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sagen:der_rammelsberg

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-====== Der Rammelsberg ====== 
-(Sage des Monats Juli 2020) 
  
-    Melissantes u. d. W. 
-    Bange, thür. Chron. 33b. 
-    Fischart’s Gargantua c. 15. fol. 133a. 
- 
-Zur Zeit [[vip:otto_der_grosse|Kaiser Otto I.]] auf der Harzburg hauste, hielt er auch an dem Harzgebirge große Jagden. Da geschah es, daß Ramm (nach andern Remme) seiner besten [[typ:jaeger|Jäger]] einer, an den Vorbergen jagte, der Burg gegen Niedergang, und ein Wild verfolgte. Bald aber wurde der Berg zu steil, darum stand der Jäger ab von seinem [[typ:pferd|Roß]], band es an einen Baum, und eilte dem Wild zu Fuße nach. Sein zurückbleibendes Pferd stampfte ungeduldig, und kratzte mit den Vorderhufen auf dem Grund.  
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-Als sein Herr, der Jäger Ramm, von der Verfolgung des Wildes zurückkehrte, sah er verwundert, wie sein Pferd gearbeitet und mit den Füßen einen schönen [[typ:erz|Erzgang]] aufgescharrt hatte. Da hub er einige Stufen auf und trug sie dem Kaiser hin, der alsbald das entblößte [[typ:Bergwerk]] angreifen und mit Schürfen versuchen ließ. Man fand eine reichliche Menge [[typ:erz|Erz]], und der Berg wurde dem Jäger zu Ehren Rammelsberg geheißen.  
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-Des Jägers Frau nannte sich Gosa, und von ihr empfing die Stadt Goslar, die nahe bei dem Berg gebaut wurde, ihren Namen. Das Flüßchen, das durch die Stadt rinnt, heißt ebenfalls Gose, deßgleichen das daraus gebraute Weißbier. Der Jäger wurde in der Augustins - Capelle begraben, und auf dem Leichenstein mit seiner Frau in Lebensgröße ausgehauen; Rammel trägt in der Rechten ein Schwert über sich, und Gosa eine Krone auf dem Haupt. 
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-Nach andern hat nicht der Jäger, sondern eines Jungherrn Pferd Rammel geheißen, das man ein Mal an dem Berge anband, wo es so rammelte und stampfte, daß seine wohl geschärften Hufeisennägel eine Goldader bloß machten. 
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-Noch sieht man auf dem Rammelsberge einen Brunnen, der Kinderbrunnen genannt, worauf zwei steingehauene Kinder stehen; daher, weil unter [[vip:kaiser_heinrich_ii|Heinrich II.]] eine schwangere Frau bei diesem Brunnen zweier Söhnlein entbunden wurde.  
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-[[vip:otto_der_grosse|Kaiser Otto]] soll auf dem Berg oben an dem Platz, Namens Werl, ein Schloß oder einen Saal gehabt haben, vor dem er einst einem gefangenen König das Haupt abschlagen ließ.  
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-Späterhin schlug das Bergwerk ein Mal ein, und verdarb so viel [[typ:bergmann|Arbeiter]], daß vierthalb Hundert Witwen vor dem Berge standen, und ihre Männer klagten; darauf lagen die Gruben Hundert Jahr still, und [[geo:goslar|Goslar]] wurde so einsam, daß in allen Straßen hohes Gras wuchs. 
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-In den Rammelsberg soll mehr Holz verbaut seyn, als in die Städte [[geo:braunschweig|Braunschweig]] und [[geo:goslar|Goslar]]. Man hatte ein altes Lied, das so anfängt: 
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-De Ramelsburgk hefft enen gulden Font, \\ 
-drumb tragen wi en stolten Mont etc. 
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-<note tip>Der Bergbau am Rammelsberg wurde erstmals um 968 von Widukind von Corvey in seiner Res gestae Saxonicae erwähnt. Demnach habe Otto der Große „im Sachsenland Silberadern eröffnet“ („in Saxonia venas argenti aperuit“).  
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-Im Jahre 1376 ereignete sich am Rammelsberg ein Grubenunglück, bei dem mindestens 100 Bergleute durch hereinbrechende Gesteinsmassen verschüttet wurden und ums Leben kamen. Georgius Agricola erwähnt ein Unglück, bei dem etwa 400 Männer umgekommen sind. Quelle: [[https://de.wikipedia.org/wiki/Rammelsberg|Wikipedia]]</note> 
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-//Quelle: Brüder Grimm, Deutsche Sagen, Band 2, S. 164-166, 1818// 
-{{tag>sagen grimm deutschesagen2 goslar jäger pferd erz harz bergmann bergwerk heinrichii ottodergrosse monat 968 1376}} 
sagen/der_rammelsberg.1608272561.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)