sagen:bergmaennischesagen084
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| - | [[autor: | + | ====== Die Goldgruben im Fichtelgebirge ====== |
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| + | Jüngst war ich bei einem Familienfest in einem Dörfchen auf dem Fichtelgebirge. Da lernte ich einen Offizier kennen, der den letzten amerikanischen Krieg mitgemacht hatte. Ich fand bald an ihm einen sehr unterrichteten Mann, der mich angenehmer unterhielt, als es Spiel und Tanz, womit die Gesellschaft beschäftigt war, getan haben würden. Unter anderen teilte er mir folgende Erzählung mit: | ||
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| + | »Zu Beginn des amerikanischen Krieges stand ich als Sergeant bei den Feldjägern der Anspach-Bayreuthischen Hilfstruppen, | ||
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| + | Ich wurde bei einem Kaufmann einquartiert, | ||
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| + | Durch einen sonderbaren Zufall befinde ich mich nun schon seit geraumer Zeit im Besitz eines Mittels gegen die Gicht, das, so oft ich es auch anwendete, nicht ein einziges Mal ohne die besten Wirkungen war. Ich äußerte darüber einige Worte gegen meinen Hauswirt und erbot mich zugleich, es bei seiner Nichte anzuwenden, wenn er Zutrauen, nicht zu mir, sondern zu meinem Mittel haben könne. Er ging sogleich darauf ein und zeigte mir dabei besonders deshalb ein ganz seltenes Zutrauen, weil ich vom Fichtelgebirge gebürtig war, welche Gegend im ganzen Haus als die Quelle seines Reichtums geliebt, ich möchte sogen, geachtet wurde. Ich wendete also mein Mittel an und hatte binnen acht Tagen die Freude, das liebe Mädchen so wohl zu sehen, wie es, nach der Versicherung der Verwandten, seit drei Jahren nicht gewesen war. | ||
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| + | Durch Zufall verlängerte sich mein Aufenthalt in Bremen, und ich sah nun meine Patientin mit jedem Tag gesünder werden. Sie ging wieder allein, die Schmerzen peinigten sie nur noch selten, und die Farbe der Jugend vertrieb schon die Totenblässe auf ihren abgezehrten Wangen. Welch wohltuendes Gefühl mir die ganz unbeschreibliche Freude dieser ganz achtungswerten Familie war, können Sie sich leicht denken. Dem Vater des Mädchens war sogleich Nachricht gegeben worden, und seine Freude war grenzenlos. | ||
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| + | Als einmal wieder ein Brief von ihm anlangte, kam mein Wirt damit auf mein Zimmer, las mir Stellen daraus vor und legte zugleich ein versiegeltes Päckchen mit Gold auf meinen Schreibtisch, | ||
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| + | Ich besitze diese Papiere und halte sie hoch.« | ||
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| + | Der Offizier teilte mir darauf das Wesentlichste davon mit. Er tat dies nicht etwa scherzweise, | ||
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| + | Sie ist der Eingang in ein geräumiges Gewölbe. Von der Decke herab hängt eine brennende Lampe, die den Ort mit einem matten Schimmer erhellt. Rings umher liegen geharnischte Männer im tiefsten Schlaf. Zur rechten Seite dieses Gemaches öffnet der Affe wieder eine eiserne Pforte. Diese führt in die Fortsetzung des verborgenen Ganges, durch den man nach einer ziemlichen Weile in einen großen Saal gelangt. Hier steht in der Mitte ein runder Tisch mit drei Wachskerzen, | ||
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| + | Der Affe, der mit einer Kerze in der Hand dieses Geschäft ruhig abwarten wird, führt sodann aus diesem Saal in ein neues Gewölbe. Von dessen Mitte herab hängt an einer Kette ein Beil, das durch ein Schloss festgehalten wird. Er öffnet mit einem Schlüssel seines Bundes dieses Schloss, nimmt das Beil heraus und öffnet nun abermals ein neues Gewölbe. Dies besteht aus gediegenem Gold. Decke, Wände, Boden, alles ist Gold, und allerlei Formen und Figuren haben sich durch zusammengeflossenes Gold gebildet. Der Affe stellt jetzt die Kerze hin, legt seinen Bund Schlüssel dazu und überlässt nun den erstaunten Fremdling seiner eigenen Tätigkeit. Dieser kann sich nun mit dem Beil so viel Gold abschlagen und abhauen, wie er glaubt, mit sich nehmen zu können. Mehr nehme er aber nicht, denn das bleibt kein Gold. Hat er sich nun hinreichend versehen, so trete er den Rückweg an. | ||
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| + | Er vergesse aber Folgendes nicht: Er nehme die Kerze und die Schlüssel zu sich, schließe jede Tür sorgfältig wieder zu, lösche die beiden vorhin angezündeten Kerzen im Vorsaal wieder aus und lege alles an seinen gehörigen Ort. Versäumt er hiervon nichts, so wird er unversehrt und wohlbehalten wieder herauskommen ans Tageslicht. Wer nicht Mut genug haben sollte, diese Probe zu bestehen und bis in den Goldsaal zu gehen, der nehme wenigstens vor der Höhle des [[wesen: | ||
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