sagen:buchruebezahl04
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:buchruebezahl04 [2025/03/27 08:54] – angelegt ewusch | sagen:buchruebezahl04 [2025/03/27 11:05] (aktuell) – ewusch | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| - | [[sagen:buchruebezahl03|<<< | + | [[sagen:buchruebezahl03c|<<< |
| **[[buch: | **[[buch: | ||
| [[sagen: | [[sagen: | ||
| - | //Quelle: [[autor: | + | ====== |
| + | Zwei Meilen vom [[region: | ||
| + | |||
| + | »Komm herunter«, rief er ihm zu, »komm herunter, Rübenschwanz, | ||
| + | |||
| + | Dergleichen lose Reden machten den [[wesen: | ||
| + | |||
| + | Nach einiger Zeit nahm der Geselle von seinem Meister Abschied, um weiterzuwandern. Er wusste aber nicht, dass ihm [[wesen: | ||
| + | |||
| + | Kaum war er fort und zog lustig singend seines Weges, so traf es sich, dass der Schuster ein neues Schaustück zu den Übrigen legen wollte und den Raub gewahr wurde. Da sich die Hausgenossen hoch und teuer verschworen, | ||
| + | |||
| + | Als er ihn ungefähr zwei Stunden von dem Städtchen erreicht hatte, hielt er ihn an und fragte scharf, ob er nicht das und jenes aus Versehen habe mitwandern heißen. Der gute Bursche, in seiner Unschuld, antwortete getrost, dass er von all den bezichtigten Sachen nichts wisse. Zum Beweis läge sein Ränzel da, welches er freiwillig aufmachen und alles, was drinnen sei, hervorlangen wolle. Damit griff er nach seinem Reisesack und leerte ihn bis auf den Grund, wobei ihm plötzlich, aber zu nicht geringem Schreck, die Silberstücke des Meisters in die Hand kamen. Es half ihm wenig, dass er seine Unschuld beteuerte und behauptete, man müsse ihm das zum Possen hineingesteckt haben. | ||
| + | |||
| + | Der Schuster ließ ihn gefangen nehmen und zurückbringen. Das Gericht, vor welchem er klagte, verurteilte den armen Burschen, als ein Dieb gehängt zu werden. | ||
| + | |||
| + | Als nun, dem Anschein nach, die letzte Nacht seines Lebens gekommen war und schon der Morgen nahte, wo er, trotz aller Unschuld, eines schmählichen Todes sterben sollte, öffnete sich plötzlich die Tür seines Gefängnisses. Rübezahl trat herein und fragte ihn, was er hier mache. | ||
| + | |||
| + | »Was soll ich machen?«, jammerte der Arme, »ich, der ich nichts verbrochen habe, soll diesen Morgen als ein Dieb an den Galgen gehenkt werden.« | ||
| + | |||
| + | Hierauf gab sich Rübezahl zu erkennen und führte ihm alle die Spott- und Schimpfreden zu Gemüt, welche der vorwitzige Geselle früher gegen ihn ausgestoßen und womit er sein gegenwärtiges Schicksal wohl verdient habe. Dennoch wolle er ihn nicht ganz verderben lassen sondern wiederum erlösen. Sogleich befreite er ihn von den Ketten, mit denen der Geselle angeschlossen war, warf ihm seinen Mantel über und hieß ihn, frank und frei hinausgehen. Kein Wächter hielt ihn auf und es währte nicht lange, bis er das Städtlein im Rücken hatte, während Rübezahl sich selbst die Ketten anlegte und ruhig den Tag erwartete. | ||
| + | |||
| + | Kaum war der Morgen angebrochen, | ||
| + | |||
| + | Das wiederholte er so oft, wie ihm angemutet wurde, Buße zu tun und zu beten, wohl an die hundertmal! Also musste man ihn unbekehrt zum Tor hinausführen. | ||
| + | |||
| + | Während man ihn schon am Galgen aufknüpfte, | ||
| + | |||
| + | Als aber der Henker die Leiter wieder hinabstieg und diese wegzog, da ging erst das Erstaunen los! Denn nicht ein Mensch, sondern ein großes Strohbund, welches hin und her zappelte, hing am Galgen, wie jedermann sich deutlich überzeugen konnte. Darüber soll das Städtlein bis auf den heutigen Tag seine Gerechtigkeit und Gerichte verloren haben. | ||
| + | |||
| + | //Quelle: [[autor: | ||
| - | {{tag> | + | ---- |
| + | {{tag> | ||
sagen/buchruebezahl04.1743062062.txt.gz · Zuletzt geändert: von ewusch
