sagen:bergmaennischesagen121
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:bergmaennischesagen121 [2024/03/28 16:58] – angelegt ewusch | sagen:bergmaennischesagen121 [2025/01/30 17:47] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 3: | Zeile 3: | ||
| [[sagen: | [[sagen: | ||
| + | ====== Basler in Joachimsthal ====== | ||
| + | Vor vielen Jahren lebte in der alten Bergstadt [[geo: | ||
| + | |||
| + | Basler, der ein sehr unternehmender Mann war, stellte jedoch seinen nunmehr kostspieligen Bau nicht ein, sondern ließ rühriger denn je mit Fäustel und Bohrer weiterarbeiten, | ||
| + | |||
| + | Um die seinen zu ernähren, sah sich der arme Basler, dem niemand mehr Geld vorstrecken mochte, gezwungen, nicht bloß Hausgeräte, | ||
| + | |||
| + | Als eines Tages die Not aufs Höchste gestiegen war und er sich weder zu raten noch zu helfen wusste, nahm seine Gattin, den Kummer ihres Mannes bemerkend, ihr teuerstes Kleinod, einen fein gestickten Schleier, der von all ihren Habseligkeiten allein übrig geblieben war, in die Hand. Ihn hatte am Hochzeitsfest die gute Mutter ihr ins Haar geknüpft und gesegnet. Darum war der Schleier ihr so lieb und wert. Sie betrachtete denselben unter tiefen Seufzern lange mit tränenfeuchten Blicken, denn zentnerschwer drücke ihr Herz der schreckliche Gedanke, ihr kostbares Pfand mütterlicher Liebe zu veräußern. Endlich entschloss sie sich, freilich schweren Herzens, zum Verkauf des Brautschleiers. | ||
| + | |||
| + | Aus dem gelösten Geld kaufte Basler, nachdem er für das nötige Brot gesorgt hatte, Unschlitt ein, um sein Geleucht aufschütten zu können. Er wollte nämlich, um sein Glück zu versuchen, noch einmal anfahren, dann aber, falls auch dieser Versuch missglückte, | ||
| + | |||
| + | Als sich nun Basler zur Fahrt in die Grube gerüstet hatte, sprach er, treu seinem gewohnten Spruch Bete und arbeite ein herzinniges Bergmannsgebet, | ||
| + | |||
| + | »Herr«, bat er, »du kennst mein ehrliches Sinnen und Trachten sowie meinen und der meinigen Kummer und Gram. Erbarme dich unser und segne heute meiner Hände Arbeit, damit ich viel, recht viel zur Verherrlichung deines Hauses beitragen kann!« | ||
| + | |||
| + | Es gingen nämlich gerade zu derselben Zeit – es war im Jahr 1536 – die Grafen Hieronymus und Laurenz Schlick daran, in Joachimsthal, | ||
| + | |||
| + | Da bemerkte er auf einmal, dass der Unschlitt in seiner Lampe zu Ende ging. Er wollte nun sein Geleucht wieder auffüllen, allein der Unschlitt war verschwunden. | ||
| + | |||
| + | Bestürzt und unmutig, dass ihm auch seine letzte Hoffnung vereitelt sei, suchte er nach dem Unschlitt Er sah eine Maus mit demselben ihrem sicheren Versteck zueilen. Über das mutwillige Tierchen erzürnt, erfasste Basler seinen Schlägel und warf nach dem Mäuschen. Aber nicht dieses zerschmetterte sein mächtiger Wurf, sondern das Felsgestein an der Öffnung der Wand, in der das Mäuschen verschwand. | ||
| + | |||
| + | Doch siehe, was schimmerte da unserem Basler entgegen? Ist es bloß blendender Schein oder Wirklichkeit? | ||
| + | |||
| + | So wurde mit einem Mal der Basler auf höchst merkwürdige und überraschende Weise wieder in den Stand gesetzt, den Bergbau, seine Lieblingsbeschäftigung, | ||
| + | |||
| + | //Quelle: [[autor: | ||
| + | ---- | ||
| + | {{tag> | ||
sagen/bergmaennischesagen121.1711641515.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
