sagen:der_brennberger_erste_sage
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| - | Der Brennberger (erste Sage). | ||
| - | Ungedruckter Meistersang aus dem 15. Jahrh. | ||
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| - | Der Brennberger, | ||
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| - | Brennberger aber ließ sich ein Krämlein machen; darein that er, was Frauen gehöret, Gürtel und Spinnzeug, und wollte das als Krämerin feil tragen; und zog über Berg und Thal, im Dienste seiner Frauen, bis er hin gen Paris kam. Zu Paris nahm er Herberg bei einem auserwählten Wirth, der unten am Berge wohnte, der gab ihm Futter und Streu, Speise und Trank aufs Freundlichste. Brennberger hatte doch weder Ruh noch Rast, winkte dem Wirth und frug ihn um Rath, wie ers anfange, der Königin unter Augen zu kommen; denn um ihrentwillen habe ihn die Herzogin aus Oestreich hergesandt. Der Wirth sprach: stellt euch dahin, wo sie pflegt zur Kirche zu gehen, so sehet ihr sie sicherlich. | ||
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| - | Da kleidete sich Brennberger fräulich an, nahm [209] seinen Kram und setzte sich vors Burgthor, hielt Spindel und Seide feil. Endlich kam auch die Königin gegangen, ihr Mund brann wie ein Feuer und eilf Jungfrauen traten ihr nach. Gott grüß dich Krämerin, sprach sie im Vorübergang; | ||
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| - | Abends spat sprach die edle Königin: nun hat sich die Krämerin vor dem Thore verspätet; laßt sie ein, fürwahr, sie mag heunt bei uns bleiben. Und die Krämerin saß mit den Frauen züchtiglich zu Tisch. Als das Mahl vollbracht war, sagte die Königin: bei wem wollt ihr schlafen. Die Krämerin wär’ gern daheim gewesen, antwortete: Gott Dank euch, edle Königin! geliebt’s euch, so laßt mich allein liegen. Das wäre schlechte Ehre – versetzte sie – wohlan, ich hab zwölf Jungfrauen hier, bei der jüngsten ziemt euch zu liegen, da ist euer Ehre gar wohl bewahrt. Also lag die Krämerin die lange Nacht bei der zarten Jungfrau, und hatte dreizehn Tage feil in der Burg, und jede Nacht schlief sie bei einer andern Jungfrau. Wie nun die letzte Nacht kam, sagte die Königin: hat sie euch allen beigelegen, was sollt ich’s denn entgelten? Da wurde dem Brennberger angst, daß es um sein Leben geschehen wäre, wenn er bei der Königin liegen müßte; und schlich sich des Abends von dannen zu seinem Wirth, setzte sich alsbald zu Pferd und ritt ohn Aufenthalt, bis er in die Stadt zu Wien kam. [210] Ach Brennberger, | ||
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| - | Autor: Brüder Grimm | ||
| - | Titel: Der Brennberger (erste Sage) | ||
| - | aus: Deutsche Sagen, Band 2, S. 207–210 | ||
| - | Auflage: 1. Auflage | ||
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sagen/der_brennberger_erste_sage.1580073079.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
