sagen:der_kobold
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:der_kobold [2020/03/05 14:11] – ewusch | sagen:der_kobold [2023/11/15 15:53] (aktuell) – gelöscht ewusch | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| - | ====== Der Kobold ====== | ||
| - | Prätorius Weltbeschr. I. 315–320. | ||
| - | Luther’s Tisch-Reden S. 103. | ||
| - | |||
| - | An einigen Orten hat fast jeder Bauer, Weib, Söhne und Töchter, einen [[typ: | ||
| - | |||
| - | Sie machen, eh sie in die Häuser einziehen wollen, erst eine Probe. Bei Nachtzeit nämlich schleppen sie Säge-Späne ins Haus, in die Milchgefäße aber bringen sie Koth von unterschiedenem Vieh. Wenn nun der Hausvater genau achtet, daß die Späne nicht zerstreut, der Koth in den Gefäßen gelassen und daraus die Milch genossen wird, so bleibt der Kobold im Haus, so lange nur noch einer von den Hausbewohnern am Leben ist. | ||
| - | |||
| - | Hat die Köchin einen Kobold zu ihrem heimlichen Gehülfen angenommen, so muß sie täglich um eine gewisse Zeit und an einem besondern Ort im Haus ihm sein zubereitetes Schüsselchen voll gutes Essen hinsetzen und ihren Weg wieder gehen. Thut sie das, so kann sie faullenzen, am Abend früh zu Bette gehen und wird dennoch ihre Arbeit früh Morgens beschickt finden. Vergißt sie das einmal, so muß sie in Zukunft nicht nur ihre Arbeit selbst wieder thun, sondern sie hat nun auch eine unglückliche Hand, indem sie sich im heißen Wasser verbrennt, Töpfe und Geschirr zerbricht, das Essen umschüttet, | ||
| - | |||
| - | Verändert sich auch das Gesinde, so bleibt er doch, ja die abziehende Magd muß ihn ihrer Nachfolgerin anempfehlen, | ||
| - | |||
| - | Man glaubt, sie seyen rechte Menschen, in Gestalt kleiner Kinder, mit einem bunten Röcklein. Darzu etliche setzen, daß sie theils Messer im Rücken hätten, theils noch anders und gar gräulich gestaltet wären, je nachdem sie so und so, mit diesem oder jenem Instrument vorzeiten umgebracht wären, denn sie halten sie für die Seelen der vorweilen im Hause Ermordeten. | ||
| - | |||
| - | Zuweilen ist die [[typ: | ||
| - | |||
| - | //Quelle: Brüder Grimm, Deutsche Sagen, Band 1, S. 90–92, 1816// | ||
| - | {{tag> | ||
sagen/der_kobold.1583413892.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
