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sagen:der_kluge_moench_von_kamenz

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 ====== Der kluge Mönch von Kamenz ====== ====== Der kluge Mönch von Kamenz ======
-{{ https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2b/Grabplatte_Hans_Wagner_in_Kamenz.jpg?200}} 
-Wie sich an vielen Orten in Sachsen, z. B. auf dem Sonnenstein, in der [[typ:ruine|Ruine]] der Mönchskirche zu [[geo:bautzen|Budissin]], auf der Ortenburg daselbst, in der S. Johanniskirche zu [[geo:zittau|Zittau]] usw. hin und wieder ein gespenstiger [[typ:mönch|Mönch]] zeigen soll, der durch seine Erscheinung stets der Stadt [[typ:weissagung|ein Unglück andeute]], so soll auch in [[geo:kamenz|Kamenz]] zuweilen ein Franziskanermönch zu sehen sein, der sogar einmal die Buchstaben C. M. P. an das Klostertor angeschrieben habe, die man, da bald darauf die [[typ:pest|Pest]] erfolgte, als Camitia Misere Peribit (d. h. Kamenz wird elendiglich zugrunde gehen) deutete. 
  
-Viele halten ihn für den Erfinder des Schießpulvers Berthold Schwarzdessen angeblicher Grabstein in der St. Annenkirche zu Kamenz eine Kanone ziertund dessen Standbild an der Hausecke der Budissiner Gasse Nr91 angeblich zu sehen gewesen sein sollDies ist aber unmöglich, denn jene Grabstätte ist die eines Büchsenmeisters, Max Gottmann, der im Jahr 1508 hier verstarb, und jenes Standbild bezeichnet, dass der Besitzer dieses Hauses einst ein gewisser [[vip:hans_wagner|Hans Wagner]] († 1503gewesen sei.+Wie sich an vielen Orten in Sachsen, z. B. auf dem Sonnenstein, in der Ruine der [[kirche:mönchskirchebautzen|Mönchskirche]] zu [[geo:bautzen|Budissin]]auf der Ortenburg daselbst, in der SJohanniskirche zu [[geo:Zittau]] uswhin und wieder ein gespenstiger [[wesen:spukmönch|Mönch]] zeigen soll, der durch seine Erscheinung stets der Stadt in Unglück andeute, so soll auch in [[geo:Kamenz]] zuweilen ein Franziskanermönch zu sehen sein, der sogar einmal die Buchstaben C. M. P. an das Klostertor angeschrieben habe, die man, da bald darauf die Pest erfolgte, als Camitia Misere Peribit (d. h. Kamenz wird elendiglich zugrunde gehendeutete.
  
-Daher muss jener [[typ:mönch|Mönch]] wohl der unruhige Geist eines der letzten Mönche des aufgehobenen Franziskanerklosters zu Kamenz, Matthäus Rudolph sein, dernachdem er zu [[geo:leipzig|Leipzig]] und [[geo:paris|Paris]] besonders Magie und Alchimie studiertvon seiner engen Zelle aus im Kloster St Anna in Kamenzwo er von weit und breit Besuche von Armen und Reichen empfingdurch Formeln und Wundersprüche, aber auch mit Wurzeln, Steinen, Kräutern und Pflastern heilte.+Viele halten ihn für den Erfinder des Schießpulvers Berthold Schwarz, dessen angeblicher Grabstein in der St. Annenkirche zu Kamenz eine Kanone ziertund dessen Standbild an der Hausecke der Budissiner Gasse Nr. 91 angeblich zu sehen gewesen sein soll. Dies ist aber unmöglichdenn jene Grabstätte ist die eines BüchsenmeistersMax Gottmannder im Jahr 1508 hier verstarb, und jenes Standbild bezeichnetdass der Besitzer dieses Hauses einst ein gewisser Hans Wagner († 1503) gewesen sei.
  
-Man suchte ihn jedoch nur in der Not aufdenn es ging von ihm das Gerücht, er habe sich dem [[typ:teufel|Teufel]] verschrieben und dieser leiste ihm bei allen Heilungen getreuen Beistand. Am Sonnabend vor Lätare 1562 kehrte er aus [[region:boehmen|Böhmen]] von einem Krankenbesuch zurück; da erhob sich auf einmal bei ganz heiterem Himmel ein [[typ:unwetter|furchtbares Gewitter]], und in diesem kam der Mönch mitten auf der Straße um: angeblich hatte ihn der [[typ:teufel|Teufel]] geholt.+Daher muss jener Mönch wohl der unruhige Geist eines der letzten Mönche des aufgehobenen Franziskanerklosters zu KamenzMatthäus Rudolph seinder, nachdem er zu [[geo:Leipzig]] und [[geo:Paris]] besonders Magie und Alchimie studiert, von seiner engen Zelle aus im Kloster St Anna in Kamenzwo er von weit und breit Besuche von Armen und Reichen empfing, durch Formeln und Wundersprüche, aber auch mit Wurzeln, Steinen, Kräutern und Pflastern heilte.
  
-Den Tag nach seinem Tode kamen aus Kamenz seine drei noch übrigen Ordensbrüder und holten seine Leiche in aller Stille auf einem Düngerwagen ab. Erst nach seinem Tode wagte man ihm den Prozess als [[typ:zauberer|Zauberer]] zu machen; seine Magd und ihr Sohn, die auf der [[typ:folter|Folter]] bekannt hattendass sie ihm beim Zaubern geholfen hätten, wurden 1564 [[typ:hinrichtung|hingerichtet]].+Man suchte ihn jedoch nur in der Not auf, denn es ging von ihm das Gerücht, er habe sich dem [[wesen:Teufel]] verschrieben und dieser leiste ihm bei allen Heilungen getreuen Beistand. Am Sonnabend vor Lätare 1562 kehrte er aus [[region:Böhmen]] von einem Krankenbesuch zurück; da erhob sich auf einmal bei ganz heiterem Himmel ein |furchtbares Gewitterund in diesem kam der Mönch mitten auf der Straße umangeblich hatte ihn der Teufel geholt.
  
-Lies auch: [[sagen:hexen_zu_dresden_verbrannt|Hexen zu Dresden verbrannt]] und [[sagen:eine_hexe_wird_zu_dresden_verbrannt|Eine Hexe wird zu Dresden verbrannt]]+Den Tag nach seinem Tode kamen aus Kamenz seine drei noch übrigen Ordensbrüder und holten seine Leiche in aller Stille auf einem Düngerwagen ab. Erst nach seinem Tode wagte man ihm den Prozess als [[wesen:Zauberer]] zu machen; seine Magd und ihr Sohn, die auf der Folter bekannt hatten, dass sie ihm beim Zaubern geholfen hätten, wurden 1564 hingerichtet. 
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 +//Quelle: [[autor:alfredmeiche|Alfred Meiche]], [[buch:Sagenbuch des Königreichs Sachsen]], 1268 Sagen in 10 Kategorien, Leipzig 1903, Seite 533// 
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 +{{tag>sagen alfredmeiche sagenbuchdeskönigreichessachsen v2a}}
  
-//Quelle: Alfred Meiche: Sagenbuch des Königreiches Sachsen, 1268 Sagen in 10 Kategorien, Leipzig 1903, Seite 533// 
  
-{{tag>sagen oberlausitz zauberer kamenz hexe hinrichtung zittau bautzen folter hinrichtung unwetter teufel mönch 1600}} 
sagen/der_kluge_moench_von_kamenz.1579892618.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)