sagen:der_hackeklotz
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:der_hackeklotz [2024/02/01 22:38] – ewusch | sagen:der_hackeklotz [2025/01/30 17:47] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 3: | Zeile 3: | ||
| ====== Der Hackeklotz ====== | ====== Der Hackeklotz ====== | ||
| - | Ein [[typ: | + | Ein Handwerksbursche, |
| Ach, so sprach der Mann, das solle er nur lassen. Ob er nicht mit ihm gehen und bei ihm bleiben wolle. Für ein gutes Abendbrot und auch eine gute Schlafstelle solle er nicht sorgen, die solle er haben. | Ach, so sprach der Mann, das solle er nur lassen. Ob er nicht mit ihm gehen und bei ihm bleiben wolle. Für ein gutes Abendbrot und auch eine gute Schlafstelle solle er nicht sorgen, die solle er haben. | ||
| Zeile 11: | Zeile 11: | ||
| Er ging also mit dem kleinen freundlichen Mann. Unterwegs sprach der, morgen käme er aber noch nicht wieder weg, denn er hätte viel im Willen mit ihm. Wenn er wolle, so könnte er hier ein wunderschönes neues Haus ganz für umsonst kriegen. | Er ging also mit dem kleinen freundlichen Mann. Unterwegs sprach der, morgen käme er aber noch nicht wieder weg, denn er hätte viel im Willen mit ihm. Wenn er wolle, so könnte er hier ein wunderschönes neues Haus ganz für umsonst kriegen. | ||
| - | »Das wird einem nicht immer geboten«, sagte der Handwerksbursche, | + | »Das wird einem nicht immer geboten«, sagte der Handwerksbursche, |
| - | Ach, sagte dieser, das wären ja Narrenspossen, | + | Ach, sagte dieser, das wären ja Narrenspossen, |
| Der wollte aber nicht und sprach: »Morgen, wenn′s Tag ist, wollen wir erst einmal miteinander hin und uns die Geschichte ansehen. Dann müssen doch auch Sachen hingebracht werden, denn das Haus ist ganz leer. Es ist auch nicht einmal ein Stuhl darin.« | Der wollte aber nicht und sprach: »Morgen, wenn′s Tag ist, wollen wir erst einmal miteinander hin und uns die Geschichte ansehen. Dann müssen doch auch Sachen hingebracht werden, denn das Haus ist ganz leer. Es ist auch nicht einmal ein Stuhl darin.« | ||
| - | Damit war der Handwerksbursche zufrieden und ging dann zu [[typ:Bett]], schlief wie ein Türke und träumte schon von dem schönen Schloss, das er haben sollte. Des Morgens darauf stand er auf, frühstückte mit seinem Wirt und danach gingen sie miteinander zu dem verwünschten Haus; denn verwünscht war es gewesen, wie es sich nachher gezeigt hatte. | + | Damit war der Handwerksbursche zufrieden und ging dann zu Bett, schlief wie ein Türke und träumte schon von dem schönen Schloss, das er haben sollte. Des Morgens darauf stand er auf, frühstückte mit seinem Wirt und danach gingen sie miteinander zu dem verwünschten Haus; denn verwünscht war es gewesen, wie es sich nachher gezeigt hatte. |
| - | Der kleine Mann schloss auf, sie gingen hinein, durch alle Stuben und Kammern unten und oben, in die Küche, Speisekammer und den [[typ:Keller]], besichtigten alles. Auch durch den [[typ:Stall]] gingen sie. Es war aber alles leer, dabei alles gut und ordentlich eingerichtet. Als sie alles gesehen hatten, suchte sich der Handwerksbursche eine Stube aus, obenauf, mit einer Tür, war auch hübsch groß gewesen. Er sagte zu seinem Wirt, ob er nun so gut sein wolle und für ihn ein Bett, einen Tisch und Stuhl, ein Licht und ein Buch herbringen lassen. Das [[typ:Buch]] müsste aber gut gehen, damit ihm die Zeit nicht zu lange daure. Das wurde auch alles am Tag hingebracht. Unterdessen blieb der Handwerksbursche, | + | Der kleine Mann schloss auf, sie gingen hinein, durch alle Stuben und Kammern unten und oben, in die Küche, Speisekammer und den Keller, besichtigten alles. Auch durch den Stall gingen sie. Es war aber alles leer, dabei alles gut und ordentlich eingerichtet. Als sie alles gesehen hatten, suchte sich der Handwerksbursche eine Stube aus, obenauf, mit einer Tür, war auch hübsch groß gewesen. Er sagte zu seinem Wirt, ob er nun so gut sein wolle und für ihn ein Bett, einen Tisch und Stuhl, ein Licht und ein Buch herbringen lassen. Das Buch müsste aber gut gehen, damit ihm die Zeit nicht zu lange daure. Das wurde auch alles am Tag hingebracht. Unterdessen blieb der Handwerksbursche, |
