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sagen:das_teufelswehr

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-====== Das Teufelswehr ====== 
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-In der Gegend von [[geo:Wehrau]] ist das sogenannte Teufelswehr, von welchem folgende Sage. 
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-Im zwölften Jahrhunderte kehrte von der [[typ:reise|Wanderschaft]] aus [[land:italien|Welschland]] – wo er neben seinem Handwerke verbotene Künste getrieben hatte – zurück der Mühlenknappe Melchior Zange. Hier gefiel ihm die Gegend und er beschloß sich daselbst anzusiedeln. Freilich hatte die [[typ:Reise]] das [[typ:Geld]] erschöpft, jedoch er wußte Rath, indem er auf zehen Jahre mit dem: Gott sey bei uns! einen Bund schloß, sich ihm mit Leib und Seele verschrieb, wogegen dieser ihm eine [[typ:Mühle]] mit allem Zubehör zu bauen, auszustatten und zehen Jahre treu und ehrlich zu dienen versprach. 
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-Der Lügengeist hielt Wort. Am andern Morgen erhob sich ein stattliches Mühlengebäude, mit Allem im Ueberfluß reichlich versehen, schön, mit mehr als zum Nothbedarf erforderlichen Stuben, Kammern, Boden, Küch’ und Keller versorgt, mit köstlichem Hausrath, herrlichem Vieh und Geschirr ausgestattet die Ställe und mit Waizen, Korn, [[typ:Hafer]] und Gerste die Scheuern gefüllt. Alles herrlich und trefflich, selbst köstlichen [[typ:Wein]] und süßen Most barg der weitläufige Keller. – Kurz der reichste [[typ:Müller]] in [[region:Holland]] würde Meister Zange um dieß Eigenthum [[typ:neid|beneidet]] haben, dessen Wunderbarstes jedoch das Wehr in dem Zustande, in welchem es sich damals befand, war. 
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-Die Zeit des Vertrages über hatte aber freilich Meister Urian einen schweren Dienst bei dem [[typ:Müller]], der – ob es ihm gleich weder an Mahlgästen noch sonstigem reichlichen Erwerb fehlte – den Flammenhauchenden baß quälte, indem er sich in seines Gebieters oft sonderbare Launen fügen, bald ihm fremdartige – vorzüglich welsche – Genüsse verschaffen, bald hier einen Garten schaffen, dort Berge anlegen, hier selbige abtragen, Teiche graben und sie mit seltenen Fischen besetzen, Lustwäldchen schaffen und sie mit [[typ:singvogel|Sangvögeln]] bevölkern, Flüsse von hier ab- und dort hinleiten mußte; kurz er hatte – wie man sagt – alle Hände voll zu thun und wußte oft nicht, wo ihm der Kopf stand. 
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-Doch, da alles Ding seine Zeit hat; so war auch das letzte Viertel im Stundenglase abgelaufen und bald nahte des Bündnisses Ende; aber hier war der Müllermeister klüger als der [[typ:Teufel]], indem er sich nämlich einem [[typ:mönch|Kapuziner]] anvertraut hatte, der ihm bei Lebensbesserung volle Vergebung zusicherte. Zange betete, fastete und kasteite sich, nahm die Mönchskutte und war, da die Stunde des [[typ:pakt|Vertrags]] abgelaufen war und sich Satanas seiner Seele bemächtigen wollte, nicht zu Hause, sondern innerhalb der heiligen Mauern, wo der Böse keine Macht an ihm hatte. Dieser nun ärgerte sich nicht wenig, daß er von einem Adamssohn war überlistet worden, warf daher im Ingrimm in der Nacht des 1. Aprils die ganze Herrlichkeit zusammen und ließ davon nichts, als das Wehr zur immerwährenden Erinnerung übrig.  
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-//Quelle: Heinrich Gottlob Gräve: Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz. Reichel, Bautzen 1839, Seite 164; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Volkssagen_und_volksthuemliche_Denkmale_der_Lausitz_164.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]// 
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-{{tag>sagen gräve volkssagenundvolksthumlausitz oberlausitz niederschlesien wehrau müller teufel mühle mönch pakt}} 
sagen/das_teufelswehr.1663759808.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)