in der Erntezeit. Die Knechte zogen aus ins Feld, um das Korn zu mähen, doch als sie kamen, war die Arbeit schon getan. Das Korn war so schön gemäht, wie man es nur wünschen konnte. Gegen Mittag kamen die Männchen wieder an die Tür und erfragten sich abermals den eisernen Kessel. |
| - | Darunter ist das Folgende nicht das Geringste: Otto Markgraf zu Meißen zog widerrechtlich die Kirchengüter des Bistums an sich. Sankt Benno ermahnte ihn freundlich, dieselben wieder zu erstatten, sprach | + | »Den will ich euch geben«, sprach |
| - | Darauf sprach Sankt Benno: »Von heute ab übers Jahr eben auf diese Zeit wird Gott diese Unbill rächen.« | + | »Weil ihr uns das abfragt, nein, heute nicht mehr«, sprachen die Männchen, »wohl aber morgen, wenn ihr uns außer dem Kessel noch Gabel und Löffel leiht.« |
| - | Der Markgraf lachte indessen | + | Berg versprach ihnen dieselben |
| - | Nicht lang danach fing Sankt Benno an zu kränkeln | + | Ein anderes Mal sollten Bäume gefällt werden, wahrscheinlich hatte man den Männchen auch wieder nicht ganz nach ihrem Sinn getan, denn die Bäume waren wohl gefällt, aber sie lagen quer über der Straße und man konnte sie trotz aller Mühe nicht von der Stelle bringen. Man versuchte also die Männchen |
| - | Als nun das Jahr herum war und der von Sankt Benno bestimmte Tag erschien, da sprach der Markgraf: »Seht, heute ist der gefährliche Tag, mit dem Benno mir gedroht hat. Er ist fast herum und mit ihm auch die Weissagung hin.« Kaum hatte er aber die Worte aus dem Mund, als er jählings zu Boden stürzte | + | Da sie nun sehr häufig schlimme Streiche spielten, setzte die Polizei sich auf die Hinterbeine, um sie zu fangen, aber nie konnte sie die Männchen ertappen, denn wenn sie irgendwo zusammensaßen, |
| - | Kaiser Otto I. wurde von seinem Sohn Wilhelm, Bischof | + | Einmal aber hatte man sie doch überrascht und das war in einem teilweise niedergefällten Wald. Da saßen sie, aßen, tranken und tanzten auf den Ellenbogen, die Beine in die Höhe gestreckt, in die Runde. Als man ihnen nicht zu nähern vermochte, rief man den Pfarrer, doch der konnte auch nichts gegen sie ausrichten. |
| - | Da rief Wilhelm seinen Vater vor Christi Gericht und sprach: »Am heiligen Pfingsttag wollen wir beide vor dem Herrn Jesu, unserem Richter, erscheinen und den Handel ausmachen.« | + | Diese Lappländer oder Kabautermännchen waren während des deutschen Krieges ins Land gekommen. Die Franzosen haben sie herausgejagt. Seitdem hat man nichts mehr von ihnen gesehen. |
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| - | Und wahrlich, der Kaiser ist am 7. Mai am heiligen Pfingsttag in Sachsen an einer schnellen Krankheit gestorben, nachdem sein Sohn Wilhelm ihm einige Monate früher dahin vorgegangen war. | + | |
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