Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:deutschemaerchenundsagen068

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
sagen:deutschemaerchenundsagen068 [2024/03/21 22:39] ewuschsagen:deutschemaerchenundsagen068 [2025/01/30 17:47] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 3: Zeile 3:
 [[sagen:deutschemaerchenundsagen069|nächste Sage >>>]] [[sagen:deutschemaerchenundsagen069|nächste Sage >>>]]
  
-====== Herzog Rudolph vor Gottes Richterstuhl gerufen ======+====== Der Zwerglein Hilfe ======
  
-Herr RudolphHerzog zu Österreich stellte einen Ritter aufs Leben nachden er auch gefangen und torquiert, in einen Sack schieben und ins Wasser hatte werfen lassen.+In einem westflandrischen Dorf fällt die Kirmes just in die Erntezeit. Es geschah einmaldass in einem Hof des Dorfes die Knechte und Mägde alle beim Einernten helfen musstenwährend im Dorf die Musik lustig spielte, alle Jungen und Mädchen am Tanzen waren oder an den Buden auf dem Markt herumspazierten. Sie arbeiteten alledass ihnen der Schweiß in Strömen vom Leib lief, aber trotzdem sahen sie ein, dass sie doch nicht fertig werden konnten und dass der Spielmann seine Geige an den Nagel hängen würde, ohne dass sie ein Tänzchen gemacht hätten. Sie beklagten sich auch nicht wenig darüber, aber was konnte ihnen das alles helfen – die Arbeit musste getan sein.
  
-Ehe aber der Ritter ganz im Sack war, sah er den Herzog am Fenster und schrie ihm zu»Herzog Rudolphich lade dich vor Christi Richterstuhldamit du dort Rechenschaft ablegstwarum du mich unschuldiger Weise durch einen so üblen und tyrannischen Tod hinrichtest.«+Als sie eben noch so recht am Murren waren, sahen sie plötzlich ein kleines altes Männchen neben sich stehen. Das hatte die Hände auf dem Rücken und lachte herzlich drein und sprach»JaJungenJungenihr tanzt also lieber, als dass ihr euch hier herumschlagt?«
  
-Nach solchen Worten wurde der Sack zugebundenDer Herzog lachte der Einladung nur und sprach: »Es ist schon gut, geh nur voran, ich werde nachkommen.« Er machte sich auch weiter keine Bedenken, sondern lebte fröhlich hinein. Ehe aber das Jahr um war, ergriff ihn ein Fieber. Da fiel ihm der traurige Gedanke an jene Vorladung ein.+»Ist das noch eine Frage?«, entgegnete einer der Knechte»Gewiss, Freundschaft, und nie ist uns das Arbeiten saurer angekommen
  
-»Ach, liebe Freunde«, sprach er»der Tod ist vorhanden, ich muss fortLänger kann ich mich nicht aufhalten, ich muss vor Gericht+»Gut«, sprach das Männchen»dann legt euch … es ist um zehn Uhr … schlafen bis elf Uhr und seht nicht weiter um euchAll eure Arbeit wird dann verrichtet werden. Aber das keiner von euch die Augen auftue und um sich laure
  
-Wie er geredet hatteso geschah es und er starb bald darauf.+Das taten die Leute auch alleeine neugierige Närrin von Dienstmagd ausgenommen. Diese schloss die Augen nur halb und schielte verstohlen, um zu sehen, auf welche Weise die Arbeit denn eigentlich vollendet würde. Da sah sie aber nichts anders, als dass die Garben stiegen, rechts und links, Bänder drumbinden und kurz ein Treiben, als wären tausend Teufel damit beschäftigt gewesen. Ehe es noch elf schlug, war alles in Ordnung, nur die jener Magd zugewiesene Arbeit war noch nicht verrichtet. So musste sie denn zur Strafe für ihre Neugier mutterseelenallein arbeiten bis abends elf Uhr, während die anderen alle lustig tanzten und sprangen.
  
 //Quellen:// //Quellen://
Zeile 19: Zeile 19:
  
 ---- ----
-{{tag>sagen johanneswilhelmwolf deutschemaerchenundsagen v0}}+{{tag>sagen johanneswilhelmwolf deutschemaerchenundsagen zwerg v0}}
sagen/deutschemaerchenundsagen068.1711057184.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)