sagen:der_schatz_im_stalle
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| - | Mit her Rechtlichkeit hatte es die Frau K. aber auch nicht immer sehr streng genommen. Ja, es war oft das Gerede gegangen, sie [[typ: | + | Mit her Rechtlichkeit hatte es die Frau K. aber auch nicht immer sehr streng genommen. Ja, es war oft das Gerede gegangen, sie betröge, wo und wie sie könne. Es musste aber auch was dran sein, denn ihr Vermögen war nachher so groß, dass sie es unmöglich mit dem Lohn ihres Mannes, der schlichter Bergmann war und den Milch- und Butterpfennigen soweit hätte bringen können. Mit ihrem Mann, der ein frommer Stümber war und das Unrecht oft nicht mit ansehen konnte, lebte sie oft in Eifer und da gab es denn zuweilen Backpfeifen. |
| - | So ging eine Woche und ein Jahr nach dem andern hin und der arme Mann trug ruhig seine Last und sprach zu keinem davon. Da wurde mit einem Mal die Frau so schrecklich krank, dass ihr kein [[typ:Doktor]] helfen konnte und nach vierundzwanzig Stunden tat sie einen schrecklichen Schrei und weg war sie. Der Mann grämte sich und trauerte darüber, hörte aber auch wieder auf. Er nahm sich ein Mädchen, das besorgte ihn und seinen | + | So ging eine Woche und ein Jahr nach dem andern hin und der arme Mann trug ruhig seine Last und sprach zu keinem davon. Da wurde mit einem Mal die Frau so schrecklich krank, dass ihr kein Doktor helfen konnte und nach vierundzwanzig Stunden tat sie einen schrecklichen Schrei und weg war sie. Der Mann grämte sich und trauerte darüber, hörte aber auch wieder auf. Er nahm sich ein Mädchen, das besorgte ihn und seinen Kuhstall und alles ging seinen guten Gang in dem Haus, ja besser als vorher. Eines Abends war das Mädchen im Stall und melkte die Kühe, da ging die Stalltür auf und herein trat die vor einiger Zeit gestorbene und begrabene Frau K. und reichte ihm die Hand. Vor Schreck ließ das Mädchen den Eimer mit der Milch fallen und lief, ohne die Hand anzurühren, |
| - | Der hatte aber von dergleichen Erscheinungen schon gehört und sprach: »Jetzt kann uns das Hinausgehen nichts helfen, denn meine Frau ist verschwunden. Aber morgen Abend, wenn sie dann wieder kommt, so reich ihr statt deiner Hand einen [[typ:Stock]] oder Ast hin, dann wirst du sehen, was geschieht. Ich werde dir Gesellschaft leisten. | + | Der hatte aber von dergleichen Erscheinungen schon gehört und sprach: »Jetzt kann uns das Hinausgehen nichts helfen, denn meine Frau ist verschwunden. Aber morgen Abend, wenn sie dann wieder kommt, so reich ihr statt deiner Hand einen Stock oder Ast hin, dann wirst du sehen, was geschieht. Ich werde dir Gesellschaft leisten. |
| Am folgenden Abend ging der K. mit dem Mädchen in den Stall, das Mädchen setzte sich unter die Kuh, fing an zu melken und siehe, da kam die Frau wieder herein, ging auf das Mädchen zu und reichte ihm die Hand. Diesmal war es beherzter und reichte ihr einen Stock hin. Wie ihn aber die Frau anfasste, brannte er lichterloh, und die Frau schien selbst darüber betroffen zu sein. | Am folgenden Abend ging der K. mit dem Mädchen in den Stall, das Mädchen setzte sich unter die Kuh, fing an zu melken und siehe, da kam die Frau wieder herein, ging auf das Mädchen zu und reichte ihm die Hand. Diesmal war es beherzter und reichte ihr einen Stock hin. Wie ihn aber die Frau anfasste, brannte er lichterloh, und die Frau schien selbst darüber betroffen zu sein. | ||
