sagen:bergmaennischesagen079
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| ====== Der kluge Hirtenknabe ====== | ====== Der kluge Hirtenknabe ====== | ||
| - | Ein Venedigermännlein zeigte sich ein paar Jahre hinter | + | Ein [[wesen: |
| - | einander auf der Alpe Saphal, wo es in Runßen und Tobeln | + | |
| - | sorgsam Steine zusammensuchte, | + | Diese Rede des Männchens faßte der Knabe gut ins Ohr und merkte sich auch genau das Aussehen der Steine, auf die der Venediger so erpicht war, und las dann später neben dem Viehhüten auch solche Steine zusammen. Als er nun schon einen tüchtigen Haufen solcher Steine zusammengebracht hatte, so ging er damit in die Welt, um sie an den Mann zu bringen, aber niemand wollte sie ihm abnehmen. Endlich |
| - | der verschwand. Einmal kam ein Hirtenknabe zu dieſem Männ | + | |
| - | lein, als es eben wieder mit dem Ordnen und Packen seiner Steine | + | Es zahlte ihm dann für die Steine eine große Summe Geldes aus, stellte ihn beim Abschiede vor einen Spiegel und sagte: „da kannst du noch schauen, was gerade |
| - | beschäftigt war, und schaute ihm eine gute Weile zu, mochte aber | + | |
| - | das ganze Treiben als thöricht | + | |
| - | sich selbst: ' s gît doch närr' | + | |
| - | grimmte aber das Venedigermännlein und brummte : „ Du blöder | + | |
| - | Bube wirfst oft einer Kuh einen Stein nach, der mehr wert ist | + | |
| - | als die ganze Kuh. " Diese Rede des Männchens faßte der Knabe | + | |
| - | gut ins Ohr und merkte sich auch genau das Aussehen der Steine, | + | |
| - | auf die der Venediger so erpicht war, und las dann später neben | + | |
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| - | dem Viehhüten auch solche Steine zusammen. Als er nun schon | + | |
| - | einen tüchtigen Haufen solcher Steine zusammengebracht hatte, so | + | |
| - | ging er damit in die Welt, um sie an den Mann zu bringen, aber | + | |
| - | niemand wollte sie ihm abnehmen. Endlich | + | |
| - | Wanderung nach Venedig und bot dort einem vornehmen Herrn | + | |
| - | seine Steine zum Verkauf an ; der Herr hieß ihn mit seiner Ware | + | |
| - | ins Haus kommen. Der Knabe ging und stieg mit dem noblen | + | |
| - | Venediger eine breite Marmortreppe hinan, und kam in einen | + | |
| - | großen, goldprunkenden Saal ; dort verschwand dann der Venediger | + | |
| - | in einem Nebengemach. Über eine Weile kam aus demselben ein | + | |
| - | fleines | + | |
| - | den Knaben und die Steine und sagte : „ Du Spizbube, du wärſt | + | |
| - | nun in meiner Gewalt, und ich könnte dich töten, weil du mir | + | |
| - | mein Handwerk abgelauscht hast. Doch für diesmal will ich dir | + | |
| - | das Leben schenken. Aber wehe dir, wenn du wiederkommst ! " | + | |
| - | Es zahlte ihm dann für die Steine eine große Summe Geldes | + | |
| - | aus, stellte ihn beim Abschiede vor einen Spiegel und sagte : „ da | + | |
| - | kannst du noch schauen, was gerade | + | |
| - | machen. “ Der Knabe schaute in den Spiegel, und siehe, da ge | + | |
| - | wahrte | + | |
| - | demselben um einen Tisch herum und war gerade am Mittagessen, | + | |
| - | an den Wänden des Hauses waren Sensen, Rechen und Heugabeln | + | |
| - | angelehnt. Dieses idyllische Bild weckte in ihm fast Heimweh, und | + | |
| - | er eilte mit dem Erlös der Steine nach Hause und ward ein wohlhabender Mann. | + | |
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sagen/bergmaennischesagen079.1676634310.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
