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sagen:der_irrwisch_bei_gehren

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-====== Der Irrwisch bei Gehren ====== 
  
-Am „wendschen Dikeken“, einem Wasserloche bei der Tiefelsmühle, spukte ein 
-Irrwisch. Einmal war der alte Ast lange Zeit bei Tiefels gesessen und hatte ein 
-Pillechen getrunken. Als er nach Hause ging und bis ans „wensche Dikeken“ kam, 
-leuchtete vor ihm ein Irrlicht. Da ging er hinter ihm her und kam in die Drehe. Und je 
-länger, um so mehr kam er in die Drehe. Und auf einmal fiel er in ein Torfloch, da wo 
-es anfing. 
- 
-Da jammerte der alte Ast und bittete den Irrwisch, es sollte ihm doch wieder 
-rausleuchten. Er würde sonst krank, wenn er solange im nassen läge. Er wollte dem 
-Irrwisch auch zwei Silbergroschen geben, wenn er ihm bis nach Hause leuchten 
-würde. Der Irrwisch tat ihm den Gefallen und leuchtete ihm, bis er vor der Hoftüre 
-stand. Aber als er die Hoftüre aufgeklingt hatte, sagte er zu dem Irrwisch: „Ick wär 
-dich wat schätzen !“ Er schlug die Tür hinter sich zu, riegelte ab, lief in sein Haus und 
-kroch ins Bette. 
- 
-Aber er konnte gar keine Ruhe finden und schmiß sich immer hin und her. Da sagte 
-seine Frau zu ihm:“ Vater, was ist denn, du kriegst ja gar keene Ruhe nich !“ Er 
-sagte zu ihr. „Mich is so anders, ich werde gehen und mich ein paar Hosen anziehn.“ 
-Da sagte sie: „Treck dich man die Hosen gar nich erst an, du kannst ins Hemde 
-rausgehn.“ 
- 
-Der Abtritt war dicht bei der Haustüre an der Mistkante und hatte bloß eine Stange. 
-Wie nun der alte Ast auf den Hof kam,erschrak er sich gar sehr. Denn der Irrwisch 
-war auf den Hof gekommen und nahm ihn nun und schmiß ihn in hohen Bogen in die 
-Jauchekute, so daß er bis an den Hals drin saß. Nun konnte er wieder nicht alleine 
-heraus und weil auf sein Schreien keiner kam,fing er an, den Irrwisch zu bitten und 
-anzuflehen, er möchte ihm doch nur noch einmal helfen. Er wolle gern alles Geld 
-bezahlen und noch einen Dreier dazugeben. 
- 
-Erst wollte der Irrwisch ihm nicht helfen, weil er aber so sehr quälte, tat er ihm den 
-Gefallen. Nun lief er ins Haus, holte die zwei Silbergroschen und den Dreier und 
-schmiß es dem Irrwisch hin. Darauf verschwand der Irrwisch. Weil er aber so 
-gestunken hatte, als er in der Stube im Tischkasten nach dem Gelde suchte, waren 
-die Weiber munter geworden und kamen aus dem Hause und plumpten ihn ab.  
- 
-Von 
-da ab ging der alte Ast nicht mehr bei Dunker am „wendschen Dikeken“ vorbei. 
- 
-//Quelle: E.H.Wusch: Sagen meiner Heimat, eine Sammlung mündlich übertragener Sagen der Niederlausitz// 
-{{tag>sagen niederlausitz irrwisch gehren}} 
sagen/der_irrwisch_bei_gehren.1578515260.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)