sagen:deutschemaerchenundsagen041
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| - | Zu Boyghem in Ostflandern ging einmal | + | Ein landfahrender Schuhmacher kam einmal |
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| + | »Hast du ihn nicht gefragt, was er wolle von mir?«, sprach Bruder Albrecht. | ||
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| + | »Ja wohl,« antwortete der Knabe, »aber er will nur mit Euch selbst sprechen, und ich glaube, er kennt Euch wohl.« | ||
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| + | »Geh hin und frage ihn, was er wolle, und lass ihn dir seine Botschaft künden, ich habe sogleich mein Werk getan.« | ||
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| + | Der Knabe tat also, aber der mit dem Schnappsack sprach: »Ich muss nun einmal mit dem Herrn selbst sprechen. Geht und sagt ihm das, und ich wolle nicht von hinnen scheiden, ehe ich ihn sah und sprach. Sollte ich Euch mein Geheimnis sagen, warum ich hierherkam? Nein, ich sage es ihm selbst, bei Gott!« | ||
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| + | Da ging der Knabe und brachte Bruder Albrecht | ||
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| + | Der sprach: »Meister, ich habe nun schon manch seltsames Wort über Euch reden hören, von Gauklereien | ||
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| + | »Knabe, kamst du darum zu mir, und wolltest du darum mich sprechen? | ||
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| + | Und der andere sprach: »Ja sicherlich, und heute gehe ich nicht von Euch, ihr hättet mir denn etwas von Eurer Kunst sehen lassen.« | ||
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| + | Bruder Albrecht sprach freundlich: »Gib mir deinen Sack, ich will auch nicht, dass du von mir scheidest, sondern etwas von meiner Kunst gelernt | ||
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| + | Der andere gab Albrecht den Sack. | ||
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| + | Der Meister steckte seine Hand hinein, zog sie wieder heraus und band den Sack fest zu, gab ihn alsdann dem Burschen zurück und sprach: »Nun geh schnell und sonder Weilen nach Hause, aber mach den Sack nicht auf, bis du zu Hause bist, was auch geschehen möge. Wenn du ihn da öffnest, dann wirst du etwas sehen. Binde ihn aber wieder fest zu und komm und sage mir, was du gesehen hast.« Dessen war der andere froh und er schied von Bruder Albrecht. Als er eben das Stadttor von Köln im Rücken hatte, da hätte er doch gar zu gern gewusst, was in dem Sack war. Er setzte sich denn hin und knüpfte ihn auf, doch da sprangen zwei stämmige Kerle heraus, von jeder Seite einer, die trugen Leisten | ||
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| + | Da sprach Bruder Albrecht: »Ich will dir doch noch eine Kunst lehren, damit du noch mehr von meinen Künsten weißt.« | ||
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| + | Der Bursche rief aber in großer Angst: »Ach, nein, edler Meister, ich bitte Euch um nichts anderes, als dass ihr diese eine Kunst von mir nehmt. Eure Künste dünken mich allzu stark. Ach, ich bitte Euch, Herr, wollt ihr das, ich will nimmermehr Eurer Kunst gehren, ich bin genug gestraft.« Da tat der Meister nach des Burschen Wunsch und entließ ihn, und der war gar erfreut darüber. Als er aber nach Hause kam, da wagte er noch nicht den Sack selbst zu öffnen, sondern ließ einen anderen das tun, denn die Probe von Meister Albrechts Kunst hatte er noch nicht vergessen, vergaß sie auch nicht sein ganzes Leben lang. | ||
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