| Des Abends, als sie auch erst gehörig vorgelegt hatten, und der Schneider sich dick stempel vollgegessen und getrunken hatte, ging er zum verwünschten Haus, schloss auf und machte sich in sein Zimmer. Hier setzte er das Bett, den Tisch und Stuhl mitten in die Stube, zog mit Kreide einen Kreis um die Sachen, schloss dann die Tür dicht zu, nämlich die Haustür vorn und hinten; ebenso die Tür zu seiner Stube. Alles war ruhig im Haus, es ließ sich nichts hören und sehen darin. Als er nun alles noch einmal durchgegangen hatte, ob es in Ordnung war, setzte er sich an seinen Tisch auf den Stuhl hinein in den Kreis, holte sein Buch vor und fing zu lesen an. Es war ein hübsches Buch gewesen, das von Gottvertrauen und vom Beistand Gottes in der Not gesprochen hatte. Daran erbaute er sich recht und las und las, bis es elf schlug. Da hörte er auf einmal ein Gehen und Laufen draußen auf dem Vorsaal, die Treppen auf und nieder, als ob die Bediensteten recht eilig zu tun hätten. Er hörte das Feuer in der Küche knädern und knacken, auch Kutschengerassel vor der Tür und im Hof, aber kein Wort. Es ging alles so geheimnisvoll, | Des Abends, als sie auch erst gehörig vorgelegt hatten, und der Schneider sich dick stempel vollgegessen und getrunken hatte, ging er zum verwünschten Haus, schloss auf und machte sich in sein Zimmer. Hier setzte er das Bett, den Tisch und Stuhl mitten in die Stube, zog mit Kreide einen Kreis um die Sachen, schloss dann die Tür dicht zu, nämlich die Haustür vorn und hinten; ebenso die Tür zu seiner Stube. Alles war ruhig im Haus, es ließ sich nichts hören und sehen darin. Als er nun alles noch einmal durchgegangen hatte, ob es in Ordnung war, setzte er sich an seinen Tisch auf den Stuhl hinein in den Kreis, holte sein Buch vor und fing zu lesen an. Es war ein hübsches Buch gewesen, das von Gottvertrauen und vom Beistand Gottes in der Not gesprochen hatte. Daran erbaute er sich recht und las und las, bis es elf schlug. Da hörte er auf einmal ein Gehen und Laufen draußen auf dem Vorsaal, die Treppen auf und nieder, als ob die Bediensteten recht eilig zu tun hätten. Er hörte das Feuer in der Küche knädern und knacken, auch Kutschengerassel vor der Tür und im Hof, aber kein Wort. Es ging alles so geheimnisvoll, | ||
| - | Das dauerte so hin bis halb zwölf. Da prellte mit furchtbarem Gekrach gegen die Stubentür, dass sie aufflog. Und dann kamen sieben Männer herein, einer hatte noch immer schlimmer ausgesehen als der andere, mit gefährlichen Prügeln in den Händen und stellten sich um den Kreis herum, in dem der Schneider saß. Alle glotzten ihn an, als wollten sie ihn mit den Augen durchbohren. Die Knüppel hatten sie hoch erhoben, doch standen sie still und so blieben sie stehen bis es zwölf schlug. Mit dem letzten Schlag war kaum der Letzte zur Tür hinaus, so schlug die Tür auch wieder zu, und alles blieb still, wie′s vor elf gewesen war. Der Schneider erholte sich erst von der [[typ:Angst]], denn es hatte ihm an jedem Haar ein Tropfen Schweiß vor Angst gehängt. Er hatte natürlich gemeint, die sieben wollten ihn totschlagen. Wie′s halb eins war und alles ruhig blieb, legte sich der Schneider ins Bett und schlief wie ein Ratz. Des Morgens, kaum graute der Tag, da kam auch der kleine freundliche Mann und wollte sehen, ob er noch am Leben wäre. Als er ans Haus klopfte, guckte oben aus dem Fenster der Schneider froh und wohlgemut. | + | Das dauerte so hin bis halb