sagen:bergmaennischesagen119
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| + | ====== Der Käthelstein bei Annaberg ====== | ||
| + | Im Dorf [[geo: | ||
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| + | Vater und Tochter verlebten denn die neun Wochen in Angst und Sorgen. Sie beteten zwar von früh bis abends, gingen auch zum Abendmahl, allein eine Stimme sagte ihnen, dass der Böse nicht so leicht von ihnen lassen werde. Und so war es auch. | ||
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| + | Als die Mitternachtsstunde des letzten Tages jener Frist verstrichen war, da pochte es ans Fenster und schrie mit schrecklicher Stimme: »Braut heraus! Braut heraus!« | ||
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| + | Günzer aber rief laut Gott um Beistand an, und der Gottseibeiuns verschwand unter Donner und Blitz mit den Worten: »Noch neun Tage, dann bist du meine Braut, oder eure Hütte steht in Flammen!« | ||
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| + | So verstrichen abermals neun Tage unter Angst und Sorgen. Wieder kam die gefürchtete Mitternachtsstunde heran. Mit dem zwölften Schlag klopfte es ans Fenster und rief: »Heraus die Braut, sonst brennt das Haus!« | ||
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| + | Aber der alte Günzer schloss seine besinnungslose Tochter in seine Arme und sprach: »Um Christi Wunden, hebe dich weg von uns, Satanas!« | ||
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| + | Da brüllte der Teufel: »Braut, das Haus steht in Flammen, nochmals neun Wochen Frist, und bist du dann noch nicht mein, so wird dein Vater elendig enden!« Mit diesen Worten verschwand er, das ganze Haus stand in Flammen. Nur mit der größten Mühe retteten beide ihr Leben. | ||
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| + | Sie flohen nun zuerst zu Verwandten, bald bauten ihnen mitleidige Menschen eine andere Hütte am Rand des Waldes, denn ihre frühere war zu einem stinkenden Schwefelpfuhl geworden. Aber auch hier wurde es nicht besser. Schon kam wieder die neunte Woche heran, da übermannte einst am hellen Tag Käthchen der Schlaf und es träumte ihr, der Teufel mit seinem Gefolge schaue zu ihrem Fenster herein und wolle sie in seine höllische Residenz entführen. Als sie unter einem furchtbaren Schrei aus dem Schlaf auffuhr, da tat sich auf einmal die Tür auf und ein [[wesen: | ||
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| + | Er führte sie nun mitten durch den Wald auf einem ihr gänzlich unbekannten Weg, bis sie an einen Felsen kamen. Der öffnete sich, als der Engel ihn mit dem Kreuz berührte. Nun schritten sie durch eine Felsenspalte, | ||
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| + | Bei diesen Worten nahm der Zwerg eine Schnur Perlen aus der Urne, knüpfte daran das Kreuz und hing es ihr um den Nacken. Damit nahm er Käthchen wieder bei der Hand und führte sie denselben Weg zurück, den sie gekommen waren. Als er den Felsen wieder mithilfe des Kruzifixes öffnete, da nahm er Abschied von ihr und sprach, sie solle ruhig sein, denn sie stehe in Gottes Schutz. Als Käthchen nach Hause kam, fand sie ihren Vater daheim und erzählte ihm, was ihr begegnet war, zeigte auch das Kreuz als Beweis der Wahrheit ihrer Erzählung. Da erwiderte ihr derselbe, dass auch ihm etwas Ähnliches widerfahren sei, denn er habe im Schacht beim Graben ein goldenes Jesuskreuz gefunden. Als sie es näher betrachteten, | ||
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| + | So erwarteten sie voll guten Mutes das Ende der Woche und die früher so gefürchtete Mitternachtsstunde. Endlich schlug sie. Kaum war der letzte Schlag verklungen, da pochte es an das Fenster und brüllte: »Heraus die Braut, heraus die Braut!« Da öffnete Käthchen selbst das Fenster und hielt dem Bösen ihr schimmerndes Kreuz entgegen. | ||
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| + | Unter furchtbarem Wehgeschrei wich er zurück. Zuvor aber rief er: »Käthchen, | ||
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sagen/bergmaennischesagen119.1711641536.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
