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sagen:deutschemaerchenundsagen042

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-====== Die Neckerstraße zu Ypern ======+====== Muttertränen ======
  
-In dieser Straße wohnte ehedem eine Wahrsagerindie im Ruf standmit dem Necker umzugehenDen schwangeren Frauen sagte sie vorausob sie eines Knäbleins oder eines Mägdeleins genesennannte ihnen auch den Ortwo sie gebären würdenWenn ein junges Paar heiratete, sagte sie ihnen für Geldob die Braut Kinder bekäme oder nicht und wie viel sie bekommen solleWenn die Frauen sie oft fragtenwo ihre Trunkenbolde von Männern saßen, nannte sie ihnen die Schenkewo dieselben eben trankenEhe sie eine Wahrsagung aussprachbeschwor sie den Necker stets mit diesen Worten:+Des Thomas Cantipratensis Großmutter hatte einen Sohnden Erstling ihrer Eheder war schön und liebenswürdig in jeder Hinsicht, aber er lebte nicht langeNach ihm gebar sie einen anderender wohl im Waffenwerk sich auszeichneteaber daneben ein eitler Vogel und ein großer Verschwender war. Die arme Mutter konnte ihn nicht sehenohne an ihren guten Erstgeborenen zu denken und dabei vergoss sie jedes Mal reiche TränenEinmal nun hatte sie ihn auch wieder beweintals ihr die folgende Erscheinung wurdeSie sah eine Straße, worauf mehre Jünglinge in höchstem Jubel einherschritten. Alsbald gedachte sie ihres Sohnes und schaute zuob sie ihn nicht unter jenen fändeaber vergebensDas fiel ihr schwer aufs Herz und sie weinte bitterlich darüberdoch nicht lange, denn sie erblickte bald nachher ihren Verlorenen, der mit langsamen Schritten auf der Straße einher schlich.
  
-Kom Nenker,\\ +Da rief die gute Frau in großer Betrübnis: »AchSohn! Warum gehst du denn so allein und nicht mit jenen anderen? Was hält dich zurück und hemmt deinen Schritt?«
-myn becker,\\ +
-myn wecker,\\ +
-myn lotetrecker,\\ +
-myn g’heim ontdecker,\\ +
-en toon van baeg,\\ +
-wat dat ik n Necker vraeg.((Darum nannte man zuletzt die Straße Neckerstraße.))\\+
  
-Dann drehte sie sich dreimal rund um und sie wusste alles zu sagenwas man sie fragteÜber ihrer Tür hatte sie ein Schildworauf stand:+Da wies der Geschiedene auf sein Kleid, welches schwer von Nässe war, und sprach: »Siehe, Mutter, das sind die Tränen, welche du unnütz um meinetwillen vergießest und deren Gewicht mich so sehr drücktdass ich jenen unmöglich folgen kannLass diese denn und opfere sie vielmehr Gott aufdann werde ich von diesem Hindernis frei werden.«
  
-Der Necker allhier sagen kann,\\ +Das tat die Frau auch und weinte nicht fürder ob des Toten.
-was man fragt, sei’s Frau ob Mann.\\+
  
 //Quellen:// //Quellen://
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