Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:deutschemaerchenundsagen056

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
sagen:deutschemaerchenundsagen056 [2024/03/21 22:30] ewuschsagen:deutschemaerchenundsagen056 [2025/01/30 17:47] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 3: Zeile 3:
 [[sagen:deutschemaerchenundsagen057|nächste Sage >>>]] [[sagen:deutschemaerchenundsagen057|nächste Sage >>>]]
  
-====== Die weiße Riesenfrau zu Kortryk ======+====== Seele als Vogel ======
  
-Zu Kortryk wohnte ein Gerberdas war ein gar wollüstiger Mensch und der konnte trinken trotz dem besten Schulmeister. Eines Tages kam er nachts zwischen zwölf und eins aus der Schenke und wollte nach Hause gehenAuf dem Weg hörte er plötzlich Tritte hinter sich und als er sich umsahbemerkte er eine weiß gekleidete Frau, die in einiger Entfernung hinter ihm kam. Da dachte erer wolle die Frau mit sich nehmen und ihre Gunst genießen, und ging langsamerdamit sie ihn bald einholen könne. Dabei sah er sich öfters umob sie noch nicht bei ihm wäreJe häufiger er sich aber umsahdesto größer wurde die Frau. Als er das merkteging er schneller und lief endlich so sehr er konnteAls er an der letzten Eckeum die herum er in sein Haus musste, noch einmal umschaute, war die Frau gut zweimal so groß als erAn der Haustür angekommenöffnete er so rasch wie möglich und stürmte die Treppe hinauf bis zum zweiten Stock, wo sein Schlafzimmer zur Straße hin lagDa eilte er hinein und riss das Fenster aufum zu sehenwo das Riesenweib wäreIn demselben Augenblick aber blickte die Frau mit ihren schüsselgroßen Augen ihn durch das Fenster anSchnell warf er dieses zu und kroch in sein Bett, wo er die Decke über die Ohren zog. Als er am nächsten Morgen in den Spiegel schaute, waren seine Haare alle schneeweiß.+Nach der Schlacht von Walchernin der die Fläminge vom Grafen Florenz von Holland und den Seeländern geschlagen wurden, ging eine sehr reiche und fromme Matrone auf dem Schlachtfeld umher, um den Verwundeten Hilfe und den Sterbenden Trost zu bringenDa hörte sie sich plötzlich rufenschritt dem Ort zuvon woher die Stimme erschallte, und sahdass es ein schwer Verwundeter war. Sie hob sein Haupt und legte es in ihren Schoßermahnte ihn, an Gott und das Jenseits zu denken, und redete ihm mit viel frommen Worten zu. 
 + 
 +Der Mann wandte seine Augen gen Himmel und sprach: »Habe ich jemand getötet, das ist nicht meine Schuldich wollte es nichtDem, der mich verwundet hatvergebe ich von ganzem Herzen und bitte Gottmir auch so zu vergeben. Gern hätte ich noch die heilige Wegzehrung genossenKann ich sie aber nicht mit dem Mund nehmendann wird mir Christus ihr Gnadengeleit doch nicht entziehen.« 
 + 
 +Mit den Worten machte er das heilige Kreuzzeichen und sein Haupt sank zurückIn diesem Augenblick öffnete sich sein Mund und ein Vöglein flog herausso schöndass nichts in der Schöpfung ihm verglichen werden kannDas erhob sich mit dem Zurücklassen eines überaus köstlichen Geruches zum Himmel. 
 + 
 +Solches hat die Matrone oftmals erzählt und bei ihrem Seelenheil die Wahrheit der Erzählung bekräftigt.
  
 //Quellen:// //Quellen://
sagen/deutschemaerchenundsagen056.1711056657.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)