zwölf. Da prellte mit furchtbarem Gekrach gegen die Stubentür, dass sie aufflog. Und dann kamen sieben Männer herein, einer hatte noch immer schlimmer ausgesehen als der andere, mit gefährlichen Prügeln in den Händen und stellten sich um den Kreis herum, in dem der Schneider saß. Alle glotzten ihn an, als wollten sie ihn mit den Augen durchbohren. Die Knüppel hatten sie hoch erhoben, doch standen sie still und so blieben sie stehen bis es zwölf schlug. Mit dem letzten Schlag war kaum der Letzte zur Tür hinaus, so schlug die Tür auch wieder zu, und alles blieb still, wie′s vor elf gewesen war. Der Schneider erholte sich erst von der Angst, denn es hatte ihm an jedem Haar ein Tropfen Schweiß vor Angst gehängt. Er hatte natürlich gemeint, die sieben wollten ihn totschlagen. Wie′s halb eins war und alles ruhig blieb, legte sich der Schneider ins Bett und schlief wie ein Ratz. Des Morgens, kaum graute der Tag, da kam auch der kleine freundliche Mann und wollte sehen, ob er noch am Leben wäre. Als er ans Haus klopfte, guckte oben aus dem Fenster der Schneider froh und wohlgemut. |
| »Na, wie ging′s diese Nacht«, rief der von unten. | »Na, wie ging′s diese Nacht«, rief der von unten. | ||
| Zeile 33: | Zeile 33: | ||
| Das hielt der Kleine auch für gut. und so wurde nicht weiter danach gefragt und nichts davon gesagt. Der Schneider war ganz lustig und dachte: Du sollst dir′s heute noch zu gute machen, morgen lebst du vielleicht nicht mehr, denn gräulich ist die Geschichte doch. | Das hielt der Kleine auch für gut. und so wurde nicht weiter danach gefragt und nichts davon gesagt. Der Schneider war ganz lustig und dachte: Du sollst dir′s heute noch zu gute machen, morgen lebst du vielleicht nicht mehr, denn gräulich ist die Geschichte doch. | ||
| - | Der Abend kam wieder heran. Der Wirt ließ das Schönste und Beste auftragen, der Schneider holte tüchtig davon zu und um zehn ging er hin zu seinem Nachtquartier. Diesmal war ihm aber doch etwas mehr Angst ums Herz. Er hat’s aber angefangen, nun wollte und musste er es auch vollenden. Oben auf seiner Stube zog er noch einen Kreis um den ersten mit Kreide, steckte sein Licht an, holte sein Buch hervor, setzte sich hin und las. Es ging alles akkurat so wie den Abend zuvor zu. Nur, als die Tür aufsprang, brachten vier einen [[typ:Sarg]] herein, nahmen den Deckel ab, setzten den dabei hin. In dem Sarg lag ein wunderhübsches Mädchen und war tot. Das blieb liegen bis dreiviertel auf zwölf, dann richtete es sich im Sarg auf, sah ihn so freundlich an, als ob es sagen wollte, erlöse mich doch und streckte die Hände nach ihm aus. Der Schneider aber blieb ruhig sitzen und sah das arme Mädchen an. | + | Der Abend kam wieder heran. Der Wirt ließ das Schönste und Beste auftragen, der Schneider holte tüchtig davon zu und um zehn ging er hin zu seinem Nachtquartier. Diesmal war ihm aber doch etwas mehr Angst ums Herz. Er hat’s aber angefangen, nun wollte und musste er es auch vollenden. Oben auf seiner Stube zog er noch einen Kreis um den ersten mit Kreide, steckte sein Licht an, holte sein Buch hervor, setzte sich hin und las. Es ging alles akkurat so wie den Abend zuvor zu. Nur, als die Tür aufsprang, brachten vier einen Sarg herein, nahmen den Deckel ab, setzten den dabei hin. In dem Sarg lag ein wunderhübsches Mädchen und war tot. Das blieb liegen bis dreiviertel auf zwölf, dann richtete es sich im Sarg auf, sah ihn so freundlich an, als ob es sagen wollte, erlöse mich doch und streckte die Hände nach ihm aus. Der Schneider aber blieb ruhig sitzen und sah das arme Mädchen an. |