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| Da zeigte ihr Mann dieser den Weg aus dem Stall und sprach, sie solle sich nun nicht mehr um sein Eigentum bekümmern und machen, dass sie wegkäme. | Da zeigte ihr Mann dieser den Weg aus dem Stall und sprach, sie solle sich nun nicht mehr um sein Eigentum bekümmern und machen, dass sie wegkäme. | ||
| - | Da zeigte sie aber nach einer Stelle nahe bei der Stalltür und sprach mit hohler und langsamer Geisterstimme: | + | Da zeigte sie aber nach einer Stelle nahe bei der Stalltür und sprach mit hohler und langsamer Geisterstimme: |
| Der Mann hob die Stallbohlen auf und da standen drei Kästen, in dem einen waren lauter Pfennige, in dem anderen Silbergeld, in dem dritten waren lauter Goldstücke. Er wusste nicht, ob er sich darüber freuen oder traurig sein sollte. Das Geld wurde mit den Kästen ins Haus gebracht und nach dem Wunsch der Frau verteilt, aber nicht auf einmal, sondern so nach und nach. Daran hatten die Armen in [[geo: | Der Mann hob die Stallbohlen auf und da standen drei Kästen, in dem einen waren lauter Pfennige, in dem anderen Silbergeld, in dem dritten waren lauter Goldstücke. Er wusste nicht, ob er sich darüber freuen oder traurig sein sollte. Das Geld wurde mit den Kästen ins Haus gebracht und nach dem Wunsch der Frau verteilt, aber nicht auf einmal, sondern so nach und nach. Daran hatten die Armen in [[geo: | ||
| - | Man hätte nun meinen sollen, sie könne nun Ruhe in ihrem Grab haben, nachdem das Geld verteilt wurde und war. Aber nein, alle Abende kam sie in den Stall und sah nach der Stelle, wo das Geld gesteckt hatte. Das erste Mädchen hatte nichts Arges mehr daraus. Als das aber wegheiratet hatte und ein anderes dafür an deren Stelle kam, da gab es denn Schreien und Quieken, und der gute K. konnte am Ende kein Mädchen mehr bekommen, das ihm seine Kühe besorgte. Da ging er denn selbst in den [[typ:Stall]] und besorgte das Vieh. Dabei stellte sich aber regelmäßig seine Frau ein. Oft sagte er ihr, sie solle sich packen und ihm nicht wieder über die Schwelle kommen. Es half aber nichts. Da ging er deshalb nach [[geo: | + | Man hätte nun meinen sollen, sie könne nun Ruhe in ihrem Grab haben, nachdem das Geld verteilt wurde und war. Aber nein, alle Abende kam sie in den Stall und sah nach der Stelle, wo das Geld gesteckt hatte. Das erste Mädchen hatte nichts Arges mehr daraus. Als das aber wegheiratet hatte und ein anderes dafür an deren Stelle kam, da gab es denn Schreien und Quieken, und der gute K. konnte am Ende kein Mädchen mehr bekommen, das ihm seine Kühe besorgte. Da ging er denn selbst in den Stall und besorgte das Vieh. Dabei stellte sich aber regelmäßig seine Frau ein. Oft sagte er ihr, sie solle sich packen und ihm nicht wieder über die Schwelle kommen. Es half aber nichts. Da ging er deshalb nach [[geo: |
| - | Der Geistliche zitierte denn auch die Frau K., sie kam auch. Da fragte er sie, warum sie immer walten gehe und die Leute beunruhige. Dem antwortete sie aber ganz schnippisch, | + | Der Geistliche zitierte denn auch die Frau K., sie kam auch. Da fragte er sie, warum sie immer walten gehe und die Leute beunruhige. Dem antwortete sie aber ganz schnippisch, |
| - | Nun ließ K. einen anderen Geistlichen kommen, das sollte aber ein echter [[lex: | + | Nun ließ K. einen anderen Geistlichen kommen, das sollte aber ein echter [[wesen: |
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