sagen:das_wandernde_stiefelpaar
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| - | ====== Das wandernde Stiefelpaar ====== | ||
| - | (Nicht zu verwechseln mit jener finnischen Sage, nach welcher ein Zauberer einem Krüppel ein magisches Bein von Holze, mit welchem er laufen oder nach Belieben gehen konnte, gefertiget. Da er aber einst die Schnelllauf-Feder gezogen, habe sich das Bein nicht länger halten lassen, habe ihn zu Tode gerennt und laufe immer noch mit dem Beingerüste in der Welt umher.) | ||
| - | Auf dem, unfern [[geo: | ||
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| - | Im beginnenden Lenz des 1632sten Jahrs streifte ein Trupp buttlerischer [[typ: | ||
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| - | Unter ihnen zeichnete sich durch Wildheit und Habgier vorzüglich Einer aus, dem nichts schön, nichts theuer, nichts gut genug war und der ordentlich eine Ehre darinnen suchte, Menschen recht ausgesucht zu [[typ: | ||
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| - | Des Reiters nimmer satte und immer durstige Sippschaft that sich mit des Schuhmachers Küche und Keller gütlich; allein Albrecht – so wollen wir ihn indeß, bis sich sein Heimathsschein auffindet und wir dessen wahren Namen erfahren, nennen, ohne dieserwegen von seinen Namensvettern einen Injurienprozeß zu befürchten – dessen Stiefeln vielleicht wirklich nicht in dem besten Zustande sich befinden mochten, verlangte außer der Mund-Provision auch eine Fußbekleidung, | ||
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| - | Da aber die Klingenblitze einzuschlagen nicht aufhörten, so wurde seiner Nachsicht Becher doch endlich geleert, und unwirrsch langte er aus einer von den Reitern zufällig unbemerkt gebliebenen Truhe, ein Paar prachtvolle Stiefeln mit den Worten: „Dieser braucht sich der Friedländer nicht zu schämen!“ heraus. Glücklicherweise genügten sie dem Stürmer. Der arme Laubaner Crispin, über die freundliche Umwandelung des Kriegsknechts erfreut, bildete sich ein, wie jetzt Zeit und Stunde geschlagen haben könnte, wenigstens die Arbeit bezahlt zu erhalten, wenn er auch das Leder in Kauf geben müsse; daher er denn ein Spottgeld dafür verlangte. Allein er irrte, indem sich die Klinge wieder in Bewegung setzte und ihm eben so viel Hiebe, als er Groschen verlangt hatte, ertheilte, worauf er im vollen Aerger sagte: „Nun so wollt’ ich, daß diese Stiefeln ewig herumirren müßten!“ welches denn von der Bande mit schallendem [[typ: | ||
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| - | Am 6. Novbr. 1632 wurde bekanntlich die ewig merkwürdige [[typ: | ||
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| - | Wir machen hier die Runde,\\ | ||
| - | die Beine ha’n nit Ruh!\\ | ||
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| - | vernommen haben. | ||
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| - | Doch, weil Winterszeit diese Gegend nur wenig besucht wurde, merkte man nicht sonderlich darauf und die Sache gerieth bald in Vergessenheit. Allein einige Jahre darnach, wo Fuhrleute und andere an diesem Orte Beschäftigte den [[typ: | ||
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| - | //Quelle: Heinrich Gottlob Gräve: Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz. Reichel, Bautzen 1839, Seite 38; [[https:// | ||
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sagen/das_wandernde_stiefelpaar.1600092692.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
