sagen:der_pochknabe_und_der_teufel
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| - | Jeder Pochknabe kriegt von seinem Lohn 7 [[typ: | + | Jeder Pochknabe kriegt von seinem Lohn 7 Pfennige. Damit kann er machen, was er will. Das ist so Mode. Sonst haben aber auch die Pochjungen in der Lösestunde gewürfelt und um Pfennige oder sonst um etwas gespielt, und am besten ist es am Freitag gegangen, wenn sie ihren Lohn bekommen haben und ihre 7 Pfennige. Einst hat nun ein Pocher seine 7 Pfennige verspielt. Er hat sie aber wiedergewinnen wollen, und packt seinen Lohn an, den er mit nach Haus bringen muss. Als er nichts mehr hat, muss er doch aufhören. |
| - | Nun sieht er erst ein, was er gemacht hat und wie es ihm geht, wenn er mit leerer Hand nach Haus kommt, und bringt keinen Lohn mit. Denn sein Vater und seine Mutter sind brav schlimm gewesen und haben gleich erbärmlich auf ihn [[typ: | + | Nun sieht er erst ein, was er gemacht hat und wie es ihm geht, wenn er mit leerer Hand nach Haus kommt, und bringt keinen Lohn mit. Denn sein Vater und seine Mutter sind brav schlimm gewesen und haben gleich erbärmlich auf ihn losgeprügelt mit dem Heftstrick, wenn er etwas angestellt hat. Als der Pochjunge des Abends Schicht hat und nach Haus geht, ist er der Allerletzte. Er fürchtet sich vor der Strafe, deshalb geht er ganz langsam und weint immer fort vor sich hin. Auf einmal kommt ihm ein fremder Herr entgegen, der hat einen schönen feurigen Rock an, einen etwas dicken Fuß und dann eine hohe Mütze auf, der fragt ihn, was ihm fehle. Der Junge sagt es ihm. Darauf spricht der Mann recht freundlich, ob er (der Junge) morgen früh, wenn das Beten anging, aus dem Pochwerk((Pochwerk: |
| Darauf gibt ihm der Mann so viel Geld, dass dem Jungen sein Brotbeutel voll wird, und ist verschwunden. Nun ist der Pochjunge froh und geht nach Hause. Kaum tritt er in die Stube, so schüttet er voll Freude das ganze Geld auf den Tisch. | Darauf gibt ihm der Mann so viel Geld, dass dem Jungen sein Brotbeutel voll wird, und ist verschwunden. Nun ist der Pochjunge froh und geht nach Hause. Kaum tritt er in die Stube, so schüttet er voll Freude das ganze Geld auf den Tisch. | ||
| - | Die Alten wundern sich und fragen gleich: »Junge, wo hast du das viele [[typ:Geld]] her?« | + | Die Alten wundern sich und fragen gleich: »Junge, wo hast du das viele Geld her?« |
| Da sagte es der Junge ganz ohne Argwohn. | Da sagte es der Junge ganz ohne Argwohn. | ||
| - | »Das behalten wir nicht«, spricht der Vater, »das ist Teufelsgeld. Das hat dir der [[typ:Teufel]] gegeben, der ist es gewesen, der hat dich verführt, und will dich morgen holen. Das soll ihm aber nicht gelingen. Du packst gleich das Geld zusammen, wir müssen zum Superintendenten, | + | »Das behalten wir nicht«, spricht der Vater, »das ist Teufelsgeld. Das hat dir der [[wesen:Teufel]] gegeben, der ist es gewesen, der hat dich verführt, und will dich morgen holen. Das soll ihm aber nicht gelingen. Du packst gleich das Geld zusammen, wir müssen zum Superintendenten, |
| - | Der Junge packt den Kram zusammen, wäscht sich und muss gleich in seinem Anfahrzeug mit zum Superintendenten. Alles wird erzählt. Darauf sagt der Prediger, er wolle morgen früh mit dem Pochknaben anfahren. Morgen früh solle aber der Junge, ehe er anführe, eine [[typ:Nadel]] nehmen, sich in die Hand stechen, dass Blutstropfen herauskämen, | + | Der Junge packt den Kram zusammen, wäscht sich und muss gleich in seinem Anfahrzeug mit zum Superintendenten. Alles wird erzählt. Darauf sagt der Prediger, er wolle morgen früh mit dem Pochknaben anfahren. Morgen früh solle aber der Junge, ehe er anführe, eine Nadel nehmen, sich in die Hand stechen, dass Blutstropfen herauskämen, |
| »Wir wollen ihm bei dieser Gelegenheit den Brei recht versalzen. Das Geld könne aber der Vater behalten.« | »Wir wollen ihm bei dieser Gelegenheit den Brei recht versalzen. Das Geld könne aber der Vater behalten.« | ||
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