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sagen:der_stierenbach

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-====== Der Stierenbach ====== 
  
-    Scheuchzer iter alp. p. 12. u. Kupfertafel 11. 
-    Alpenrosen. 1813. S. 28. 29. 
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-Mitten durch das Thal der Surenalp ergießt sich der Stierenbach, der aus dem Surenersee entspringt und einer gemeinen Sage nach, die sowohl die Leute in [[region:kantonuri|Uri]], als in [[geo:engelberg|Engelsberg]] erzählen, durch folgende Geschichte den Namen erhalten haben soll.  
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-Vor mehrern hundert Jahren lebte hier ein [[typ:hirte|Alpenhirt]], der in seiner Heerde ein [[typ:Lamm]] hatte, worauf er besonders viel hielt und dem er so zugethan war, daß er darauf verfiel, es taufen zu lassen und ihm einen Christennamen beizulegen. Was geschieht? Der Himmel, um diesen [[typ:Frevel]] zu rächen, wandelte das Lamm in ein scheußliches Gespenst, welches bei Tag und Nacht auf der fruchtbaren Alpe umherging, alle Gräser und Kräuter abweidete und den Strich so verheerte, daß die Engelsberger fürder kein Vieh mehr darauf halten konnten. Zu denen von Uri kam aber ungefähr ein fahrender Sehüler und rieth, wie sie das Unthier zu vertreiben hätten.  
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-Nämlich sie sollten neun Jahr lang ein Stier-Kalb mit purer [[typ:Milch]] auffüttern, das erste Jahr von einer einzigen [[typ:Kuh]], das zweite von der Milch zweier, das dritte dreier Kühe und so fort; nach Ablauf der neun Jahre den solchergestalt mit Milch auferzogenen Ochsen durch eine reine [[typ:Jungfrau]] auf die Alpe führen lassen. Die Urer hofften auf guten [[typ:Lohn]] von den Engelsbergern und nährten einen solchen [[typ:Stier]] auf der Alpe Waldnacht, wo man noch heut zu Tag seinen Stall weist, genannt den Stiergaden.  
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-Wie nun der [[typ:Stier]] zu seinen Jahren gekommen war, leitete ihn eine unbefleckte [[typ:Jungfrau]] über den Felsengrat und ließ ihn da laufen. Der Stier, als er sich frei sah, ging sogleich auf das [[typ:Gespenst]] los und fing einen Kampf mit ihm an. Der Streit war so hart und wüthig, daß der Stier zwar das Ungeheuer zuletzt überwand, aber der Schweiß von seinem Leib heruntertroff. Da stürzte er zu einem vorbeifließenden [[typ:Bach]] und trank so viel Wasser, daß er auf der Stelle des Todes war.  
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-Davon hat der Bach seitdem den Namen Stierenbach und außerdem zeigen die Einwohner noch jetzo die Felsen und Steine vor, in denen sich die Hinterklauen des Stiers, während des heftigen Kampfes, eingedrückt haben.  
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-//Quelle: Brüder Grimm, Deutsche Sagen, Band 1, S. 212–213, 1816// 
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-{{tag>sagen grimm deutschesagen1 schweiz kantonuri engelberg hirte lamm frevel stier milch gespenst jungfrau bach}} 
sagen/der_stierenbach.1624524238.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)