sagen:buchruebezahl22
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| + | Nach einer kurzen Weile wurde der Tisch gedeckt und auf die Bänke wurden etliche leere Fässer gelegt. Sodann öffnete Rübezahl ein Fenster, welches wie ein Schrank verkleidet war, nahm eine Schüssel nach der anderen heraus, mit kalten und warmen Speisen, und setzte sie auf den Tisch. Die Gäste waren über diese schnelle Zurichtung nicht wenig erstaunt, und noch mehr, als Rübezahl immer neue Gerichte hervorlangte, | ||
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| + | Nachdem sie also vortrefflich gespeist hatten, empfanden sie großes Verlangen nach einem guten Glas Wein, fragten daher, ob kein solches vorhanden sei. Sogleich nahm Rübezahl seinen Stab und schlug damit an die Wand. Ein schöner Jüngling trat heraus, in jeder Hand einen goldenen Becher, mit welchem er zu einem der Fässer ging und guten spanischen Wein daraus zapfte, den er den Gästen vorsetzte. Sodann schlug der Wirt auf eine andere Seite der Wand und alsbald erschien eine anmutige Jungfrau mit einem ganzen Korb voll goldener und silberner Trinkgeschirre. Diese Jungfrau ging zu einem anderen Fass und zapfte vortrefflichen Rheinwein, welchen sie gleichfalls den Gästen darbot. | ||
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| + | Oben über dem Tisch hing ein hölzernes Rohr. Wenn jemand frisches Wasser verlangte, brauchte er nur sein Glas darunter zu halten. Das Wasser floss so lange, bis er an das Rohr klopfte. Wie aber Wasser da hineinkam, konnte niemand entdecken, denn das Rohr hing an einem Zwirnsfaden. | ||
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| + | Hierauf brachte der Wirt noch mehr Speisen von seltsamen Vögeln und wundersamen Fischen, dergleichen nun in ganz [[region: | ||
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| + | Nachdem man so eine Weile fröhlich gewesen war, sprach einer von den Gästen zu Rübezahl: »Herr Wirt, lasst uns nun auch ein seltsames Stücklein sehen.« | ||
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| + | Rübezahl entgegnete, es wäre genug für dieses Mal, er habe der Stücklein, gleichwie die anderen Herren und Frauen, hinlänglich gesehen, was auch die übrige Gesellschaft, | ||
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| + | »Nun, so sei es«, versetzte Rübezahl, »Ihr sollt Euren Willen haben!« Und damit hatte der andere plötzlich einen Ochsenkopf mit zwei gewaltigen Hörnern. Da stand er mit dem Stücklein, welches er verlangt hatte und wofür er nun von allen weidlich ausgelacht wurde. Das verdross ihn so sehr, dass er mit argen Schimpfreden dreinfahren wollte; aber es ging nicht, denn er brummte und brüllte wie ein natürlicher Ochse. Seine Frau, welche inzwischen hinausgegangen war, um die Gegend ein wenig zu betrachten, kam auf den Lärm herbeigerannt und geriet nicht schlecht in Zorn, da sie den Mann mit einem Ochsenkopf erblickte, den Übrigen zum Gelächter. Wie sie aber ganz erbost mit dem Wirt zu zanken anhob, bekam sie gleichfalls zur Gesellschaft einen Kuhkopf. Da ging das Lachen noch viel ärger los. Das unglückliche Paar, welches plärrte und brummte, ohne ein menschliches Wort hervorzubringen, | ||
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