Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:deutschemaerchenundsagen068

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
sagen:deutschemaerchenundsagen068 [2025/01/02 12:02] ewuschsagen:deutschemaerchenundsagen068 [2025/01/30 17:47] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 3: Zeile 3:
 [[sagen:deutschemaerchenundsagen069|nächste Sage >>>]] [[sagen:deutschemaerchenundsagen069|nächste Sage >>>]]
  
-====== Die Lappländer zu Langdorf ======+====== Der Zwerglein Hilfe ======
  
-Zu Langdorf gab es ehedem eine große Menge von Kabautermännchen oder Lappländernganz kleine Kerlchen, die viel Böses und wenig Gutes stifteten. Sie kamen häufig bei meiner Mutter GroßvaterBerg, um sich Küchengeräte von ihm zu leihen. Gab man es ihnen nicht, dann wollte es mit der Arbeit auf dem Hof den ganzen Tag nicht recht fort und allerlei Unangenehmes stellte sich den Dienstleuten in den Weg. Gab man es ihnen aber, dann ging alles nach Wunsch und Willen. Zumeist erfragten sie sich Löffel, Gabeln und Töpfe. Gab man ihnen dieselben sauberdann bekam man sie schmutzig zurückEmpfingen sie dieselben aber schmutzig, dann gaben sie diese rein zurück.+In einem westflandrischen Dorf fällt die Kirmes just in die Erntezeit. Es geschah einmaldass in einem Hof des Dorfes die Knechte und Mägde alle beim Einernten helfen musstenwährend im Dorf die Musik lustig spielte, alle Jungen und Mädchen am Tanzen waren oder an den Buden auf dem Markt herumspazierten. Sie arbeiteten alledass ihnen der Schweiß in Strömen vom Leib lief, aber trotzdem sahen sie eindass sie doch nicht fertig werden konnten und dass der Spielmann seine Geige an den Nagel hängen würdeohne dass sie ein Tänzchen gemacht hättenSie beklagten sich auch nicht wenig darüber, aber was konnte ihnen das alles helfen – die Arbeit musste getan sein.
  
-Als man ihnen eines Morgens einen eisernen Kessel lieh, um Bohnen darin zu kochen – denn zu der Zeit kannte man noch keine Kartoffeln –gingen sie damit in die Scheunesteckten einen Stock in das Strohmachten ein großes Feuer und hingen den Kessel an den Stock darüber. Als Berg das sahlief er erschrocken hinzu und rief: »Was macht ihr da, ihr steckt meine Scheune in Brand und meinen ganzen Meierhof mit. Ist das der Dank für meine Güte+Als sie eben noch so recht am Murren warensahen sie plötzlich ein kleines altes Männchen neben sich stehen. Das hatte die Hände auf dem Rücken und lachte herzlich drein und sprach: »JaJungenJungen, ihr tanzt also lieberals dass ihr euch hier herumschlagt
  
-Die Kabautermännchen lachten aber und sprachen: »Seid nicht besorgt darumes wird nichts verbrennenStatt euch irgendwie Schaden zu tunwollen wir für euch arbeiten+»Ist das noch eine Frage?«entgegnete einer der Knechte»GewissFreundschaft, und nie ist uns das Arbeiten saurer angekommen
  
-Es war damals just in der Erntezeit. Die Knechte zogen aus ins Feldum das Korn zu mähendoch als sie kamen, war die Arbeit schon getan. Das Korn war so schön gemäht, wie man es nur wünschen konnte. Gegen Mittag kamen die Männchen wieder an die Tür und erfragten sich abermals den eisernen Kessel. +»Gut«sprach das Männchen»dann legt euch … es ist um zehn Uhr … schlafen bis elf Uhr und seht nicht weiter um euch. All eure Arbeit wird dann verrichtet werden. Aber das keiner von euch die Augen auftue und um sich laure.«
- +
-»Den will ich euch geben«, sprach Berg, »aber werdet ihr auch für mich arbeiten?« +
- +
-»Weil ihr uns das abfragt, nein, heute nicht mehr«, sprachen die Männchen, »wohl aber morgen, wenn ihr uns außer dem Kessel noch Gabel und Löffel leiht.« +
- +
-Berg versprach ihnen dieselben und als man am folgenden Tag das Korn in Garben binden wollte, war das auch schon getan. Man brauchte die Garben nur in die Scheune zu fahren. +
- +
-Ein anderes Mal sollten Bäume gefällt werden, wahrscheinlich hatte man den Männchen auch wieder nicht ganz nach ihrem Sinn getan, denn die Bäume waren wohl gefällt, aber sie lagen quer über der Straße und man konnte sie trotz aller Mühe nicht von der Stelle bringenMan versuchte also die Männchen zu beruhigen. Da versprachen sie denn auch, die Bäume aus dem Weg zu räumen und sie selbst zum Hof zu bringen, nur müsse man Pferde und Karren in die Nähe bringen und da allein stehen lassen. Da führten sie die Bäume weg, eine große Eiche ausgenommen, die ließen sie liegen. Die Leute gaben sich nun alle Mühe, den Baum zumindest ein wenig zur Seite zu bringen, doch das ging nicht, denn damals kannte man die Winden und andere Hebevorrichtungen noch nicht. Die Kabautermännchen standen inzwischen da und lachten die Leute derb aus, bis Berg ihnen wieder ihren Willen tat; da brachten sie den Baum weg. +
- +
-Da sie nun sehr häufig schlimme Streiche spielten, setzte die Polizei sich auf die Hinterbeine, um sie zu fangen, aber nie konnte sie die Männchen ertappen, denn wenn sie irgendwo zusammensaßen, dann stießen sie ein großes Messer, welches sie stets bei sich trugen, mit der Spitze in den Tisch. Kam die Polizei dann in die Nähe, dann bewegte sich das Messer, zitterte und fuhr hin und wieder, und zugleich verschwand das kleine Volk mit Kessel und Kannen. +
- +
-Einmal aber hatte man sie doch überrascht und das war in einem teilweise niedergefällten Wald. Da saßen sie, aßen, tranken und tanzten auf den Ellenbogen, die Beine in die Höhe gestreckt, in die Runde. Als man ihnen nicht zu nähern vermochte, rief man den Pfarrer, doch der konnte auch nichts gegen sie ausrichten. +
- +
-Diese Lappländer oder Kabautermännchen waren während des deutschen Krieges ins Land gekommen. Die Franzosen haben sie herausgejagt. Seitdem hat man nichts mehr von ihnen gesehen.+
  
 +Das taten die Leute auch alle, eine neugierige Närrin von Dienstmagd ausgenommen. Diese schloss die Augen nur halb und schielte verstohlen, um zu sehen, auf welche Weise die Arbeit denn eigentlich vollendet würde. Da sah sie aber nichts anders, als dass die Garben stiegen, rechts und links, Bänder drumbinden und kurz ein Treiben, als wären tausend Teufel damit beschäftigt gewesen. Ehe es noch elf schlug, war alles in Ordnung, nur die jener Magd zugewiesene Arbeit war noch nicht verrichtet. So musste sie denn zur Strafe für ihre Neugier mutterseelenallein arbeiten bis abends elf Uhr, während die anderen alle lustig tanzten und sprangen.
  
 //Quellen:// //Quellen://
Zeile 32: Zeile 19:
  
 ---- ----
-{{tag>sagen johanneswilhelmwolf deutschemaerchenundsagen v0}}+{{tag>sagen johanneswilhelmwolf deutschemaerchenundsagen zwerg v0}}
sagen/deutschemaerchenundsagen068.1735815732.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)