sagen:der_rosstrapp_und_der_cretpfuhl
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| - | Der Roßtrapp und der Cretpfuhl. | ||
| - | Behrens Harzwald S. 121 und 130. | ||
| - | Seyfried in medulla p. 428. | ||
| - | Melissantes Orograph. h. v. | ||
| - | Otmar S. 181–186. | ||
| - | Quedlinburger Samml. S. 125–128. 147. 148. | ||
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| - | Den Roßtrapp oder die Roßtrappe nennt man einen Felsen mit einer eirunden Vertiefung, welche einige Aehnlichkeit mit dem Eindruck eines riesenmäßigen Pferdehufs hat, in dem hohen Vorgebirge des Nordharzes, hinter Thale. Davon folgende abweichende Sagen: | ||
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| - | 1) Eines Hühnenkönigs Tochter stellte vor Zeiten die Wette an, mit ihrem Pferde über den tiefen Abgrund, Creful genannt, von einem Felsen zum andern zu springen. Zweimal hatte sie es glücklich verrichtet, beim drittenmale aber schlug das Roß rückwärts über und stürzte mit ihr in die Schlucht hinab. Darin befindet sie sich immer noch. Ein Taucher hatte sie einmal einigen zu Gefallen um ein Trinkgeld so weit außer Wasser gebracht, daß man etwas von der Krone sehen konnte, die sie auf dem Haupt getragen. Als er zum drittenmal dran sollte, wagte ers anfänglich nicht, entschloß sich zuletzt doch und vermeldete dabei: „wenn aus dem Wasser ein Blutstrahl steigt, so hat mich die Jungfrau umgebracht; dann eilet alle davon, daß ihr nicht auch in Gefahr gerathet.“ Wie er sagte, geschahs, ein Blutstrahl stieg auf. | ||
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| - | [412] 2) Vor Alters wohnte ein König auf den herumgelegenen alten Schlössern, | ||
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| - | 3) Eine Königstochter wohnte am Harz und hatte wider den Willen ihres Vaters eine geheime Liebschaft. Um sich vor seinem Zorn zu retten, floh sie, nahm die Königskrone mit und wollte sich in den Felsen bergen. Auf dem Felsen jenseits, gegenüber dem Roßtrapp, sollen noch die Radenägel ihres Fuhrwerks eingedrückt seyn. Sie wurde verfolgt und umringt. Es war keine Rettung übrig als einen Sprung ans andre Ufer zu wagen. Die Jungfrau sah das, da tanzte sie noch einmal zu guter Letzt, als wäre es ihr Hochzeittag und davon bekam der Fels den Namen Tanzplatz. Dann that sie glücklich den großen Sprung; wo ihr Roß den ersten Fuß hinsetzte, drückte sich sein Huf ein, fortan hieß dieser Fels der Roßtrapp. In der Luft war ihr aber die unschätzbare Krone vom Haupt gefallen in einen tiefen Strudel der Bode, davon das Kronenloch benannt. Da liegt sie noch auf den heutigen Tag. | ||
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| - | 4) Vor tausend und mehr Jahren, ehe noch die Raubritter die Hoymburg, Leuenburg, Steckelnburg und Winzenburg erbauten, war das Land rings um [413] den Harz von Riesen bewohnt, die Heiden und Zauberer waren, Raub, Mord und Gewaltthat übten. Sechzigjährige Eichen rissen sie sammt den Wurzeln aus und fochten damit. Was sich entgegenstellte wurde mit Keulen medergeschlagen und die Weiber in Gefangenschaft fortgeschleppt, | ||
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| - | 5) In Böhmen lebte vorzeiten eine Königstochter, | ||
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| - | Autor: Brüder Grimm | ||
| - | Titel: Der Roßtrapp und der Cretpfuhl | ||
| - | aus: Deutsche Sagen, Band 1, S. 411 - 417 | ||
| - | Auflage: 1. Auflage | ||
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sagen/der_rosstrapp_und_der_cretpfuhl.1578782413.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