| Keiner sagte ein Wort. Wie es bald zwölf war, legte sich das Mädchen wieder im Sarg zurecht, die vier legten den Deckel auf den Sarg und gingen damit zur Tür hinaus. Da schlug die Tür von selbst zu, dass das ganze Haus bebte. Dann war alles still. Die Geschichte war aber dem Schneider nicht so fürchterlich gewesen als am Abend zuvor. Er hatte das arme Mädchen bedauert, sich aber nicht geängstigt. Deshalb ließ er doch aber das Licht brennen und legte sich zu Bett. Natürlich schlief er wieder wie ein Türke. Des Morgens holte ihn sein Wirt wieder ab und wunderte sich nicht wenig, dass der Schneider noch lebte; denn in der zweiten Nacht waren die Vorigen meistens tot gemacht, die sich in das Haus wieder gewagt hatten. Beim Frühstück sagte der Wirt, zwei Nächte hätte er glücklich hingebracht, | Keiner sagte ein Wort. Wie es bald zwölf war, legte sich das Mädchen wieder im Sarg zurecht, die vier legten den Deckel auf den Sarg und gingen damit zur Tür hinaus. Da schlug die Tür von selbst zu, dass das ganze Haus bebte. Dann war alles still. Die Geschichte war aber dem Schneider nicht so fürchterlich gewesen als am Abend zuvor. Er hatte das arme Mädchen bedauert, sich aber nicht geängstigt. Deshalb ließ er doch aber das Licht brennen und legte sich zu Bett. Natürlich schlief er wieder wie ein Türke. Des Morgens holte ihn sein Wirt wieder ab und wunderte sich nicht wenig, dass der Schneider noch lebte; denn in der zweiten Nacht waren die Vorigen meistens tot gemacht, die sich in das Haus wieder gewagt hatten. Beim Frühstück sagte der Wirt, zwei Nächte hätte er glücklich hingebracht, | ||
| - | »Oh«, sagte der Schneider, »mir tut niemand etwas. Ich habe ein gutes Mittel, das ist gegen [[typ:Hölle]] und [[typ:Teufel]] gut.« | + | »Oh«, sagte der Schneider, »mir tut niemand etwas. Ich habe ein gutes Mittel, das ist gegen Hölle und Teufel gut.« |
| - | Der [[typ: | + | Der Wirt sagte darauf, wenn er, der Schneider, morgen früh noch lebe, so gehöre ihm das Haus. |
| Nun gut. Der dritte Tag ging auch hin, und dem Schneider wurde nicht wohl zu Mute, als es anfing, dunkel zu werden. Das schöne Abendessen wollte dieses Mal nicht rutschen. Er war verstimmt, tat sich′s aber nicht aus. | Nun gut. Der dritte Tag ging auch hin, und dem Schneider wurde nicht wohl zu Mute, als es anfing, dunkel zu werden. Das schöne Abendessen wollte dieses Mal nicht rutschen. Er war verstimmt, tat sich′s aber nicht aus. | ||
| Zeile 47: | Zeile 47: | ||
| Und so machte sich der Schneider fort und machte einen dritten Kreis um die beiden ersteren und setzte sich hinein. Dies ging auch wieder alles so, wie die vorigen Abende. Nur wie die Tür aufsprang, da brachten zwei einen Hackeklotz. Dann kamen noch ein alter Mann und eine alte Frau herein. Die Frau hatte eine große, schwarze Katze unterm Arm, die immer fort wollte, aber nicht kann, dann aber den Schneider mit ihren großen Augen anguckte, als ob sie ihn zerreißen wollte. | Und so machte sich der Schneider fort und machte einen dritten Kreis um die beiden ersteren und setzte sich hinein. Dies ging auch wieder alles so, wie die vorigen Abende. Nur wie die Tür aufsprang, da brachten zwei einen Hackeklotz. Dann kamen noch ein alter Mann und eine alte Frau herein. Die Frau hatte eine große, schwarze Katze unterm Arm, die immer fort wollte, aber nicht kann, dann aber den Schneider mit ihren großen Augen anguckte, als ob sie ihn zerreißen wollte. | ||
| - | Der Mann hatte aber ein blankes, scharfes | + | Der Mann hatte aber ein blankes, scharfes Hackebeil in der Hand und kam auf den Schneider zu. |
| Das wird aber arg, nun geht′s dir an den Kragen, dachte der Schneider, und der Angstschweiß floss ihm von der Stirn. Doch bewegte er sich nicht von seinem Platz. Diesmal, wie sonst, blieb alles außer den Kreisen. Der Hackeklotz aber und der Mann mit dem Beil standen dicht neben ihm. Endlich winkte ihm der Mann, er solle das Beil hinnehmen. | Das wird aber arg, nun geht′s dir an den Kragen, dachte der Schneider, und der Angstschweiß floss ihm von der Stirn. Doch bewegte er sich nicht von seinem Platz. Diesmal, wie sonst, blieb alles außer den Kreisen. Der Hackeklotz aber und der Mann mit dem Beil standen dicht neben ihm. Endlich winkte ihm der Mann, er solle das Beil hinnehmen. | ||
