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sagen:deutschemaerchenundsagen044

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-====== Des Nixes Füße ======+====== Die Hand im Stein zu Olsberg ======
  
-Heutzutage sieht man in der Gegend von Veurne keine Nixen mehr. Eine glaubwürdige Frau versichertedass ihre Mutter noch davon gehört, und zwar viel davon gehört habe. Zu deren Zeit geschah es unter anderen, dass eine Bäuerin sich abends früh zu Bett legte, um des anderen Morgens früh aufstehen zu könnendenn sie wollte allerlei Waren nach Veurne zu Markte bringen. Da sie aufwachteerschrak sie höchlich, als sie sah, dass es schon ganz hell war. Schnell sprang sie aus dem Bettzog sich an, nahm ihren Korb und schritt bald auf dem Weg gen Veurne hin. Unterwegs fand sie jemand, der auch zur Stadt zu gehen schien und sie freundlich ansprach»FrauchenIhr habt große Eilewie es scheint, und schwitzt unter Eurem PackSicherlich geht Ihr zu Markte und dahin muss ich auch. Lasst mich Euren Korb ein wenig tragen.« Zuerst dankte die Bäuerin freundlich. Als der Mann aber immer wieder sein Anerbieten wiederholte, stimmte sie zuletzt ein und er hing ihren Korb in seinen Ann. Bald näherten sie sich Veurne, aber die Sonne wollte noch immer nicht aufgehen, im Gegenteil, es schien immer dunkler zu werden. Die Bäuerin ging darum langsamer. Hatte sie zuvor gefürchtet, zu spät zur Stadt zu kommen, so fürchtete sie nun, noch zu früh da zu sein. Allerhand Gedanken schossen ihr in den Kopf. Nachsinnend zu Boden schauend, ging sie neben ihrem Geleitsmann her. Zufällig fiel ihr Blick auf dessen Füße. Doch da kriegte sie einen Schrecken wie noch nie in ihrem Leben, denn die waren von so erstaunlicher Größe und hatten eine so sonderbare Form, dass sie noch nie so etwas gesehen hatte.+Die Gräfin Bertha von Thiersteinwelche eine Äbtissin war des Klosters Olsberghatte einen Hofmeister oder Kastenvogtwelcher gegen die armen Leuten rau und nicht milde war. Auf eine Zeit kam ein Mannder klopfte an dem Tor des Klosters an und begehrte etwas um Gottes willenDer Torwächter aber wies ihn abdem Gebrauch nachund sagtedas Kloster hätte viel durch Brand gelitten und man hätte nichts auszugebenDer Mann aber wollte sich nicht abweisen lassen.
  
-Der Gesell schien das zu merken. Zum Mindesten sprach er: »Frauich muss hier ein wenig zurückbleiben; da ist Euer Korb.«+Da wurde es dem Hofmeister angezeigtder ging stracks heraus, den Armen unwirsch zu behandeln.
  
-Die Frau nahm den Korb bebend an und konnte nur mit Mühe ein Danke Euch stammelnSie lief so schnell sie konnte über die Brücke, die sie eben erreicht hattenIm selben Augenblick hörte sie einen Plumps. Das war der Großfuß, der ins Wasser gesprungen war und dort verschwandZu ihrer großen Freude sah sie in der Nähe eine Meiereiging darauf zu und erzählte ihren VorfallDie Leute sagten ihrdas sei niemand anderes gewesen als der Wassernix, der ihr den Korb getragen und einen so großen Schrecken eingejagt habe.+Wie er aber unter das Tor kam, da sagte der Arme: »Date et dabitur vobis1, und mit den Worten verschwand er. 
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 +Der Hofmeister erschrak sehr und erzählte das alsbald der Äbtissin, die ihn schon oft seiner Rauheit willen mit ernsten Worten gestraftDa befahl sie, man solle künftig niemanden mehr mit leerer Hand gehen lassen, der ein Almosen begehre. 
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 +Als der Arme aber jene Wortedate uswsprachdrückte er seine offene Hand in einen Stein, der bei dem Tor war. Es blieb die ganze Form der Hand in dem Stein, als ob sie in Wachs gedrückt wäre. Im Bauernkrieg hat man den Stein hinweggeführt, er ist aber noch in einem nahen Dorf vorhanden.
  
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