sagen:der_grosse_brand_von_nettersheim
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| ====== Der große Brand von Nettersheim ====== | ====== Der große Brand von Nettersheim ====== | ||
| - | Wenige Tage vor dem Weihnachtsfest des Jahres 1862, in der Nacht vom 19. zum 20. Dezember, wurde das Dorf Nettersheim von einer furchtbaren [[typ:stadtbrand|Brandkatastrophe]] heimgesucht. | + | von Friedrich Jakob Schruff, Nettersheim, |
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| + | Wenige Tage vor dem [[zeit: | ||
| Der damals noch kleine Ort zählte 95 Häuser und 450 Einwohner. In der kleinen alten Schule in der Nähe der Kirche unterrichtete Lehrer Johann Nelles 66 Kinder und erhielt dafür als Entgelt monatlich 6 Stüber von jedem Kind. Unter seinem Nachfolger Lehrer Giesen und dem Ortsvorsteher Anton Zimmermann wurde mit dem Bau einer neuen Schule begonnen, die beinahe fertig war. Der damalige Pastor war Pfarrherr Peter Josef Bremer. | Der damals noch kleine Ort zählte 95 Häuser und 450 Einwohner. In der kleinen alten Schule in der Nähe der Kirche unterrichtete Lehrer Johann Nelles 66 Kinder und erhielt dafür als Entgelt monatlich 6 Stüber von jedem Kind. Unter seinem Nachfolger Lehrer Giesen und dem Ortsvorsteher Anton Zimmermann wurde mit dem Bau einer neuen Schule begonnen, die beinahe fertig war. Der damalige Pastor war Pfarrherr Peter Josef Bremer. | ||
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| ==== Der schwarze Hund ==== | ==== Der schwarze Hund ==== | ||
| - | Auch war man sehr abergläubisch, | + | Auch war man sehr abergläubisch, |
| Ängstlich rückte man bei solchen Geschichten näher am Kaminfeuer zusammen und erzählte sich vom berüchtigten Brandstifter, | Ängstlich rückte man bei solchen Geschichten näher am Kaminfeuer zusammen und erzählte sich vom berüchtigten Brandstifter, | ||
| - | Draußen trieb ein stürmischer Nord-Westwind schwere dunkle Wolken über Dorf und Landschaft und rüttelte heftig an den Strohdächern der Häuser. Eis und Schneeschauer gingen nieder. Plötzlich ertönte wimmernd die Brandglocke: | + | Draußen trieb ein stürmischer Nord-Westwind schwere dunkle Wolken über Dorf und Landschaft und rüttelte heftig an den Strohdächern der Häuser. Eis und Schneeschauer gingen nieder. Plötzlich ertönte wimmernd die Brandglocke: |
| - | Das brennende Dorf bot ein grausiges Bild, wie eine [[typ: | + | Das brennende Dorf bot ein grausiges Bild, wie eine Riesenfackel leuchtete es ins weite Winterland. Der Funkenregen der Strohdächer setzte immer neue Häuser in Brand. In diesem höllischen Inferno suchten die Bewohner zu retten, was zu retten war. Eine Feuerwehr gab es noch nicht, und die Brunnen waren bald geleert. Viele Menschen konnten kaum ihr dürftiges Hab und Gut dem Flammenmeer entreißen. Das Vieh, in aller Eile aus den Ställen getrieben, war sich selbst überlassen. Viele Tiere flüchteten mit versengtem Fell in wilder Panik in die umliegenden Wälder bis zur [[kirche: |
| - | Große Armut herrschte unter den abgebrannten Familien. Den Unglücklichen wurde jedoch schon bald geholfen. Aus den Nachbardörfern spendete man Lebensmittel und Futter für das Vieh. Der königliche Kammerherr, Landrat Graf von Beißel*, sorgte für eine Unterstützung seitens der Regierung. In einer Gemeinderatssitzung vom 31. Dezember 1862 unter dem damaligen Bürgermeister Pangert aus Blankenheim wurde ein Komitee unter den abgebrannten Familien gebildet. Philipp Bremer hatte für die richtige Verteilung der Spenden zu sorgen. Jede ' | + | Große Armut herrschte unter den abgebrannten Familien. Den Unglücklichen wurde jedoch schon bald geholfen. Aus den Nachbardörfern spendete man Lebensmittel und Futter für das Vieh. Der königliche Kammerherr, Landrat Graf von Beißel((Anmerkung Sagenwiki: Richard Graf Beißel von Gymnich war von 1829 bis 1863 Landrat des Landkreises Schleiden. Quelle: [[https:// |
| In einer zweiten Sitzung vom 19. Januar 1863 wurde beschlossen, | In einer zweiten Sitzung vom 19. Januar 1863 wurde beschlossen, | ||
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| ==== Unseliges Ende an der Gronrechsmühle ==== | ==== Unseliges Ende an der Gronrechsmühle ==== | ||
| - | Wieder hatte der unheimliche Brandstifter sein böses Werk getan. Alte Leute erzählten, es sei ein Aufruf erlassen worden, wer seiner habhaft würde, könnte ihn umbringen. Bald fand auch der Brandstifter ein unseliges Ende. Ein Bauer entdeckte ihn beim Düngerfahren im Wehr der alten Gronrechsmühle im Rosenthal. Mit einem Düngerhaken zog er die Leiche aus dem Wasser und lud sie auf seinen Wagen. Mit verbundenen Augen hatte sich der Übeltäter | + | Wieder hatte der unheimliche Brandstifter sein böses Werk getan. Alte Leute erzählten, es sei ein Aufruf erlassen worden, wer seiner habhaft würde, könnte ihn umbringen. Bald fand auch der Brandstifter ein unseliges Ende. Ein Bauer entdeckte ihn beim Düngerfahren im Wehr der alten Gronrechsmühle im Rosenthal. Mit einem Düngerhaken zog er die Leiche aus dem Wasser und lud sie auf seinen Wagen. Mit verbundenen Augen hatte sich der Übeltäter ertränkt. Er wurde ohne christliches Begräbnis in einer Ecke des alten Friedhofs begraben. |
| So endete der Brandstifter von Nettersheim, | So endete der Brandstifter von Nettersheim, | ||
| - | * Richard Graf Beißel von Gymnich war von 1829 bis 1863 Landrat des Landkreises Schleiden. | + | //Quelle: [[https://www.sophie-lange.de/sagen-aus-bad-muenstereifel-und-umgebung/index.php|www.sophie-lange.de]]// |
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| - | //Quelle: von Friedrich Jakob Schruff, Nettersheim, | + | {{tag> |
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sagen/der_grosse_brand_von_nettersheim.1631171665.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