| Zeile 53: | Zeile 53: | ||
| Der Schneider dachte: Tust du′s oder tust du′s nicht! Und ging erst lange mit sich zu rate. Endlich nahm er das Beil hin und meinte, dann kann dich der doch nicht damit totschlagen. | Der Schneider dachte: Tust du′s oder tust du′s nicht! Und ging erst lange mit sich zu rate. Endlich nahm er das Beil hin und meinte, dann kann dich der doch nicht damit totschlagen. | ||
| - | Kaum hat er′s hingenommen, | + | Kaum hat er′s hingenommen, |
| - | Als er ein wenig wieder zu sich kam, hörte er so dumpf ein Laufen und Rennen um sich, viele Leute standen um sein Bett. Er fühlte, dass der Arzt seine Hand hielt und den Puls untersuchte. Alles war ihm ein Wirrwarr, so kurios. Endlich schlug er die Augen auf. Sein erstes ist, was er erblickt, das hübsche Mädchen, das im [[typ:Sarg]] gelegen hatte. Die stand vor ihm und küsste seine Hand, nachher auch seine Stirn und nannte ihn ihren teuren Retter. Der alte Herr und die Dame waren auch da im Zimmer, Diener standen an der Tür, und der Doktor saß vor ihm am Bett und wünschte ihm Glück dazu, dass er wieder erwacht sei. Alles war um ihn herum verwandelt, alles erlöst. Das Haus ward nun ein prächtiges Schloss und alles bewegte sich so, wie er es in den Nächten gehört hatte. Das junge Mädchen war ein Edelfräulein, | + | Als er ein wenig wieder zu sich kam, hörte er so dumpf ein Laufen und Rennen um sich, viele Leute standen um sein Bett. Er fühlte, dass der Arzt seine Hand hielt und den Puls untersuchte. Alles war ihm ein Wirrwarr, so kurios. Endlich schlug er die Augen auf. Sein erstes ist, was er erblickt, das hübsche Mädchen, das im Sarg gelegen hatte. Die stand vor ihm und küsste seine Hand, nachher auch seine Stirn und nannte ihn ihren teuren Retter. Der alte Herr und die Dame waren auch da im Zimmer, Diener standen an der Tür, und der Doktor saß vor ihm am Bett und wünschte ihm Glück dazu, dass er wieder erwacht sei. Alles war um ihn herum verwandelt, alles erlöst. Das Haus ward nun ein prächtiges Schloss und alles bewegte sich so, wie er es in den Nächten gehört hatte. Das junge Mädchen war ein Edelfräulein, |
| - | Der kleine freundliche Mann kam danach auch und freute sich, dass das Wagestück gelungen war und schenkt dem Schneider das Haus. Das junge Mädchen wurde seine [[typ:Braut]] und nicht lange danach seine Frau. Da war aus dem Schneider ein reicher, vornehmer Edelmann geworden, der alle Tage in Kutschen und Karossen hat fahren können, und er war der glücklichste Mann gewesen, den es hat geben können. Auch hatte er die Alten bei sich behalten, bis sie gestorben sind. Natürlich war der kleine freundliche Mann sein bester Freund geblieben bis an sein Ende. Das brachte der [[typ:Mut]] zuwege. | + | Der kleine freundliche Mann kam danach auch und freute sich, dass das Wagestück gelungen war und schenkt dem Schneider das Haus. Das junge Mädchen wurde seine Braut und nicht lange danach seine Frau. Da war aus dem Schneider ein reicher, vornehmer Edelmann geworden, der alle Tage in Kutschen und Karossen hat fahren können, und er war der glücklichste Mann gewesen, den es hat geben können. Auch hatte er die Alten bei sich behalten, bis sie gestorben sind. Natürlich war der kleine freundliche Mann sein bester Freund geblieben bis an sein Ende. Das brachte der Mut zuwege. |
| //Quelle:// | //Quelle:// | ||
| - | * //[[https:// | + | * // |
| - | * //"[[buch: | + | |
| ---- | ---- | ||
| - | {{tag> | + | {{tag> |
sagen/der_hackeklotz.1706823508.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
