sagen:der_zauberer_narr_hanss_zu_rochlitz
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| - | ====== Der Zauberer Narr Hanß zu Rochlitz ====== | ||
| - | Heine a. a. O. S. 379-382. | ||
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| - | Im Monat Mai ist ein Landstreicher Namens Johannes Bucher gen [[geo: | ||
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| - | Er war eines häßlichen und erschrecklichen Angesichts, lispelte und stammelte und hatte kohlschwarz Haar auf dem Haupte, welches auf der linken Seite abgeschoren war, auf der rechten aber bis auf die Schultern herabhing. | ||
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| - | Nun wohnte neben einem Fleischhauer, | ||
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| - | Er ist also einmal zu ihr gegangen, hat sich für einen Wahrsager ausgegeben, ihr in die Hände gesehen und ihr traurige, erschreckliche und erbärmliche Zufälle verkündigt. Dadurch ist die einfältige Frau in große Furcht und [[typ: | ||
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| - | Als sie nun solches auf’s Heiligste versprochen, | ||
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| - | Dies ist geschehen an eben dem Tage, an welchem das elende Weib sich zum h. Abendmahl verfüget und nach Christi Einsetzung dasselbe genossen hatte. Da hat der greuliche Bösewicht ihr ein Pulver oder etwas dergleichen zu trinken gegeben, damit sie die heilsame Seelenspeise wieder von sich gebe und erbreche. | ||
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| - | Von dem Tage und der Zeit an aber hat die arme elende hochbetrübte [[typ: | ||
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| - | Dieses hat ihr Bruder, sobald sie aus diesem Jammerthale abgeschieden, | ||
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| - | Dieses alles nebst schriftlichem Berichte ist gen [[geo: | ||
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| - | Er habe auch mit dem Teufel, der sich in ein Weib vermummt, gebuhlt, welcher geheißen habe Ursa Tatman Lucifer. Aus demselben Buhlen habe er Bescheid und Antwort vom Teufel sich erholt und mit ihm Rede gepflogen, welchen er in einem Krystall in der Gestalt eines schwarzen Mohrenkönigs, | ||
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| - | Solches und Anderes viel mehr, welches zu berichten all zu weitläufig sein würde, hat er in der [[typ: | ||
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| - | Als ihm nun das Urtheil vorgehalten und der Gerichtstag angestellt worden, da hat er nichts von dem, was er zuvor bekannt, verleugnet. | ||
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| - | Da nun aber am folgenden Tage, den 14. Juli des Jahres 1608, die Rochlitzer Geistlichen zu ihm gingen, hat er sich unterstanden, | ||
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| - | An solcher Bitte und Begehren, dies der Obrigkeit kund zu thun und als Zeugen seiner Unschuld aufzutreten, | ||
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| - | Er ist auch am andern Tage, als ihn die Geistlichen abermals besuchten, dabei geblieben, war wegen seiner Uebelthaten sehr betrübt und bekümmert, entsagte dem [[typ: | ||
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| - | Endlich ging er, nachdem er die übrige Zeit seines Lebens mit Gebet und christlichen Gesängen zugebracht, am 20. desselben Monats getrost und freudig zur Gerichtsstatt und ward hier in Gegenwart vieler Zuschauer lebendig [[typ: | ||
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| - | //Quelle: Johann Georg Theodor Grässe: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen. Band 1. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 313; [[https:// | ||
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