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sagen:bergmaennischesagen103

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 ====== Die drei Bergleute im Kuttenberg ====== ====== Die drei Bergleute im Kuttenberg ======
  
-In [[region:Böhmen]] liegt der [[geo:Kuttenberg]]. Darin arbeiteten drei Bergleute lange Jahre und verdienten damit für Frau und Kind das [[typ:Brot]] ehrlich. Wenn sie morgens in den Berg gingen, so nahmen sie dreierlei mit: erstens ihr [[typ:Gebetbuch]], zweitens ihr [[typ:Licht]], aber nur für einen Tag mit [[typ:Öl]] versehen, drittens ihr bisschen Brot, das reichte auch nur für einen Tag. Ehe sie die Arbeit anhuben, taten sie ihr [[typ:Gebet]] zu Gott, dass er sie im Berg bewahren möchte. Danach fingen sie getrost und fleißig an zu arbeiten. +In [[region:Böhmen]] liegt der [[geo:Kuttenberg]]. Darin arbeiteten drei Bergleute lange Jahre und verdienten damit für Frau und Kind das Brot ehrlich. Wenn sie morgens in den Berg gingen, so nahmen sie dreierlei mit: erstens ihr Gebetbuch, zweitens ihr Licht, aber nur für einen Tag mit Öl versehen, drittens ihr bisschen Brot, das reichte auch nur für einen Tag. Ehe sie die Arbeit anhuben, taten sie ihr Gebet zu Gott, dass er sie im Berg bewahren möchte. Danach fingen sie getrost und fleißig an zu arbeiten. 
  
-Es trug sich zu, als sie einen Tag gearbeitet hatten und es bald Abend war, dass der Berg vorn [[typ:einsturz|einfiel]] und der Eingang verschüttet wurde. Da meinten sie begraben zu sein und sprachen: »Ach Gott, wir armen Bergleute, wir müssen nun [[typ:hunger|Hungers]] sterben. Wir haben nur einen Tag Brot zu essen und einen Tag Öl auf dem Licht!« Nun befahlen sie sich in Gott und dachten bald zu [[typ:sterben]], doch wollten sie nicht müßig sein, so lange sie noch Kräfte hätten, arbeiteten fort und fort und beteten. Also geschah es, dass ihr Licht sieben Jahre brannte. Ihr kleines bisschen Brot, von dem sie tagtäglich aßen, wurde auch nicht alle, sondern blieb ebenso groß, und sie meinten, die sieben Jahre waren nur ein Tag. Doch da sie sich nicht ihr [[typ:Haar]] schneiden und den Bart abnehmen konnten, waren diese ellenlang gewachsen. Die Frauen hielten unterdessen ihre Männer für tot, meinten, sie würden sie nimmermehr wiedersehen, und dachten daran, andere zu heiraten.+Es trug sich zu, als sie einen Tag gearbeitet hatten und es bald Abend war, dass der Berg vorn einfiel und der Eingang verschüttet wurde. Da meinten sie begraben zu sein und sprachen: »Ach Gott, wir armen Bergleute, wir müssen nun Hungers sterben. Wir haben nur einen Tag Brot zu essen und einen Tag Öl auf dem Licht!« Nun befahlen sie sich in Gott und dachten bald zu sterben, doch wollten sie nicht müßig sein, so lange sie noch Kräfte hätten, arbeiteten fort und fort und beteten. Also geschah es, dass ihr Licht sieben Jahre brannte. Ihr kleines bisschen Brot, von dem sie tagtäglich aßen, wurde auch nicht alle, sondern blieb ebenso groß, und sie meinten, die sieben Jahre waren nur ein Tag. Doch da sie sich nicht ihr Haar schneiden und den Bart abnehmen konnten, waren diese ellenlang gewachsen. Die Frauen hielten unterdessen ihre Männer für tot, meinten, sie würden sie nimmermehr wiedersehen, und dachten daran, andere zu heiraten.
  
 Nun geschah es, dass einer von den dreien unter der Erde so recht aus Herzensgrund wünschte: »Ach! Könnte ich noch einmal das Tageslicht sehen, so wollte ich gerne sterben!« Nun geschah es, dass einer von den dreien unter der Erde so recht aus Herzensgrund wünschte: »Ach! Könnte ich noch einmal das Tageslicht sehen, so wollte ich gerne sterben!«
  
-Der Zweite sprach: »Ach! Könnte ich noch einmal daheim mit meiner Frau zu [[typ:Tisch]] sitzen und essen, so wollte ich gerne sterben!«+Der Zweite sprach: »Ach! Könnte ich noch einmal daheim mit meiner Frau zu Tisch sitzen und essen, so wollte ich gerne sterben!«
  
 Da sprach auch der Dritte: »Ach! Könnte ich nur noch ein Jahr friedlich und vergnügt mit meiner Frau leben, so wollte ich gerne sterben!« Da sprach auch der Dritte: »Ach! Könnte ich nur noch ein Jahr friedlich und vergnügt mit meiner Frau leben, so wollte ich gerne sterben!«
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 Der dritte Bergmann wohnte ein ganzes Jahr in Stille und Frieden mit seiner Frau zusammen. Als es herum war, zu derselben Stunde aber, wo er aus dem Berg gekommen war, fiel er und seine Frau mit ihm tot hin. So hat Gott ihre Wünsche ihrer Frömmigkeit wegen erfüllt. Der dritte Bergmann wohnte ein ganzes Jahr in Stille und Frieden mit seiner Frau zusammen. Als es herum war, zu derselben Stunde aber, wo er aus dem Berg gekommen war, fiel er und seine Frau mit ihm tot hin. So hat Gott ihre Wünsche ihrer Frömmigkeit wegen erfüllt.
  
-//Quelle: [[autor:wrubel|Friedrich Wrubel]], [[buch:bergmaennischesagen|Sammlung bergmännischer Sagen]], 1883; [[https://www.geisterspiegel.de/?p=45797#more-45797|www.geisterspiegel.de]]//+//Quelle: [[autor:wrubel|Friedrich Wrubel]], [[buch:bergmaennischesagen|Sammlung bergmännischer Sagen]], 1883//
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