sagen:deutschemaerchenundsagen068
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| - | Zu Langdorf gab es ehedem eine große Menge von Kabautermännchen oder Lappländern, ganz kleine Kerlchen, die viel Böses | + | In einem westflandrischen Dorf fällt die Kirmes just in die Erntezeit. Es geschah einmal, dass in einem Hof des Dorfes die Knechte und Mägde alle beim Einernten helfen mussten, während im Dorf die Musik lustig spielte, alle Jungen |
| - | Als man ihnen eines Morgens einen eisernen Kessel lieh, um Bohnen darin zu kochen – denn zu der Zeit kannte man noch keine Kartoffeln –, gingen | + | Als sie eben noch so recht am Murren waren, sahen sie plötzlich ein kleines altes Männchen neben sich stehen. Das hatte die Hände auf dem Rücken und lachte herzlich drein und sprach: »Ja, Jungen, Jungen, ihr tanzt also lieber, als dass ihr euch hier herumschlagt?« |
| - | Die Kabautermännchen lachten aber und sprachen: »Seid nicht besorgt darum, es wird nichts verbrennen. Statt euch irgendwie Schaden zu tun, wollen wir für euch arbeiten.« | + | »Ist das noch eine Frage?«, entgegnete einer der Knechte. »Gewiss, Freundschaft, |
| - | Es war damals just in der Erntezeit. Die Knechte zogen aus ins Feld, um das Korn zu mähen, doch als sie kamen, war die Arbeit schon getan. Das Korn war so schön gemäht, wie man es nur wünschen konnte. Gegen Mittag kamen die Männchen wieder an die Tür und erfragten sich abermals den eisernen Kessel. | + | »Gut«, sprach |
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| - | »Den will ich euch geben«, sprach Berg, »aber werdet ihr auch für mich arbeiten? | + | |
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| - | »Weil ihr uns das abfragt, nein, heute nicht mehr«, sprachen die Männchen, »wohl aber morgen, wenn ihr uns außer dem Kessel noch Gabel und Löffel leiht.« | + | |
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| - | Berg versprach ihnen dieselben und als man am folgenden Tag das Korn in Garben binden wollte, war das auch schon getan. Man brauchte die Garben nur in die Scheune zu fahren. | + | |
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| - | Ein anderes Mal sollten Bäume gefällt | + | |
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| - | Da sie nun sehr häufig schlimme Streiche spielten, setzte die Polizei sich auf die Hinterbeine, | + | |
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| - | Einmal aber hatte man sie doch überrascht und das war in einem teilweise niedergefällten Wald. Da saßen sie, aßen, tranken und tanzten auf den Ellenbogen, die Beine in die Höhe gestreckt, in die Runde. Als man ihnen nicht zu nähern vermochte, rief man den Pfarrer, doch der konnte auch nichts gegen sie ausrichten. | + | |
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| - | Diese Lappländer oder Kabautermännchen waren während des deutschen Krieges ins Land gekommen. Die Franzosen haben sie herausgejagt. Seitdem hat man nichts mehr von ihnen gesehen. | + | |
| + | Das taten die Leute auch alle, eine neugierige Närrin von Dienstmagd ausgenommen. Diese schloss die Augen nur halb und schielte verstohlen, um zu sehen, auf welche Weise die Arbeit denn eigentlich vollendet würde. Da sah sie aber nichts anders, als dass die Garben stiegen, rechts und links, Bänder drumbinden und kurz ein Treiben, als wären tausend Teufel damit beschäftigt gewesen. Ehe es noch elf schlug, war alles in Ordnung, nur die jener Magd zugewiesene Arbeit war noch nicht verrichtet. So musste sie denn zur Strafe für ihre Neugier mutterseelenallein arbeiten bis abends elf Uhr, während die anderen alle lustig tanzten und sprangen. | ||
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sagen/deutschemaerchenundsagen068.1735815732.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
